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Der Israelit · 1887-12-08 · Heft 95 (8.12.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 95 (8.12.1887)
Date
1887-12-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1683 ebenso aber auch das Wort „Socictate" (Gesellschaft, Verein), weil die Vereine in Rumänien im übelen Ruf der Unordnung, Unrhätigküi, Defraudationen, Zänkereien, Mangel an Gruft rc. stehen, darum also keine Achtung genießen und die Beilegung einer quasi amtlichen Eigenschaft, wie sie eine Religionsgenoffcrifchaft nöthig hat, niemals erlangen könnten. Tie Repräsentation soll ferner darin bestehen, daß die Regierung und ihre Organe mir dem gewählten Oberhaupt der „Rationalsnnagogc" bczw. deren Untcrabtheilungcn und unigekchrr auf behördlichem Fuße soll verkehren können, wenn sich das Bcdürfniß cinstcllen würde. Rur um ein Beispiel anzusühren, könnten Erlasse oder andere Regicrnngsmaßnahmcn, welche die Schulen im Allgemeinen oder speziell israelitische Schulen angchen, entweder direkt vom Untcrrichtsminister oder vom Präsidenten seines Unterrichts-Obcrrathes (con--ilin superivr «le inr-ti-uctie) oder endlich von den UnLcrrichLSiuspektorcn an die israelitische Obcrbchörde (Präsidium oder Rath der „Rauonalsynagogc") gerichtet werden, die dann das Betrcssende im Instanzenwege den Vorständen ihrer llmersynagogen bczw. Schuldirektioncn wcitcrgcbcn würde. Tasselbe könnte das Sanitätsamt der Regierung, was Krankenhäuser oder hygreiilische Rtaßnahmen betrifft, und so fort. Tic den Israeliten nach außen bewilligte Repräsentation und nach innen gewährte behördliche Autorität würde der Regierung sehr bald zeigen, daß sie zu ihrenr eignen Vonheil ist. Tenn während jetzt viele ihrer Anordnungen weder bei Ghristcn noch bei Israeliten Beachtung finden und bald in Vergessenheit gcrarhen. weil sie gar nicht in die Massen gelangen, wird die Ausführung bei Vorhandensein einer israelitischen, wie gesagt sclfgovcrnemcntalcn, Gcntralbchörde sehr leicht sein und sie wird durch das Beispiel weiter wirken. Im inneren braucht die „Landcssmmgoge" für den Anfang weiter nichts, als die nöthige Autorität, um unter Vermeidung von Läsionen oder Acndernngcn rein religiöser d. h. ritualer Ratur für die Allgemeinheit giltige Anordnungen trcsscn zu können, die ausschließlich die Verwaltung und Förderung gemeinnütziger Einrichtungen arischen; ferner als anerkannte Gcsamnuhcit Verträge nach allen Richtungen schließen zu können; kurz, Handlungen, die einer einzelnen Person oder einer Aktiengesellschaft zustehen. TaS Recht die Kultusbciträge ex oft'u mit Hilfe der staatlichen Organe einzntreibcn, sowie die unbedingte Zugehörigkeit jedes in Rumänien wohtvenden Israeliten zur ..Landcssvnagogc", kann in einer späteren Zeit nachgesucht werden, wenn die Regierung sich überzeugt haben wird, daß sie, ohne selber behelligt zu werden, eS mit einer wirklichen und in Ordnung suuktionirenden Genossenschaft zu thun hat. Bis dahin ist hier für ein ganzes Jahr bemessen, selbst wenn diese Laufzeit erst begonnen hat — die Klagbarkeit der Kultusbeft träge, wie die jeder anderen Schuld für eine Leistung, im ordentlichen Gerichtsverfahren zu erstreben; sodann sind der Ausschluß von allen Wohlthatcn, welche die Organisation bietet, sowie die Wahrnehmung der Gelegenheiten von Hochzeiten. Todesfällen u. s. w. Mittel, um bei den Säumigen die Beiträge einzubringen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Berlin, 4. Tcz. Ter fön. Hsfprcoiger und Kartell-Abgeordnete Stöcker hat mit frischen straften die Iudcnhetzarbcit wieder ausgenommen. Am Freitag sprach er in einer Versammlung der Ehristlich-Sozialen über die verschiedenen Arten de» Antisemitismus. Tie Bekämpfung des Iudcnthums, meinte er, sei nicht im Zurückweichen, sondern im Vordringen. „2Stnn die Gegner mich einen tobten Mann nennen und sagen: „Ter selige Stöcker/ so kann ich daS ohne Aufregung hinnehmen. Ich kenne die Verhältnisse, und bis jetzt haben unsere Gegner noch immer viel zu früh lriumphirt. Angeblich singircn sie nur den Triumph; in Wahrheit ist ihnen bange, und sie zittern/ „Tie Juden sind Vertreter der kapitalistischen Anschauung und erregen durch die rücksichtslose und massenhafte Anhäufung von Reichthümern die llnzufticdenheit des Arbeitcrstandcs: auf der anderen Seite schicken sie ihre Emissäre ins sozialdemokratische Lager zur Organisation des Umsturzes/ Sie sind also doppelt gefährlich. Stöcker wandte sich dann in einer längeren Schmlpfrcde gegen das „Berliner Tageblatt", weil daiiclbe eine Parodie auf eine Rede des Herrn Hanscmann in der Versannnlung für die Stadtmission abgedruckr hat. Alle sollten im Kampfe gegen das Indcnthum einen erneuten Antrieb zur Einigkeit erhalten. Herr Stöcker beschäftigte sich dann ausführlich mit feinem Konkurrenten Dr. Böckcl, dessen Atolle er als eine traurige und verhängnißvolle bczeichncte. „Gewisse Leute", so fertigte Herr Stöcker seinen Rivalen Böckel ab, „glauben Politik zu treiben, wenn sie unverständige Tinge reden. Reden, auch im Parlamente, ist aber keine Politik, sondern das Gegcncheil, wenn es aussichts- ' los ist. Böckcl beleidigt auch die „Junker/ die doch

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