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Der Israelit · 1887-12-19 · Heft 98 (19.12.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 98 (19.12.1887)
Date
1887-12-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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baß der Handelsmann Solomon Eschkanasi, zu Lemberg gebürtig. 31 Jahre alt, Lcopoldstadt, Große Schiffgasse Nr.!» wohnhaft, als Hehler bei Ausführung dieses Verbrechens mitschuldig sei. Beide wurden gestern verhaftet nnd dem Landgerichte ciugelicfcrt. Pcycr verübte überdies in jüngster Zeit mehrfache andere Ticbstählc, wußte sich aber den behördlichen Nachforschungen bisher geschickt zu entziehen. Fünf Thoramäntclchcn, von denen die Goldstickereien bereits abgctrcnnt waren, sowie den in Stücke zerbrochenen Silberleuchter faifirtc uian in der Wohnung des Hehlers Esch kan asi; die anderen fünf Thoramäntclchcn fand man in einer Senkgrube in der Lcopoldstadt und die aufgcsprengten, ihres Inhalts beraubten Opferbüchsen auf dem Schmelzer Friedhöfe. Budapest, 27. November. Tie politischen Blauer berichten über die Untersuchung der Tuna- Szerdahclncr Abgcordnctcnwahl folgendes: Ter Ad- .V.. ... C1t..W4| 4.... ßcmuucic .'tum .yimtiui, wnuiu uim wtt i commission des Abgeordnetenhauses als UmersuchungS- Eomminär in Angelegenheit der angefochtenen Tuna-Szcrdahclycr Wahl des Antisemiten Szabö entsendet wurde, hat die erste Periode der Untersuchung beendet, über welche wir einem ausführlichen Berichte folgende „Blnmcnlcse" entnehmen: Unter Eid sagte eine ganze Neihe von Zeugen aus, daß die Szabö-Partci die Anhänger Süghy's, der ein Anhänger der liberalen Partei ist, tcrrorisirtc und das Volk gegen die Herren nnd Juden amhctzte. Ter Egyhüz-Gcllccr Kavlan Alexander Lißkay sagt aus, der .Kandidat Szabö Habe auf offener Straße die Leute haranguirt. sic inögcn sich vor Herren und Juden nicht fürchten, denn die Anlisemitcnpartei werde eine große Bank mit .t> 2 Millionen Aktienkapital gründen, den Leute,? billiges Geld geben, damit sie den „jüdischen Sparkassendie Tarlehcn zurückzahlen. Als Lißkay darüber lachte, schrie Szabö: „der Pfass habe zu schweigen, denn Pfast'en und Juden leben vom Fett des Volkes :c."; schließlich habe Szabö ihm gesagt, er möge sich mit ihm dnellircn, well er wußte, daß ein Geistlicher sich nicht schlagen dürfe. Szabö habe wiederholt gegen die Juden gehetzt und erzählt, in Szatrnür habe ein Jude vor der Frohnlcichnams- Proecssion anSgcspnckt, olme^dafür bestraft worden zu sein. Ter Bcrtheidiger der Szabö-Partci, Göza Füzcssörn, der eine bewegte Vergangenheit hinter sich bar. und sehr oft-schon den Balg wechselte, legre zehn Briefe vor, durch welche die Esallöközcr Sparkasse in Tuna-Szerdahely den Szadö'schen Anhängern Darlehen kündigte, wogegen aber Eommissär Münich konstatirte, daß diese Briefe vom 15. Januar da» tirt sind, also viel früher, als die Umtriebe begonnen haben — Lißkay konstatirte, daß die Sparkasse auch Wählern der Gegenpartei ihre Acccpte kündigte, weil die Preßburger Geldinstitute, mit welchem sie in Necscompte gestanden, ihr den Credit gekündigt haben. — Richter. Sülly sagt aus, Szabö habe in Gelle gehetzt und gesagt, die Herren Juden wollen von uns zwei Bälge abzichen. — Der reformirte Seelsorger von Havos, Balahü, wurde durch einen anonymen Brief bedroht, man werde ihm die Zähne einschlagen, wenn er aus dem Wahlorte erscheine. Auch wurden ihm thalsöchlich die Fenster eingcschlagen. — Tcm Lekonomen Dioravek ans Kis-Udvarnok erging cs ebenso, und er enthielt sich der Abstimmung aus Furcht vor der Szabö-Partci. — Ignaz Fekcte aus Dercsika sagte aus, der Richter Fekete drohte den Wählern, sie für ewig aus der Wählerliste zu streichen, wenn sie nicht für seinen Freund Szabö stimmen. Dem Zeugen paßten die Szabüisteu mit Steinen auf, so daß er nicht wagte, für Professor Süghy zu stimme». Die Drohungen des genannten Richters veranlaßtcn mehrere Süghyisten, sich der Abstimmung zn enthalten. — Aehnlich äußert sich Ignaz Bcjcs ans TercSika, der nicht zu stimmen wagte, weil Richter Fekete mit einem großen Stocke auf ihn gewiesen und befohlen hatte, ihn zu fasten und zu prügeln, wenn er sich auf die Gaffe wagen sollte. — Zeuge BinSce deponirre, Richter Fekcte habe ihm gedroht, bei der bevorstehenden Lizitation feines kleinen Besitzthums den Preis so hoch hinauf zu treiben, daß er dayelbe nicht erstehen werde; dcßhalb mußte er gegen seinen Willen für Szabö stimmen. — Der Kisfaluter Einwohner Pörhe sagt aus, der Szabö'sche Hauptkortes, Molnär, habe dem Wähler sLudwig Popa einen Schuß nachgefeuert. — Wahlpräses Pfarrer Haskö hat anonyme Drohbriefe von der Szabö-Partci bekommen. Die Ruhe auf dem Wahlorte wurde in Folge des Militär- Sukkurscs nicht gestört. — Tie Zeugen Wilhelm Neubauer, Präses der Duna-Szerdahelycr „Xepeank. und Jakob Pcrblum, Präses der Szardaheleyer Sparkayc bestätigen, daß Dr. Zipser von Anhängern Szadö's insultin und blutig geschlagen wurde. — Advokat Kaspar Szigcthy wurde von Szaböisten überfallen, mit Töpfen voll Kalk beworfen und in Alsö-Nyarasd mir Steinen verfolgt. — Schließlich dcponine der Lidönerjedcr Gutsbesitzer Moriz v. Töth. er sei von den Saböisten so oft bedroht worden, daß er sich nicht mehr ins Tors zu gehen traute. Ter Wähler Stephan Anal habe sogar einmal seinen Wagen angchalten und gcschrieu: „Packen Sie sich nach Hause, die Herren sind eben solche

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