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Der Israelit · 1887-12-08 · Heft 95 (8.12.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 95 (8.12.1887)
Date
1887-12-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1683 F r»a n k r e i ch. Paris. (Cclobcr) Monatsbericht der Alliance Israelit Universelle. (Israeliten von Marocco.) Es wurde wiedcrnm ein Derbrechen an einem Juden von Marocco verübt. Am!9. September verließen mehrere Juden zusammen Zctat, ein Dorf in der Nähe von Eassablanca. Unterwegs wurden sie von einem mit einem Gewehr bewaffneten Araber ongefallen; Va sie aber in der Mehrzahl waren, konnten sie ihren Angreifer in die Flucht treiben. Plötzlich vernahmen sie einen Schuß; sie gingen zurück und fanden einen der ihrigen. Ifaac QnefnS, der etwas zurück geblieben war, in feinem Blute schwimmend: der Araber hatte ihn gctödtct. (Israelitische AckerdaucolonicnI In Amerika. — Das Eenrral-Ecmrt^ erhielt folgenden Bericht über die Kolonie Alliance, nahe bei Lineland, Rcw- Ierfey. Diese Eolonie erhielt im September den Besuch einer Anzahl Mitglieder des Board of DclegatcS zu New-?)ork. in Begleitung einiger anderer Personen, die den Wunsch hegten, sich über die Zustände in dieser Nicdcrlaffrmg Rechenschaft zu geben. Tic Lesuchende» konnten die zufriedenstellenden Berhältniffc dieser Eolonie conslatircn. Tie noch nicht vollzogene Ernte versprach vorzüglich zu werden: neue Häuser, Scheunen und Schuppen waren im vorigen Sommer auf Kosten der Kolonisten erbaut worden. Ter Turchschmttscrtrag der Ernte betrug allein in diesem Jahr 400 Dollars; einer der Kolonisten hat mehr alS 5,00 Dollars cmgcuommen. Es muß der Ertrag für die Karton ein, Acpfcl, Pfirsifcheu und Trauben hinzugcrcchnet werden, obgleich die Neben nicht sehr gediehen, in Folge dcS Mildcw. Außerdem hat jeder Kolonist für den Winter einen genügenden Lorrath von Kartoffeln, .Kohl, Wafferrübcn, Runkelrüben und Korn aufgcfpcichert. Das .Kapital steckt in einer Reihe schöner und kräftiger Pferde und zahlreicher Kühen, von denen einzelne einer ganz besonderen Race angchörcn. Sämmtliche Eolonisten erklären sich befriedigt mit dem Resultat ihrer Arbeit, und da sie im Winter der Eigarrenfabrikaiion und der Maschincnnäliarbcit obliegen, werden sie ein behagliches Leben führen können. Zahlreiche Pcnoncn aus verschicdcnrn Ländern haben sich darum beworben, sich in der Eolonie nicdcrlaffcn zu dürfen, aber cs bleibt nur noch wenig Boden zur Bcrrheilung übrig. Im Umkreise der Synagoge muß ein Flächcuraum von 40 AcreS rcfervrrt bleiben für die gcnrcinschaftlichcn Bedürfnisse, sei cs, um dort öffentliche Bauten aufzuführcn, oder einen Parc oder Square dort anzulegen. Es wäre möglich, daß die Behörden der Stadt Dineland gesonnen wären, eine Schule zu gründen in der Eolonie, die bereits ISO schulpflichtige Kinder zählt; und wäre das ein ganz geeigneter Raum zum Schullocal. Die Badeanstalt, der Kirchhof und die Synagoge, welche durch die Großmuth der Berliner Juden oufgcführt wurden, sind in gutem Zustande; die Eolonisten nehmen selbst die kleinen Reparaturen, die von Zeit zu Zeit erforderlich sind, vor; Herr Schiff hat 250 Dollars gespendet, nm dazu behilflich zu sein, eine Bibliothek -zu gründen, und hat im Bcrcin mit Herrn Lcvisoka einen kleinen Fonds angelegt, der in ganz besonderen Fällen (bei Krankheiten oder bei Neuangekommenen) die nöthige Hilfe gewähren soll. Hcrr IsaacS hat versprochen, einen Thcil deS Honorars zn beschaffen für einen Lehrer, der die Erwachsenen das Englische und die Kinder das Hebräische lehren soll. . <jaji alle Eolonisten vcsiuocn sich jetzt in behaglichen Dcrhältniffcn; einer von ihnen, LubarSki, hatte eine Meierei von 122 Acres für 1500 Dollars gekauft, mit 250 Dollars Anzahlung. Es muß dies allen denjenigen eine große Befriedigung fein, die den Leuten dazu verholfcn haben, von der eigenen Arbeit zu leben. In Palästina. — Folgende Berichte hat das Eemral-Eomite über einige Colonicn Palästina's erhalten. Tie Wintersaaten von Getreide und Graupen haben in Ekron (heute Masterer Bcthya) und in Pctoch Tilva befriedigende Resultate gegeben, aber der Sesam ist mißlungen, wie in der ganzen Gegend. Tic Eolonisten von Ekron werden sich bald selbst weiter helfen können; auch die von Petach Tikva werden es schließlich so weit bringen. Die Lage von Rischon Lezion ist kerne schlechte, denn die Weingärten, welche diese Eolonie bedecken, ca. 70 Hccraren, werden eines TageS den Besitzern zum Wohlstand verhelfen; mehrere Rebcnanpstanznngcn von 1883 und 1884 haben bereits in diesem Jahre eine gute Ernte gegeben. Bon den benachbarten vier Colonicn ist die von Gadrah die wenigst bevorzugte; schon seit mehreren Jahren sind die dortigen Ernten geradezu unbedcutcnd. Die jungen Leute. äüS denen sie gebildet ist. zeigen ciucn gewissen Muth, indem sie dort anshaltcn, trotz den vorhaudenen traurigen Berbältniffcn, und indem sic sich in Erwartung besserer Tage darein ergeben, zum größten Tücil von den geringen HülfSmittcln zu leben, die ihnen von außerhalb zuflicßen.

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