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Der Israelit · 1887-12-05 · Heft 94 (5.12.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 94 (5.12.1887)
Date
1887-12-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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auch Christen und Mohamedancr, das danken wir dem Heldenmuth der Makkabäer. Ihrem Glaubenseifer danken wir es auch, wenn die blinde Nachäffung alle? Griechischen, der jene Hellenisten fröhnten, nicht daS eigenthümlich Jüdische erstickte und so der Well das wichtigste Culturclement erhalten blieb. In heutiger Zeit haben wir weit weniger mit unseren Feinden zu kämpfen, nicht von außen droht unserem Glauben Gefahr, aber von den Nachfolgern jener Hellenisten, die nicht genug rhun können alles Jüdische oder wie sie sagen „Unmoderneabzustrcifen. Waren cs in jenen Makkabäcrzeiren nur wenige, die ganz absiclcn, so waren doch gar manche, die sich gerne modernisirt hätten, das hieß in jenen Zeiten gräcisirt, und sie scheuten selbst schmerzhafte Operationen nicht, nm die Leschncidung unwirksam zu machen und sie «vertraten alle Spcncgcscke, um nur zu griechischen Gymnasien und Gastmählcrn zugelässen zu werden. Als aber die Roth kam. da gingen auch jenen die Augen ans und sie warfen das halbgriechische Wesen von sich, um ganze Juden zu werden; die Anderen aber, die sich nicht von dem griechischen Wesen trennen konnten, wurde Vcrräthcr an ihrem Volke. So sehen wir auch in heutiger Zeit jene große Zahl der Halben, die so viele unserer Gesetze übertreten, um den andern Völkern ähnlich zu werden, auch ihnen wird die Zeit der kt lärmig kommen, da sie cinsehcn, daß sie nicht Juden bleiben und die jüdische Gesetze übertreten können, daß sie nur wählen können, entweder ganz Juden zu sein oder abznfallen vom jüdischen Glauben und jüdischen Volk. Möge diese Zeit kommen ohne die Zeiten der Roth, wie sie der Einsetzung des Ehanukahfcstes vorangingcn. Bamberg. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. . Aus Schlesien. Der Vorsitzende des deutschisraelitischen Gcmeindebundcs versendet an alle Gemeinden einen hebräischen und deutschen Entwurf zum Gebet für die Genesung des deutschen Kronprinzen. Herr Tr. Kriftel!er bemerkt zugleich darin, daß das Gebet vom Nabbinaie in Berlin verfaßt worden sei. Ta muß man sich aber wundern, daß von Seiten dieser Herren Gelehrten der Druckfehler np* *6 xn statt np' tc uuverbessert geblieben ist. Mehr noch aber muß cs Wun« der nehmen, daß darin ein gehöriger grammatischer Schnitzer gemacht worden ist. Es heißt nämlich darin *K:n^ statt 1T\N%2^ analog dem V®0p3 im 2. Buche Samuels, Cap. 21, B. 2. Haben auch die Mitglieder des Berliner Rabbinats bisher auf talmudifchem Gebiete Nichts geleistet, so hätte man doch crwancn sollen, daß sic auf dem Gebiete der hebräischen Grammatik heimisch seien! Marburg»!. Dez. In Sachen des demnächst zur Verhandlung kommenden Preßproz e s s e s gegen einen antisemitischen Redacteur hat der Gerichtshof beschlossen, von folgenden drei Sachverständigen ein Gutachten über den Talmud einzuholen, in erster Reihe von Prof. Paul de Lagarde in Güttingen, in zweiter Reihe von Pros. Delitzsch in Leipzig und m letzter von dem jüdischen Prof, der Philosophie Cohen in Marburg. Dem dringenden Anträge des Staatsanwalts, einen Rabbiner als Sachverständigen zu laden, ist bis zur Stunde nicht siatigegeden worden. Meifcnheim, 15. Nov. Herr Unrich, der Lehrer der israelitischen Schule, welcher krankheüshalber schon seit Jahresfrist an der Ausübung seines Amtes verhindert war, ist nun in den wohlverdienten Ruhestand gcttetcn. Für seine große Treue und seinen Pflichteifer während seiner fünfzigjährigen Wirksamkeit wurde ihm von Sr. Majestät «üfeuii König der Adler des Hshenzollernschen Hausordens verliehen. Anläßlich der Ucberrcichung desselben fand heute Morgen in dem ehemaligen Schulsaale des Jubilars eine einfache, erhebende Feier statt. Nach Absingung eines Liedes seircus der zur Confcrenz dadicr versammelten Lehrer des Confercuzbczirks Meisenheim dckorirte Herr Landrath Schlenther, im Auftrag der König!. Regierung Herrn Unrich. Herr Kreisschulinspecror Borncmann gedachte in lobender Anerkennung der gewiffcnhastcu, treuen Amtsführung desselben. Herr Lehrer Martin beglückwünschte den Tckorirten im Namen seiner Kollegen und gedachte des liebevollen kollcgialischcn Entgegenkommens desselben. Auch Herr Superintendent Gcrlach drückte ihm die herzlichsten Glückwünsche aus. Als der Vertreter der Gemeinde war Herr Bürgermeister v. Holwede erschienen. Tief ergriffen dankte Herr Unrich für die ihm gewordene Auszeichnung und die herzlichen Glückwünsche. Von ganzem Herzen stimmen wir ein in den Wunsch der Gratulanten, dem Jubilar möge nach so langjähriger mühvoller aber auch segensreicher Lchrenhätigkeit ein langer ungetrübter Lebensabend befchieden sein. Ocsterr.» Ungar. Monarchie. Wien» 30. November. Der Unterrichtsminister v. Gaursch richtete an die Statthalter in Prag und

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