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Der Israelit · 1887-12-08 · Heft 95 (8.12.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 95 (8.12.1887)
Date
1887-12-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1681 Zeitu«gS«achrichteu und Correspondeuze«. Deutschlau d. Wrefchen, n. Dezember. Am vergangenen Mittwoch wurde die irdische Hülle des am 28. v. M. nach nur achttägigem Krankenlager verstorbenen Lehrers Herrn H e r m a n n K a l l m a n n in G o st y n, welcher über ein Tezenium au der dortigen Schule und vorher eine längere Zeit im diesseitigen Kreise gewirkt, zu Grabe geleitet. In dem unabsehbaren Lcicheuzug, in welchem alle Konfessionen vertreten waren, befanden sich auch die Herren Lokalschulinspektor Pastor 5t och aus Sandbcrg und Krcisschulinspcktor Pietsch, ferner der vollzählige Magistrat, der Schulvorstand und sämmrliche Lehrer der Stadt und aus der Umgegend. Diese starke Lerheiligung legre au« besten Zcugniß ab von dem Ansehen, dessen sich der Verblichene daselbst erfreute. Tic zu Herzen dringende Leichenrede hielt Herr Tr. Jakobson aus Schrimm. Pieschen, 3. Dezember. Heute verstarb hier nach langem schwerem Leiden in dem blühendsten Manncsalter der Besten und Edelsten Einer, unser allvcrchrter Rabbiner Tr. Silberberg. Ter Schmerz und die Trauer ist allgemein. Tie Beerdigung, zu der viele auswärtige Rabbiner, u. A. Rabb. Tr. Hildesheimer ans Berlin erwartet werden, findet Ticnstag statt. n"3"s":"n Posen. Dem ncunvkerzigsten Bericht über den Stand und die Verwaltung der israclirischen Waiscn- Knabcn-Anstalt entnehmen wir: Wir haben den freudigen Umstand zu verzeichnen, daß unsere Anstalt am 15. Oktober des abgelauscncn Jahres ein halbes Jahrhundert ihres Bestehens zurückgclcgt hat. Tie Zahl der Zöglinge, denen die Anstalt im Laufe de» Jahres freien Unterhalt gewährte, betrug 24. 9lcu ausgenommen wurden im Lause des Jahres 4, cntlaffcn wurden 3. Von den Zöglingen besuchten die Mittelschule sieben, die Bürgerschule dreizehn, die zwcttc Stadtschule zwei. Ten Handscrtigkcitsuntcrrichr besuchten zwei Zöglinge. Unter der Obhut der Anstalt standen und wurden subvcntionirt 9 Lehrlinge. Von diesen traten 2 nach vollendeter Lehrzeit bei ihren bisherigen Lchrhcrren als Gehilfen ein. Eine Spende von 300 Mark wurde von der Ehrcndame, Frau Elara Milch, gelegentlich der Jubelfeier, der Anstalt übergeben, um von deren Zinsen würdige Zöglinge bei ihrem Scheiden mit Gcldunrcrstützung zu versehen. :«175 Mark -gingen als Dotationen und Legale ein. Tie Einnahme betrugen 24322 Mark, von denen 141P5 Mark verausgabt wurden. Oestcrr. - Ungar. Monarchie. Wien. Der vor wenigen Tagen hier verstorbene Privatier Theobald Üffenheimer hat nahezu sein ganzes Vermögen im Belaufe von 65,000 fl. an Wohlthängkeits-Jnstitute, insbesondere an solche der Leopoldstädt vermacht. Unter den zahlreichen derartigen Legaten erwähnen wir: 500 fl. zur Dertbeilung an würdige HauSarme, 100 fl. an die Pfründner de? GrundanncnhaufeS Leopoldstadt, je 300 fl. dem israelitischen Waisenverein, dem israelitischen Taubstummen- und Blinden-Institut und Handwcrkerverein, je 300 fl. der Allgemeinen Poliklinik, den Findlings-Asylen in 5lahlenbergerdorf und in Zillingdorf, dem Studenten - Krankenverein, den Barmherzigen Brüdern und dem Leopoldstädter Kinderspital, 200 fl. den Barmherzigen Schwestern, je 300 fl. der israelitischen und christlichen Volksküche in der Leopoldstädt, je 300 fl. der christlichen und. der israelitischenKinder-Bewahranstalt daselbst, 1000 fl. der „Eoncordia" und deren Wittwen- und Waisenstiftung u. s. w.; weiters mehrere Stiftungen mit je 10,000 fl. Rente, und zwar eine derartige Stndentcnstiftung, deren Zinsen in vier Stipendien, jährlich altcrnirend, an christliche und israelitische Studirende, eine Gewerbestistung mit 10,000 fl., deren Zinsen an je zwei christliche und zwei israelitische hcrabgekommene Gcwcrbsleute zu verlhcilen find: endlich eine Hcirathsa'.lsstattungS-§tisttmg von 10,000 fl. Rente für zwei Mädchen israelitischer Konfession. Zu Stiftungs-Euratoren 'wurden bestellt: für die Studcntenstiftung der Bürgermeister und die Bürgermeister-Stellvertreter in Wien; für die Gewerbestistung die Bczirksvertrettntg der Leopoldstadt: so weit cs sich ferner um die Betheilung von Israeliten handelt, der Vorsteher der israelitischen Knltusgcmcinde und in allen Fällen die Gemcindcräthe Simon und Dr. Stern. — Dieses Testament hängt mit einem düsteren Geheimnisse zusammen, welches den Erblasser seit seiner Jugend durchs Leben begleitete und das erste kurz vor dessen Tode seine unvcrmuthcte Lösung fand. An der Schwelle des Todes mußte der 85jährige Greis die traurige Gewißheit erlangen, daß sein Vater, den er als unmündiges .Kind verloren hatte, das Opfer eines Verbrechens geworden war. Herr Theobald Ufienhcimcr stammte aus Prcßburg, wo sein Later Abraham als Juwclenhändler ansässig war. Vor etwa 75 Jahren — der Sohn war damals noch ein kleiner.Knabe — verschwand Abraham Nssenheimer plötzlich in mysteriöser Weise. Er war unter dem Vorwände, daß ein Fremder mit ihm ein Geschäft machen wolle, sammt seinem Iuwelenkasteu

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