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Der Israelit · 1887-12-28 · Heft 100-101 (28.12.1887) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 100-101 (28.12.1887)
Date
1887-12-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1798 öffentlicht. Unter der Rubrik (rrnaese) oeröffent« licht das Blatt auch wöchentlich eine Liste der in Kalkutta angckommenen oder von dort abgereisten Juden und zwar immer mit ihren vollen jüdischen Namen und Hinbcifügung des Wortes: (‘.rrcr» cm wn): Möge der Allmächtige ihn behüten und beschützen! Redakteur des Blattes ist Herr Eliahu Moscheh Tauwich 5tohen aus Bagdad, der eine vortreffliche arabische Feder führt und auch eine schöne writliche Bildung bcfltzt. Ta das Blatt zumeist nur für Indien, Arabien und Mesopotamien erscheint, wo doch größtenthcilS nur Bagdad« Juden wohnen, so bringt dasielbe jede Woche eine lange Original-Eorrcspondeuz auS Bagdad unter der lleberschrif! p ruarico in der Alle» erzählt wird, was sich im Laufe der Wockc im dortigen Judcnviertel zugctragcn hat. Auch hat dasselbe jetzt einen (Korrespondenten in Europa gewonnen, der ihm das Neueste über die Juden des Abendlandes und NordafrikaS in Form von kleinen Lriginalbcrichten zufcndet. Tie geehrte Redaktion des »Israelit" wird cs wohl verzeihen, wenn ich es nun versuchen werde, ihren geehrten Leserkreis ein wenig mit dem Inhalte dieses gewiß interessanten Blattes bekannt zu machen. Tasselbe beginnt immer mit einem auf die folgende Woche bezüglichen jüdischen Kalender zugleich auch mit Angabe der Lidrad' und der Hass tara, welche am Labbate zur Verlesung kommen werden. Tann folgen die üblichen Verlautbarungen der Redaktion, daß für den Truck bestimmte Manuscripte immer nur auf einer Leite beschrieben werden dürfen, daß jede Anzeige von Geburten, Hochzeiten u. s. w. eine Rupie kostet u. m. A. Tann folgen die übliche Lchisssanzcigen, worauf dann die Namcnsliüe der angekommenen und abgereistcn jüdischen Passagiere kommt. Dann folgt, wie z. B. in in der soeben erschienenen Nr. 21 des Blattes ein Leitartikel über die Rückreise des Ezars (-*<?) von Kopenhagen nach Petersburg, dem sich dann kleinere Artikelchen oder Entresilcts über die eben unternommene Rundreise des Vicekönigs von Indien, Lord Tusserin. durch die nördlichen Provinzen seines immensen VcrwalwngsgebictcS, über die vom Hause Rothschild in London angekauftc indische Bahnlinie Bengal-Nagpur :c. anreihen, diesen folgen verschiedene politische und commericlle Nachrichten und interessante Tagesncuigkcitcn aus Indien und den anderen asiatischen Reichen, Afghanistan. Persien, Bokhara:c. Ten Lchluß machen die im Lause der eben zu Ende gegangenen Woche eingelanfenen politischen und geschäftlichen Tele- . gramme. Nun beginnnen die eigentliche« jüdische« Nachrichten. Da wird gemeldet, daß der im türkische» Staatsdienste stebcnde Dagdader Jude Nahim Essende um eine neue Stufe aus der Rangleiter der türkschen Beamtenwelt vorgerückt sei; daß auf dem auf dem Meere verbrannten Dampfer »Montrealsich auch mehrere deutsche und polnische Jude« (pm t,t br» xsc*«:) befunden haben; daß der verstorbene selige Abraham Rohr (-ran erstzx errpn) für fromme Zwecke in der Provinz Posen 180,000 Mark testirt; daß der Agent des Lloyd in Bombay, Herr Josef Giani vom Kaiser von Oesterreich (n=2w fesn) die (5ommandeurSinsiguicn des Franz-Jofef-OrdenS (rzwr 2 rems) erhalten habe und somit »gerittett" (Treno eine jüdisch-arabische Eorrumpirung des englischen .kiukrstteä") worden sei; daß die jüdischen BanquierS Schröder und Alt in Geschäftsangelegenheiten in Konstantinopel <712:^2«) eingeiroTTcti seien; daß die jüdischen Loldaten der Wiener Garnison an den vergangnen hohen Feiertagen in der Rudolfs-Kaserne (LIIXZ 'iVnrj) einen separaten Gottesdienst abgchaltcn haben; daß die Sephard-m in letzterer Stadt ihre neue im »maurischen Style r-vc)" erbaue« Synagoge eingeweiht, daß im Königreiche Preußen (jorrs cm) die Antisemiten von Neuem ihr Haupt erheben, daß in Brasilien ein ungarischer Jude, Namens Lilientha! gestorben sei und seinen Anverwandten 30 Millionen Mark hinterlassen habe- (was jedoch eine fette Ente ist) und so geht es sott mit jüdischen Nachrichten aus allen Theilcn der Welt. Tann kommt die piece sie re^istunce eine riesengroße Eorrespondenz aus Bagdad, die von den asiatischen Abonnent« und Lesern des Blattes mit Heißhunger verschlungen wird, da sie die neuesten Nachrichten und Begebenheiten aus dem Bagdader Judcnviertel enthält. Ta diese Nachrichten zumeist jedoch nur lokaler Natur sind und daher für das große jüdische Publikum kein besonderes Interesse bieten und da der »Israelit" ohnedies aus Bagdad direkte Nachrichten erhält, so will ich dessen Leser nicht ertra mit einigen Nachrichten über stattgesimdene Verlobungen, Hochzeiten, Ehescheidungen x daselbst plagen. Nur eine einzige von diese» Nachrichten will ich hervorheben, weil dieselbe in Ungarn^ zumal im Tcmcser Banate, mit besonderem Jntcrepe gelesen werden dürfte. In Bagdad lebt jetzt ein jüdischer Schneider, Namens Aron El-Tarsi (der Schneider), oder wie er sich auf Deutsch nennt. Hermann Roscnfeld, der vor ungefähr fünfzig Jahren dorthin kam und dort nun wahrscheinlich auch seine letzte Ruhestätte finden wird. Ein Sohn von ihm hat sich jeyt mit der

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