Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 100-101 (28.12.1887)
- Date
- 1887-12-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1769 Etat auftunchmen, und hoffen, da» dieser Hinweis auf ihre hohe Bedeutung genügen werde, um unserer Bitte auch bei deu kleineren Gemeinden Erfolg zu verschaffen. Wir möchten zugleich den Gemeinden in ihrem eigenen Interesse empfehlen, neu anzustellcnden Lehrern den Beitritt zurUnterstützungslasse gleich bei ihrer Anstellung zur Pflicht zu machen. Mühlheim, 19. Tez. Tie hiesigen israelitischen Einwohner, die von jeher eine Filialgemeinde zu Bürgel bildeten, haben, da dieselben eben zahlreich genug sind, sich von Bürgel gcttennt und eine eigene Gemeinde gebildet. Bon der Regierung habe» sie die Genehmigung hierzu erhalten, und wurden in Folge dessen die Herren: M. Rollmami, Fried und R. Stiefel als Vorsteher gewählt und als solche vom Großh. »rctrflmt Lffcnbach verpflichtet. M. Gymnich, 19. Tez. Tie hiesige kleine isr. Gemeinde beging am vergangenen rcurr n:r ein schönes Fest, das einen Beweis für die Liede zu Gott und seinen Geboten liefert. Zu den schon vorhandenen drei Thorarollcn kaufte die Gemeinde zwei weitere rrcn -so an und hielt am 1«. und 17. er. die Einweihnngsfeicrlichkcitcn ab. In geordnetem Festzuge wurden die neuen Thorarollcn am Freitag Nachmittag nach dem Got.^.-ause gebracht, wo verschiedene hebräische Gesänge, vom Ehor aus Lechenich.gesungen, mit der Recitalion von Psalmen abwcchsclren, denen alsdann der feierliche Abendgottesdicnft folgte. Beim Aorgeugottesdicusie hielt der Lehrer und Eantor von Lechenich, Herr M. Lalmann. die Festrede, in welcher er die Bedeutung des Tages und die Berechtigung der rrss Vr nr.rr besonders hcrvorhob. Zn' beredten Dorren legte >1!ebner die Verehrung der heiligen Thora und die Beobachtung ihrer Vorschriften allen an's Herz, auknüpfcnd an den Satz: rirrv rnmirr rzrz ö ms nmn. Auf die glaubensrreuen Helden der Makkadäergeschichte hinweisend, zeigte er, wie Israel selbst das Leben für feine heilige Thora hingab, die ein Lcbensdanm Allen ist und Alle stützt, die au ihr fcsthalren. Mesopotamien. Bagdad, im November. Die hoben Feiertage sind Heuer in vollster Ruhe vorübergegangen und bat sich während derselben nichts Beunruhigendes oder AllarmirendeS in unserer Gemeinde zugerragen, was für eine Sradt, welche rings herum von nomadisirenden und brutefüchttge» Brduinenhordm umgeben ist, und die, bald von einer Ueberfchwemmimg, bald von einer epidemischen Krankheit und bald von furchtbaren Heuschreckenschwärmen heimgesucht wird, viel zu bedeuten hat. Leider hat eS während des SuklothfesteS fast ununterbrochen geregnet, was unsere Festesfreude sehr verstimmte. Die Araber hingegen. bei denen der Feldbau die vorzüglichste Erwerbsquelle ist, freuten sich über diese häufigen Regengüsse und sagten sie, daß wir Heuer gewiß besonders weihevoll das Ed Ef-fukkoth lSuklorhsest) begangen haben, denn sonst hätte unS der Himmel keinen so ausgiebigen Regen gespendet. Am Simchath-Thoraadend wurde unser Inden- Viertel durch einen besonderen Besuch ausgezeichnet. Gleich nach Sonnenuntergang erschien nämlich unser Vice-Statthalter mit zahlreicher Begleitung auf der Meharct El-torah (Thoraplatze), auf der sich nicht weniger als sechzehn Synagogen befinden, um einige derselben zu besichtigen. Den Anfang machte er mit der „Zalaal El-Kabirah (großen Synagoge)- an deren Pforte er von den Ehachamim und den Vorstehern ehrfurchtsvoll begrüßt wurde. Der hohe Gast und seine Begleitung entledigten sich nun ihrer Schuhe, worauf sie, theils in Socken, theils gänzlich baarfuß, das Gotteshaus betraten. Sie wohnten hier einem Thcile des Gottesdienstes an, worauf sie sich einige Thorarollcn reichen ließen und dieselben küßten. Sie nahmen dann von der Gemeinde Abschied und verfügten sich in die nächstgelcgene Synagoge. Dann kamen noch andere Synagogen an die Reihe und vor einer jeden derselben entledigten sie sich ihrer Fußbekleidung. Hier herrschte eine große Freude über diesen ganz unerwarteten, hohen Besuch. Unser neuer Ehacham - Baschi, Rabbi Riffim Abrahanl Hillcl, hatte schon Gelegenheit, seine Autorität der moslimischcn Bevölkerung hier gegenüber zu zeigen. Im jüdischen Bazar hier entstand nämlich vor einigen Tagen ein Streit zwischen zwei Moslims, die sich dabei gegenseitig ohrfeigten. Schließlich nahm einer derselben Reißaus, während sein Eollege beschämt im Bazar zurückblieb. I» seiner Wuth behauptete dieser nun, daß die Juden seinem Gegner die Flucht ermöglicht hätten, und wurden auch mehrere derselben gefänglich eingezogen. Ter Ehacham - Baschi begab sich daraufhin zu dem General-Gouverneur, der die Verhafteten auch sogleich in Freiheit setzte. Unser Schech El-Balad (Bürgermeister) ist cm sehr knauseriger Mann, aus welchem Aulaffe er auch einen Theil der hiesigen Polizei verabschiedet hat. Seitdem wimmelt es nun hier von Dieben, L