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Der Israelit · 1887-12-19 · Heft 98 (19.12.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 98 (19.12.1887)
Date
1887-12-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Gott seincS Vaters offenbart; und zweitens, warum Gott vorausscvt, daß Jakob sich fürchte, nach Mizrajim hinabzuziehen, so daß Gott ihn auffordert, sich nicht, davor zu fürchten. Finden wir doch von dieser Furcht vorher nicht die ßcrinßfie Andeutung. Tiefe beiden Fragen jedoch führen uns zur Beantwortung der beiden andern von uns oben hervorgcbobenen. Tie erste Frage war: Warum zog Jakob zunächst nach Bc<r Scheda, das doch gar nicht auf seinem Wege lag. ' - . - Wir lesen in der heiligen Schrift (E. 26, V. 1). daß auch in den Zeiten Jizchaks eine Hungcrsnoth im Heiligen Lande ausbrach, ähnlich wie in den Tagen Abrahams. Abraham war damals, um der Hungcrsnoth aus dem Wege zu gehen, nach Acgyvten gezogen. Gin Gleiches batte nun Jizchak im Sinne: da erschien ihm der Ewige an der Grenze des heiligen Landes, und sprach zu ihm: Gehe nicht hinab nach Mizrajim, sondern verweile in diesem Lande. Warum sollte Jizchak nicht nach Mizrajim ziehen? Beim Bunde zwischen den Opscrstückcn hatte Gott zu Abraham gesprochen: Denn Fremdling wird sein dein Samen in einem Laude, das ihnen nicht gehört, und man wird sie dienstbar machen urrd sie peinigen 400 Jahre lang. — Bon der Geburt Jizchaks bis zum Auszüge der Kinder Israel aus Mizrajim sind genau 400 Jahre. 60 Jahre war Jizchak alt, als Jakob geboren wurde; l.°:o Jahre war Jakob alt, als er mit den Seinen nach Acgnpten zog, macht zusammeu 190 Jahre; dazu die 210 Jahre, welche die Kinder Israel iu Mizrajim verweilten, macht genau 400 Jahre. Wir scheu also, daß das Galuth über die Nachkommen Abrahams von der Geburt Jizchaks an beschlossen war. Wäre nun Jizchak schon damals nach Mizrajim gezogen, so hätte schon damals das Galuth Mizrajim begonnen. Daher wollte Gott ihn schützen, und dcßhalb befahl Er ihm: Ziehe nicht hinab nach Mizrajim, sondern verweile in diesem Lande. Bald darauf zog Jizchak nach Bekr Scheda und baute dott ckuen Altar und verkündete den Namen des Ewigen (1. B. M. E. 26. B. 25). Das Alles wußte Jakob, und dcßhalb. zog er zunächst nach Besr Schcba, um daselbst zu opfern dem einzigen Gotte, der hier seinem Bater Jizchak erschienen war. Mit der Erzählung dieser Thatsachc hat die heilige Schrift angedemet, daß Jakob sich fürchtete, nach Mizrajim hinabzuziehcu; wußte er doch, daß er dem Galuth cntgegenziehc, daß die seinem Großvater Abraham kundgerhane Voraussagung jetzt in Erfüllung gehen werde. Dcßhalb ' zog er nach Bcvr Schcba, dcßhalb brachte er Opfer dar dem Gotte feines Vaters Jizchaks. Vielleicht, dachte er, wird auch mir Gott erscheinen, wie Er meinem Bater Jizchak erschien, und auch mir verbieten, nach Mizrajim zu ziehen, , wie Er es meinem Vater Jizchak verboten hat. Dann mag die Sehnsucht in meinem Herzen nach dem geliebten Sohne in anderer Weise oder auch gar nicht beftiedigt werden. Dielleicht schiebt der allgüttge Gott den Zeitpunkt des Galuth noch ferner hinaus, wie Er cS einst meinem Vater Jizchak gegenüber gethaa hat. — Dcßhalb zog Jakob nach BeSr Scheba, wo Jizchak einst einen Altar erbaut und den Namen Gones verkündet hatte, und dcßhalb brachte er Opfer dem Gotte seines Vaters Jizchak. Und siehe da, der allmächtige Gott erschien ihm in der That. Zweimal rief Er ihn an: Jakob, Jakob! — Achten wir wohl darauf, daß Gott unsren Later nicht bei dem Namen nennt, den Er selbst ihm gegeben und den die heilige Schrift in den zwei vorhergehenden Berfcn gebraucht: Und es zog Israel :c. Und cs sprach Gott zu Israel rc. Nicht mit dem Namen der Herrschaft wird Jakob hier angerufen; sondern mit dem Namen, der auf Niedrigkeit (Jakob, der Fersenfaffer) hindcutet. Und unser frommer Bater antwortet: Siehe, ich bin zu allem bereit, magst Tn über mich und die Meinen verhängen, was Deiner erhabenen Weisheit angemessen erscheint. — Und der allwissende Gott, der die Gedanken der Menschen kennt, spricht zu ihm: Ich bin der Allgütige, der Gott Demes Vaters. Meine nicht, daß Meine Güte und Liebe dir gegenüber geringer ist als Ich sie deinem Vater erwies, da Ich ihni verbot, nach Mizrajim hinabzuzichcn: aber Meinen Plänen der Weltlenkung entspricht cs nunmehr, daß du und die Deinen das lange vorausgesagte Galuth antteten; allein, fürchte dich nicht, nach Mizrajim hinabzuziehen, denn zu einem großen Volke werde ich dich dort machen. Ich werde mit dir hinabzichen nach Mizrajim, und Ich werbe dich heraupühren, ja hcraufführen. In diesen Worten des allweiscn Gottes liegen die herrlichsten Verheißungen für die Galuth - Zeit, nicht nur für unseren Vater Jakob, sondern auch für uns. Im folgendem Kapitel werden wir das näher darzulegen versuchen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Berlin» 12. Dez. „So knöpft an das fröhliche Ende ein fröhlicher Anfang sich an.- Pessi-

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