Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 94 (5.12.1887)
- Date
- 1887-12-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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166S bcns mn rach einem überzeugenden Erklännrgsgrunde für die starke Vertretung der Rekruten kleine» Wuchses; das zahlreiche jüdischeElement dieses (Gebietes hat, wie eine Vergleichung mit den übrigen 17 Gouvernements der AnsiedelungSbcrcchtigung der Juden lehrt, in dieser Hinsicht keine Einwirkung geübt: Bcffarabicn z. K. lieferte nur 0,57 Prozent Rekruten dieser Gruppe. Zu der Erklänmg der vom Herold bereits behandelten häufigen Entziehung vom Militärdienste seitens der russischen Juden find abgesehen von einer ganzen Reihe von Tharsachcn und Verhältnissen, die solches verursachen, auch folgende Ausführungen dieses Blattes, hcranzuzichen: Dis zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde in Rußland auf den Bildnugestand der NntcrmilitärS, als aus etwas vollkommen klebensächliches, gar kein Gewicht gelegt: waren ja doch ausschließlich nur der Bauernstand und der Stand der städtischen Lrleindürgcr zur Rekrurcnsrcllung verpstichrct, also gerade nur jene unterste» Stände, ans denen alle Diejenigen gesetzlich als ausgetreten bctrachtet wurden, die einen gewr»cn Bildungsgang dnrchgcmachl, oder einen Elasscnrang im Staatsdienst sich erworben, oder ferner durch lyimrit in bestimmte höhere Gilden :c. sich über das Turchschiiittsnivcau jener beiden rrknuenpstichtigen Stände erhoben hauen. Tocnmentirtc sich ja auch in dem Umstande, dast bis vor noch nicht sehr langer Zeit die Einreihung unter die Rekruten, respektive die Dcgradirung von Offizieren zum gemeinen Soldaten als Strafe verhängt wurde, der Gesichtspunkt, dast die Zugehörigkeit zur Kategorie der Uutcrmililärs nicht gerade als etwas sehr Ehrenvolles, eher schon als das Gcgcnlhci!, zu bmadjici: fei. Es war daher Ir der, um der also gearteteren Tkcnstpstichr zu entgehen, eifrigst bemüht, sich aus jenen beiden Ständen hcraüszuarbeitcn, soweit nur irgend das Gesetz die Möglichkeit und die Handhabe dazu bot. (rtfuden noch leibeigenen Theil der Bauerschaft war diese Möglichkeit gar nicht vorhanden.) Tie uorhwendigc Folge davon war, dast in der Gcsauuntmasse der Uutervnlirärs das gebildetere Element der GcfcUschafl vollständig ohne Vertretung blieb, um so mehr, als der Eharaklcr der zur Aufrechterhaltung der uiilirärischen Disciplin verhängten Strafen, sowie die übliche, höchst nichtachtcndc Behandlung der gemeinen Soldaten seitens ihrer nächsten Vorgesetzten, vom Uutcrosfizier an auswärts, endlich die Mängel der Easernirung und Verpflegung die Bctheiligung der sogenannten besseren Stände an dieser untersten Schichte des Wehrstandes an sich vollkommen unmöglich machte». Erst die allgemeine Wchrpsticht brachte .in die unteren Schichten des Militärs das Element der höheren Stände und der fortgeschritteneren Bildung hinein. Tie Armee, wie sie noch vor 30—40 Jahren bestand, war daher von der aus dem neuen Wehrgcsetz hcrvorgchcuden in den allerwescutlichtzen Stücken abweichend, und wer damals Gelegenheit gestabt hat, die rohe brutale Behandlung, die dem gemeinen Soldaten auf den Exercicrplätzen zu Thcil wurde, sich anzuschen, der weist den enormen Fonschritt zu schätzen, der sich in der aus diesem Gesetz resultirenden Hebung des nwralischen und geistigen Niveaus unserer neuzeitlichen Armee zu erkennen gibt. Wer damals zum Nckrntcn ausgehobcn wurde, der galt moralisch als gestorben, über den wurden die Akten geschlossen, denn kehrte er nach 20—25jährigcm aufreibendem Tienfte überhaupt noch zurück, so war er meistunbrauchbar und verkommen, nur noch eine Last seiner Hcimathgcmeinde. Jetzt sind die vordem mit dem Eintritt in den Frontdienst verbunden gewesenen Schrecken vollständig geschwunden, doch fanden sie bei der ersten, aus Grund des neuen WehrgefetzeS im Jahre ls74 vorgenommeuen Aushebung noch einen charakteristischen Widerhall in dem Selbstmorde mehrerer^ Personen der höheren Stände, denen das von ihnen gezogene Loos den Eintritt in den nieder» Militärdienst vorgeschriebe» hatte. Es ist selbstverständlich, dast die Erinnerung an diese früheren Schrecken des Militärdienstes, die den Inden gcwist mehr als jeden Anderen trafen, nach kaum zehn Jahren noch vollkommen lebendig unter den niederen Schichten der Juden fein must, zumal die russischen Juden auch heute wahrhaftig feine Licbcsbcwcrse von ihrer Regierung erfahren. Afrika. Snsa. Das Eeutralcomite der A. 3- H. hat über die Stadt und Gemeinde Susa folgende interessante Mrttheilungcn erhalten. Vom Schiff aus bietet die Stadl einen sauberen, erfreulichen Anblick; sic ist auf einer sann anstclgcndcn Anhöhe erbaut und von einer frenelirtcn Blauer umgeben, die an die Städte des Mittelalters erinnert; in einer kleinen halben Stunde kann mau dieselbe umschrciten; drei groste Tborc geben Einlast in die Stadt; zwei von der Hafenscile und eins in der oberen Sladtgcgcnd. Tie Häuser haben alle die Eubikform und blenden von weiten durch ihre weiße Farbe. Tas Innere