Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 98 (19.12.1887)
- Date
- 1887-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIIL Jahrgang. M 98. Der Israelit. . - V- Et» Genirak - Organ für das orLHodo.re ZudeNLHum. Hcrausgcgcbeu von Dr. Lehman« in Mainz. Montag, den IS. Dezember SS48 (1887). r -! Da mit brnt 1. Iarniar IS8S ein uencS C.uortöl beginn»» so erlanbcn wir onS, die geehrte» Abonnenten daraus ansmerksam zu mache«, datz namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden mutz, damit die Versendung keine Uuterbrechnug erleide. Leitender Artikel. Are göttlichen Ferljeißungcn für die HatuttZ-Zeit. i Mainz, 15. Dezember. Joseph war durch die wunderbare Fügung Gottes zum Herrscher und Vicckönig von Aegypten erhoben worden. Zu ihm waren seine Brüder gckomnieu und harten sich vor ihm gebückt, wie er cs im Traume vorausgeschen Hane. Gr hatte sie ans die Probe gestellt und, liachdcm er sic in der Liebe für Bin» jamin, den Lohn seiner Mutter, bewährt gefunden, hatte er sich ihnen zu erkennen gegeben und sie cingcladcn, mit ihrem Vater zu einem längeren Aufenthalte nach Aegypten zu lomnicn. Freudig gehen die Brüder in die Hcimath, um ihrem alten, noch immer um den geliebten Lohn trauernden Vater die wunderbare Kunde zu bringen, daß Joseph noch lebt, und daß er der Herrscher sei über das ganze Land Mizrajim. Ta ward neubelcbt der Geist ihres Vaters Jakob, und er beschloß, der Einladung seines Sohnes Folge zu leisten. „Und cs zog sorr Israel und alles, was itzrn gehörte, und er kam nach Besr Scheda, und er opferte Opfer dem Gotte seines Vaters Jizchak- (1. B. 2#., 15. 46, V. I). Unsere Weisen finden in diesem Verse zwei Dinge ausfällig: erstens, warum Jakob nach BcUr Schcba zog. wiewohl dieser Ort nicht aus dem Wege nach Mizrajim lag, und zweitens, warum die heilige Schrift bcrvorhebt, daß er dem Gotte seines Vaters Jizchak opferte. Auf die erste Frage geben sie die Antwort, daß Jakob die Bäume umhaucn ließ, welche Abraham einst in Bc^r Schelm gepflanzt hatte. Jakob sah nämlich im prophetischen Geiste voraus. daß seine Nachkommen in der Wüste die Sttstshütte bauen sollten, und er wünschte, daß die von Abraham gepflanzten Bäume zu diesem heiligen Baue verwendet werden möchten. Tcßhalb nahm er die Stämme mit nach Aegnpten, damit das ihm entstammende Volk bei der Befreiung aus dem Sklavenjochc diese Bäume wieder mit sich führen sollte. — Die andere Frage beantworten die Weisen dahin, daß aus diesem Verse gefolgert werde, daß der Mensch verpflichtet sei, seinen Vater mehr zu ehren als seinen Großvater. Deßhalb heißt cs hier, daß Jakob Opfer brachte dem Gotte seines Vaters Jizchak, während man, nach dem vorher Gesagten, hätte erwarten sollen, daß hier der Allmächttge als der Gott Abrahams bezeichnet worden wäre. Sicherlich sind diese Erklärungen unserer Weisen richtig und sachgemäß; allein dieselben Weisen lehren, daß die Erklärung des heiligen Schriftwortes dem Hammerschlagc gleiche, der auf den Felsen schlägt. Ta sprühen die Funken nach allen Seiten hin; ebenso kann man das Wort unseres Gottes in mannigfacher Weise erklären, und die eine Deinung schließt die Richtigkeit der andern nicht aus. So wollen denn auch wir es versuchen, jene beiden Fragen aus dem Zusammenhänge mit dem folgenden Versen zu erklären. „Und cs sprach Gott zu Israel in nächtlicher Erscheinung, und Er sprach: Jakob, Jakob! Und er sprach: Liehe, ich bin bereit. Und Er sprach: Ich bin der Allgütige, der Gott deines Vaters. Fürchte dich nicht hinabzuzichen nach Mizrajim, denn zu einem großen Volke will Ich Dich machen daselbst.- Ich werde hinabzichcn mit Dir nach Mizrajim, und Ich werde Dich wieder hcraufführcn, ja heraufführeu." Auch in diesen Versen erscheint ein Zwiefaches auffällig; erstens, worum Gott jsich ihm als den