Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1902)
- Date
- 1902-01-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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1% Präsidenten oder Oberrabbiner wenden. die gerne bereit seien. Ungeduldige zu erleuchten.- da die gefaßten Beschlüsse nicht an die grosse Ocffentlickteit gehörten, sondern nur die Israeliten des Reichslandes inleressirten. Dass Herr Dr. Levy glaubt, jeder .Ungeduldigeunter den elfässifchen Juden würde sich nun mit Fragen an angegebene Stellen wnlden. tonnen wir wohl nicht annehmen. Aber der Ansicht de- Präsidenten, solches gehöre nicht au die grosse Oeffentlichteit. tonnen wir nur beistimmen und dem unun j»ra> umltis möchten wir rathen. doch solche Fragen nicht in Tageszeitungen zu berühren. Damit jedoch den Lousistorien «Gelegenheit gegeben werde, ihre Beschlüsse nicht der grossen Oesfentlichteit. sondern ausschliesslich den Jnterrssirten zur Kennluiss zu bringen, d. h. den Juden, nicht nur Elsass- Lothringens. sondern auch Deutschlands, welche die Lage ihrer elfässifchen Glaubensgenossen doch auch interessiren muss, wird sich die Redaktion dieses Blattesicherlich nicht weigern, die Spalten dieser Zeitschrift sowohl den .«Nagen und Fragen.Ungeduldiger" und Unzufriedenen, als auch den Veröffentlichungen der Konsistorien zur Verfügung stellen. Kultus Angelegen heilen gehören, wie in diesen Blättern schon öfters hingewiesen worden ist. nicht in politische Tageszeitungen, sondern in jüdische Zeitschriften. Oesterreich. Lcitmcrilk, im Dez. Das .Leitmeriher Wochenblatt" halte im Ottober v. I. eine Reihe von Artiteln gegen die Juden und gegen den Rabbiner von Leitmeritz. Herrn Dr. Schornstein, publiziert. Run sieht sich dagenannte Wochenblatt in der Rümmer vom 10. 'JJowmkr 19(>1 genöthigt. folgende Abbitte zu veröffentlichen: - E r t l ä r u n g. Ich Endesgeseriigter ertlär* hiermit, dass ich die in den Nummern d. 85 und 87 des .Leitlneritzer Wochenblattes" vom 17. Oktober. von, 24. Ottober und vom M. Oktober 1900 unter den Spitzmarlen: „Rabbi Schornstein und der Jom -Kip pur." .Abgestrcifter jüdischer Scktangenbalg" und. „Nochmals der jüdische Schlangenbalg" oerössentlichten. Artilel nicht verfasst habe, und dass es mir persönlich seine liegt und ferne gelegen ist. Herrn Dr. phil. Mar Schornstein. Rabbiner nnd Religionslehrer in Leitmeritz. in dessen religiösen Gefühlen oder in dessen persönlicher Ehre zu verletzen und spreche mein B e - d a u e r n über dir Verösfentlichnng dieser Artilel aus. Leitmeritz. am 15- November 1901. Aüton Partes, verantwortlicher Schriftleiter des .Leitmeritzer Wochenblatt." . Letzte Rachrkchte». London, 29. Dezember. Die deutsche Gemeinde hat eines ihrer ältesten und hervorragendsten Mitglieder verloren. Herr Berliner, langjähriger Vorstand und Mitgründrr der deutschen Synagoge (Spital Square) ist am letzten Donnerstag im 78ten Lebensjahre verschieden und heule unter großer Theil-1 nähme zur letzten Ruhestätte getragen worden. Herr Berliner war ein sehr geachteter, wohlthaliger und allseitig beliebter Geschäftsmann, der viel Zeit und Mühe für die deutsche Synagoge verwandte und vielen WohlthätigkeitSanstalten Sorgfalt widmete n"rs:r, London, 3t. Dezember. Soeben verbreitete sich die schreckliche Trauerkunde von dem plötzlichen Ablcb n unseres geliebten und hochverehrten pr Rev. Mr. B. Spier». Derselbe hielt noch gestern Abend, trotz seiner 7» Jahre seinen regelmäßigen Talmud- Vortrag im Bcrh Hamidrasch und hatte während der Rächt einen Schlagansall, dem er beider unterliegen mußte. Er war seit längerer Zeit herzleidend und unterließ tcnnoch nicht, seine Borträge abzuhallen, da cS ihm stets zum größten Vergnügen gereichte, das Thorastudium zu verbreiten. Seit einer Reihe von 36 Jahren bekleidete Mr. Spiers das Amt als p und Bibliothekar und war durch seine strenge Gewissenhaftigkeit, verbunden mit edler Herzensgute, Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit gegen Jedermann, allgemein geliebt und verehrt. Die Gemeinde verliert einen treuen, echt religiösen und strebsamen Beamten, die Armen verlieren einen wahren Freund und das rrz p einen heutzutage unersetzlichen Mitarbeiter. Denn ein hiesiger p muß nicht nur das jüdische Ritual- und Landesgesctz kennen, sondern auch mit der Sprache der Eingeborenen sowohl als mit der der Eingewanderten vertraut sein. Der edle Dahingeschicdrne bemühte sich ernstlich, seinen Kindern eine streng orthodoxe Erziehung angedeiheu zu lassen und Jeder bewundert seinen talentvollen Sohn, der heute schon als Jüngling von 21 Jahren ein wissenschaftliches Journal in der elektrischen Branche redigirt und dabei im Talmud und in jüdischer Litteratur als Muster der bezeichnet werden kann. Revd. Spieß verfaßte mehrere ralmudische Werke und auch einen Commentar zur mr:; sein jüngstes Werk -2.-* enthalt interessante Erklärungen vieler schwierigen Talmudstellen. — Die Beerdigung kann erst Donnerstag stattfiuden und werden wir .darüber Bericht erstatten. In allen TheilendcS jüdisch polnischen Viertels herrscht große Bestürzung und die polnischen Theater bleiben bis Donnerstag geschlossen. llluf das Inserat der Lüster» u. Vroucewaarenfabrik A von Schwarz & ll'elgl in München geüatten wir unS ganz besonders aufmerksam zu machen, indem wir bemerken, das die Fabrik einen maschinellen Betrieb hat und alle Arten Beleuchlungs Gegenstände sabricirt. Die Einrichtung der Synagoge in Jchenhausen wurde von der genannten Firma zur allgemeinen Zufriedenheit geliefert. Nuferer heurigen Rümmer liegt ei» Prospekt der PerlagSnrma Calrary «.V t’le. über die „Die Heilige Schrift" bei, worauf wir besonder» aufmerksam mache«.