Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 95 (8.12.1887)
- Date
- 1887-12-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Baalbek 1× ep/1044063
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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. England. London. Ter bekannte Nordpolsorschcr Lieutenant Greclcy, der Ehcf der nordamcrikauischen Rordpolexpeditio», widmet seinem todcsmuthigen Begleiter, dem englischen Astronomen Eduard Israel. noch nachträglich folgenden Nekrolog: Unter den achtzehn Helden, die bei dieser Reise umkamen, befand sich (Eduard Israel. Lediglich die Wissenschaft hatte ihn veranlaßt, an dieser gefahrvollen Expedition Thcil zu nehmen. Im Mai 1884 erkrankte er so schwer, daß er sich nicht mehr auf den Fußen zu halten vermochte. Er sprach nur noch von seiner Jugend nnd dem Vatcrlaude und erwartete mir stoischer Ruhe den Tod. Am 27. entschlief er friedlich, wie er gelebt hatte. Eduard Israel geholte einer vermögenden Familie an. Er zählte zu den bcgabteüeu Astronomen Englands. Sein Tod hat mich unsäglich betrübt. Monatelang hatten wir zusammen in einem Bett geruht, Leid nnd Freude gethcilt, und oft sprach er mir Murh zn, wenn meine Willenskraft zu erlahmen begann. Lei» bescheidenes Wesen, sein herrlicher, liebevoller Eharaklcr erwarben ihm die Freundschaft aller Kameraden. Wir nannten ihn unfern Benjamin. Leine Arbeiten und Aufzeichnungen waren für die Wissenschaft überaus wcnhvoll. Selbst während feiner Krankheit setzte er dieselben noch fort. Eduard Israel, ist ein Martnrer der Wisicnschaft. Was wäre aus ihm geworden, wenn er die furchtbare Prüfung überlebt hätte London, :r. Dezember. Dem „Iewifh Ehrsnicle" zufolge sind alle Meldungen über die reiche Torirnng jüdischer Gemciudeschulcu in Rußland Seitens des Baron Hirsch verfrüht und entbehren vorläufig der Begründung. R u ß l a n d. Petersburg. Unter der Uebcrfchrift „Tie Juden in Rußland" schreibt das Wiener „Batcrland": Fürst Mcschtschcrski, der Herausgeber des „Erraschdanin" nnd ein einflußreicher Pnblicist, erzählt in seinem Blatte, daß in den russischen Universitätsstädten Manennbertritle jüdischer Studenten zn der orthodoxen Kirche stattsindcn. Tiefe jungen Leute würden hiezu nicht ans Ucbcrzeugung getrieben, sondern folgten nur.einer speculaiiven Eingebung. Ta die Juden von der Erlangung verschiedener Universilätsgrade ausgeschlossen seien und zu manchen Studien gar nicht zugclasten würden, so verfolge der Rcligionswcchsel nur den Zweck, diese Hindcrnisie zu beseitigen. Innerlich blieben diese „Bekehrten" aber dennoch Inden. Daraus leitet der erwähnte Pnblicist eine große Gefahr für Staat und Kirche ab und drängt auf Abhilfe, damit nicht eines Tages „getaufte, aber dennoch nicht gcbcfferte Juden" Aemrer einnehmen, zu denen sie nicht berufen seien. Fürst Meschtschcrski bringt cm Ausnahmsgesetz gegen getaufte Juden in Vorschlag, dessen wichtigste Bestimmungen folgende sind: Ein geraufter Jude soll verpflichtet sein, die kirchlichen Gebote genau zu beobachten und strenge an den Gebräuchen der Kirche festzuhalten. Erst drei Jahre nach seiner Ausnahme in die orthodoxe Kirche soll er zum Nniversitätsstudium zugelanen werden. Während dieser Frist untersteht der Eandidat der geistlichen Aufsicht der Umvcrsitärsgeiülicheu und cs muß seine Aufführung in jeder Beziehung tadellos fein. Jüdische Studenten, die in Zukunst Ehrisicn werden wollen, minien ein Probejahr zurücklcgcn und können erst nach Ablauf desselben zur Taufe .zugelassen werden. Während des zweiten Jahres sollen sie verhalten sein, bei orthodoxen Ehristen zn wohnen, auch dürfen sie keinerlei Berkchr mit ihren früheren Glaubensgenossen pflegen. Im dritten Jahre müssen diese Aspiranten sich mit Ehristnmcn vermählen — dann können sie die Universität beziehen. Palästina. Jerusalem, im November. Ter hiesige Gouverneur Neuf Pascha verständigte die Pforte, daß die Ausnahme des Katasters im heiligen Lande und die ausgeschriebene Bolkszählung daselbst schon vollendet sind. — Tie englische Firnia Eook 11. Sou hat jetzt einen regelrechten Wagcnverkehr zwischen hier nnd Jaffa, dann zwischen Beirut. Baalbek und Damaskus, ebenso auch zwischen Jaffa und Haifa und schließlich zwischen Haifa nnd dem Tibcriässce organirsirt, so daß die Besucher Palästinas einen großen Theil ihrer Reise» statt auf dem Rücken von Reitthieren in einem Wagen werden machen können. Asien. Die Behörden des dem russischen Reiche einverleibtcn Turkestan glaubten den Juden daselbst dieselben Nicderlassungsbeschränkuugen auferlegen zu können, wie den iin eigentlichen Rußland wohnenden Israeliten. Tie turlenanifchen Juden appellirten dicscrhalb an den russischen Senat in Petersburg, welcher die Dekrete der Lokalbchörden annullirte. Bombay. In der eingcborncn indischen Armee befinden sich auch eine Anzahl sogenannter „Bcni Israel". Einer derselben Eolor Havildar Salomon Jakob, welcher seit sieben Jahren als Musiker dient, erhielt jüngst von den Offizieren fei-