Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 100-101 (28.12.1887)
- Date
- 1887-12-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1790 und jede Nacht werden mehrere Umbrüche verübt. Auch wagt . sich. Niemand mehr spät in der Nacht allein auf die Gasse. Der General-Gouverneur hat daher den Bürgermeister ermahnt, die entlassenen Polizeileute wieder in ihre Stellung cinzuführen. Gegen den Direktor der hiesigen Schule der „Alliance-, Herrn Jsak Luria, werden seit Kurzem schwere Klagen erhoben, die noch dazu von den größten und angesehensten Chachamim hier ausgehen. Herr Luria zwingt nämlich alle seine Schüler, sich ihre Locken abschneiden zu lassen und kurzgeschorenes Haar zu tragen. Seine größeren Schüler, die schon einen Bart tragen, veranlaßt er, den Bart sich abznnchmen. Nun sind hier Locken und Bart die Kennzeichen eines Juden, die aber Herr Luria aus noch unbekannten ästhetischen Gründen nicht dulden mag. Auch beschuldigen die Chachamim diesen Herrn, daß er aus der Schule der „Allianceeigentlich nur einen französisch-englischen Sprackclnb gemacht habe, da die Schüler daselbst den ganzen lieben Tag gar nichts anders machen, als französisch und englisch plaudern, während der Unterricht in der Bibel und im Talmud gänzlich vernachlässigt wird. Unter solchen Umständen danken wir bestens der „Alliancefür ihre Schule, da wir doch nicht die Absicht haben, alle unsere Kinder zu Sprachlehrern ausbildcn zu lassen. Ich mache daher das vcrchrliche Präsidium der „Alliancein Paris auf diese leider nur zu berechtigten Klagen der hiesigen Chachamim aufmerksam, damit dasselbe schleunigst Abhilfe schaffe. Hauptsächlich möge Direktor Luria den Ausrottungskrieg, den er jetzt gegen die Locken und Bärte unserer lieben Jugend führt, cinstellcn. Man kann ja auch als beleckter Jüngling gebildet und civilisirt sein! Einer der Hauptartikel» mit welchem jüdische Kauflcutc von hier nach Indien Handel treiben, sind die Datteln, die im südlichen Mesopotamien besonders gut gedeihen und daher ein gesuchtes Gericht für den Tisch des wohlhabenden Indiers sind. Ta aber jetzt in unserer Provinz eine große Theuern.ng herrscht und die Datteln hier das Hauptnahrungsmittel der armen Bevölkerung sind, so verbot die Regierung deren Ausfuhr nach Indien. Daraufhin richteten die hiesigen jüdischen Kaufleutc ein Bittgesuch an den Gcncrcl-Gonverncur, in dem sie sich verpflichteten, der hier bestehenden Kriegsschule jährlich eine Subvention von fünfzig türkische Livres lctwa 1000 Mark) zu gewähren, falls man ihnen die Ausfuhr der Datteln nach Indien wieder gestattet. Lessen Bescheid lautete jedoch abschlägig. Ta aber die Regierung befürchtete, daß, falls die Lnttttln-Aussubr nach Indien gänzlich eingestellt wird, sie eine große Einbuße imZollqefälle «leide» würde, so kam schließlich ein Ausgleich zustande, demzufolge von hier keine Datteln, wohl ad« solche aus dem schon nahe am Meere gelegenen Bafforah nach Indien ausgeführt werden dürfen. — Berichte, die aus Hongkong (China) hier cmgetroffcn find, melden, daß die dortige englische-jüdische Gemeinde eine Thorarolle angekaust habe, welche die Priest« (wahrscheinlich sind Missionäre darunter verstanden) aus dem Innern Chinas gebracht haben. teo isowrs ."rD'opbx). Persien. Teheran, 22. November. Chacham Josef, Resse des in ganz Persien seiner Frömmigkeit und tiefen Gelehrsamkeit wegen berühmten Lberrabbincrs von?1csd, Dr Schraga (sncr -n»), hat soeben folgenden Aufruf in hebräischer Sprache an Mt jüdischen Gemeinden Persiens, der Türkei, Indiens rc. erlassen, in welchem er dieselben um Hilfe für unsere Glaubcnsbrödcr in genannter Stadt, die sich in einer großer Nothlage befinden, anfleht. Die geehrte Redaktion des „Israelit-, die doch stets bereit ist. ihren bedrängten Glaubensbrüdern, mögen sich dieselben, in welchem Lande und unter welchem Lolke immer befinden, Hilfe zu bringen» wird hossentlich auch nicht zögern. diesen Aufruf, den ich iu deutscher Uebersctzuug hier wicdcrgebe, in den Spalte» ihres viclgelcsenen Blattes zu veröffentliche» rrcrt Dtn ic rr.T. „Dieter Tage", so schreibt Chacham Suleimaa in Laodad, an den sich die Juden Persiens, Mesopof'.-n:-.s und Arabiens gewöhnlich wende», wen» sie t.gcnd eine Unterstützung oder Hllfe von ihre» Glaubcnsbrüdern in Asien oder Europa benöthige», als Einleitung zu diesem Aufrufe, „erhielt ich von dem seiner Abstammung und seinem Rufe nach hochverehrten Chacham Josef, Enkel des großen Frommen und Gelehrten, Or Schraga's, Rabbiners z» Z)csd in Persien, eine fliegende Rolle (Brief) mit Klagen über das Elend, das jetzt über die Jude» dieser Stadt hereingebrochen ist, und theile ich dessen Inhalt den geehrten Lesern .meines Schreibens dem vollen Wortlaute nach mit. Chacham Josef schreibt: .Rach Heradüehung eines langen Leben» und Friedens auf dar Haurr aller meiner <?laubenSgeru>sren rheüe ich Folgender wss 7 T irrer Tage erhielt ich mieder die Nachricht. daß sau aut Aurora br!d an un'cre «raun (?Icnbtn»gencfien in einigen Erädrrn des Morgenlandes geschickt bat und irrarte ich mich darüber ruglrichurit dreien Ärrnrn. Ich dachte jedoch, o, urschten unser« bleudenSdrüdrr irn Sbenblande ihre Bücke auch auf dir Äraren unserer Cradr richten, die jetzt drar Hunger und drar tiltnt* xreisgegrden find, nud keine Aussicht haben. sobald Lindrrung ihre: Leiden;n finden, da für Ke rede HUfSquelke