Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 95 (8.12.1887)
- Date
- 1887-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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in ein WirthShaus in Preßburg gelockt worden und kehrte nickt mehr nach Hause zurück. So schlecht war es damals mit dem Recht und der Sicherheit in Ungarn bestellt, daß weder die Familie des Vermißten, noch die jüdische Gemeinde cs wagte, eine Anzeige zu machen und einen Verdacht gegen den Besitzer des WirthShaufes auszufprechen. weil zu befürchten stand, d^lß, wenn sich die Beschuldigung als unwahr erweisen sollte, ein Ausbruch der Volkswuth gegen die Inden folgen würde. Tie Behörde selbst scheint sich nm den Fall, der doch in der ganzen Stadt bekannt war, nicht gekümmert zu haben, und so blieb Abraham Uncnhcimer verschollen, ohne daß die Familie sich Gewißheit über sein Schicksal verschaffen konnte. Um die Mitte Oktober dieses Wahres wurde in den Zeitungen ans Prcßburg gemeldet, daß daselbst in einem Hause der Schöndorfcrstraßc beim Wegräumcn der Tielen eines Zimmers das Skelet eines Mannes gefunden wurde, welches schon «>o—SO Jahre dort gelegen haben muß. Man erinnerte sich de» Verschwindens llsscnheimcr'S, und bei Prüfung der näheren Umstände des Falles stellte es sich heraus, daß dies die Reste des InwelerrhändlerS fein müssen, der in diesem Hause unzweifelhaft ermordet und beraubt worden war. 15in Blau mit dieser Meldung kam durch Zufall dem in Wien lebenden Sohne in die Hände, der daraus mit tiefer Erschütterung erfahren mußte, daß die Reiche seines ermordeten Vaters jüngst aufgcfunden und daß derselbe in der That das Opfer eines ungcsöhnt gebliebenen Verbrechens geworden sei. Unter dem Eindrücke, den diese Enthüllung ans den Greis machte, fetzte er daS Testament auf, durch welches er den grötztcn Thcil feines Vermögens wohlthärigen Zwecken widmete, und die schmerzliche Erfahrung mochte seine schwachen Kräfte so erschüttert haben, daß er vier Tage später aus dem Leben schied. Wien. Am 1. Dezember wurde einer der anSgezcichuctsten Männer Wiens zu Grabe getragen. Dr. Philipp Mauthucr, Hof- und Gerichts-Advokat, Vorstand der Wiener iSr. Knltnsgemcinde und VerwältungSrath mehrerer hiesiger Institute ersten Ranges, ist im besten Manucsalter gestorben. Tic Leichenfeier gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung für den Heimgegangenen: Tic hervorragendsten Persönlichkeiten der Hauptstadt cnvicscn dem Verstorbenen die letzte Ehre und in allen Thcilcn der Bevölkerung war die Thcilnabmc eine aufrichtige. LHörbö-Pinczchely» im November. Auf die in Slr.sr dieser gcsch. Blätter aus Wronkc gebrachte Notiz bezugnehmend, die vor dem Genuß der Guten, in deren er? lebende Würmchen enthaltende Blattern befindlich, wegen er?.*: rtrpii? rrn und eassi n?ÄO warnt, erlaube ich mir hiermit auf die Response» dcS o"n 28. zum und des p*r 48 das. zu verweisen, die über diese ramrfc rfcxr eingehend verhandeln, wo beide anderer Meiimng sind und übcrcinsiimmcnd dahin dezidircn, daß selbe ohne mindeste Besorguiß zu genießen erlaubt seien. Erwägend — vom Gesichtspunkte der belehrenden Erfahrung, nach bewährtem Spruche een r» 7.*r: ausgehend — daß. solche Enten feit je unzählige Mal gegessen worden, ohne daß sie etwa schädliche Folgen nach sich gezogen, und daß ferner ähnliche Würmchen beim Schlachtviche in der Lunge und den anderen Bcstandthcilen des Eingeweides — vcrgl. Jore Tca 3t und 3v Schach das. u. am. — öfter als bei den Ente» zu Tage treten, dessen ungeachtet der Genuß von dem Fleische eines solchen ThicrcS auf die Gesundheit noch niemals störend gewirkt, viel weniger der Trichiuosis nur ähnlich»'Krankheit verursacht hat, verliert meines bescheidenen Erachtens jene Dermnthnng die in benannter Notiz anSeinandergcsctzte Begründung auch darum, weil diese in den Enten befindlichen Würmer — cyr<n — an Größe undForm derDriedin» -ipirnli.« nicht im entferntesten ähnlich sind. Salomon Katz, RabbinatS-Asscffor. Schweiz. Zürich. Tnrch das am 24. ^kovember erfolgte Ableben der Frau Wiltwe Simon Pollag verlor der hiesige Francnvcrcin eines seiner treuesten und eifrigsten Mirgticdcr. Tenn seit der Gründung desselben, also beinahe ein Jahrzehnt hindurch, hat diese Frau mir bewunderungswürdiger Aufopferung die Interessen dcS Vereins wahrgcnommen und au seiner Weiterentwicklung gearbeitet. Sie war überall zu finden, wo es Gebeugte auf.zurichlen, wo es Noch zu lindem galt und obschon in letzter Zeit selbst leidend, leistete sic doch in KrankheitS- und Trauerfällen stets den opferwilligsten Beistand. Auf dem Todtcnbette noch zeigte sich ihre Liebe zum Vereine, indem fie denselben mit einer schönen Gabe bedachte und durch eine wertere Schenkung den Grundstein legre zu einem Verein für Hachnoßaß .Kalloh, mit dessen Gründung sie sich schon bei Lebzeiten getragen. Leider sollte es ihr nicht mehr vergönnt fein, denselben selbst inS Leben zu rufen! Möge das unermüdliche Wirken dieser seltenen. Fräu unserem Vereine zum Segen gereichen und dasselbe Nachahmung finden bei ollen Fronen Israel»!