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Der Israelit · 1887-12-05 · Heft 94 (5.12.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 94 (5.12.1887)
Date
1887-12-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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denen der Allgütige sein Volk wunderbar errettete, beanspruchen zwei die höchste Bedeutung, Purim und das Fest der Lichter, Cbanukah, das wir bald wieder feiern werden. Die Werkzeuge der Rettung freilich sind in der beschichte des Purim und des Ehanukah gar sehr verschieden. Um die Ranke Hamansnnd der Hasser Israels scheitern;» machen, bediente sich die gütige Vorsehung eines WcibcS, der (Esther, und deren (Erziehers, des Mordechai, sie crnngen die Gunst des Königs und Haman endete am Galgen, die Juden aber waren von ihrer Roth befreit, noch ehe sie die bittere Trübsal zu kosten brauchten. Anders die Geschichte, die uns das Ehanukahfcst zurückrnft. Veranlaßt durch die Ränke jener zu den Griechen abgcfallcncn Inden will der König Antiochus EpprhaneS ein ganzes Volk eines Glau» bens berauben und da eS nicht von der Religion seiner Väter lasten will, da wüthet er gegen dasselbe mit Feuer und Schwert. Der Götzendiener. der vielen Göttern opferte und doch nur sich selbst als Gottheit anerkannte, er konnte cs gar riicht fasten, daß so viele Tausende einen einzige» Gott aubctcn sollten, ohne ein Bild von ihm zu haben, daß sic sich lieber martern ließen, als seinen Götzen anzufichcn und die Gesetze zu übertreten. Er überzog mit seiner gewaltigen Macht, die so viele Soldaten zählte, wie das jüdische Volk damals kaum Seelen, das kleine Ländchcn Judaea, uni jeden Widerstand zu unterdrücken. Aber die Helden Israels zagten nicht, zu Hnridcrtcn sielen die Märtyrer, die sich lieber hinschlachten ließen, als jenes wahirsinnigcn Königs Gebote zu folgen, wer fliehen konnte, floh, wem aber das Entkommen nicht gelang, der mußte unter den schrecklichsten Qualen sterben, wenn er nicht Schweinefleisch eilen oder den Götzen opfern wollte. Bald war Jerusalem verödet und auch auS den anderen Städten flohen die Bewohner in die Wüste und die Gebirge und nur sehr wenige fanden sich in Jerusalem bereit von ihrem Volke abzutallen. Da schien es zu Ende zu gehen mit dem Volke Israel und der König und jene feigen Vcrräthcr schienen triumphircn zu sollen. Aber der Gort Israels, der sein Volk nie verläßt, erweckte ihm den Retter, jener Zeit wohnte in der Stadt Äodin ein angesehener Mann ans pricftcrlichcm Gcschlcchrc, des Namens Mattathia. Der hatte einst den Boten der Syrer, der auch ihn zwingen wollte, auf dem Grcuclalrar zu opfern, gerödtet nebst einem abtrünnigen Juden, der zum Qpt'crn bereit gewesen war, dann aber war er in das Gcbirg geflohen. Hier versammelte sich um ihn, wer noch von den gesetzestreuen Juden übrig war und Muth zum Kampf hatte, und mit dieser kleine» Schaar durchzog er die Landstädte Judäas im kleinen Kriege gegen die Syrer. Rach seinem Tode aber übernahm sein Sohn Juda, die schönste Hcldcnblüthe, die das spätere Israel hervorgebracht, mit dem Beinamen Maccabi die Führung und führte mit den uuu stetig anwachfenden Schaaren den Krieg auch im Großen. Eine ganze Reihe siegreicher Schlachten, bei Bcthcron, Emmaus und Bethzar entschieden zu Gunstcu der Juden und zwangen die Syrer das Land zu räumen, nur in der Burg zu Jerusalem blieb noch eine syrische Besatzung zurück, bei der jene verräthcrischen Hellenisten Zuflucht fanden. Sieggckrönt zog Juda Makkabi in Jerusalem ein, reinigte den Tempel und wcihcte ihn von Neuem dem Dienste des Einzig-Einigen. Damit waren auch die größten Drangsale vorbei und in dankbarem Sinne beschloß das Volk dieses Wcihefcst jahraus, jahrein zu feiern als Erinnerung an die wunderbare Errettung in der Noth. So entstand Ehanukah und war so recht ein Freudenfest, daS gleichzeitig die muthigc Glandeustreue dcS Volkes, feine hcldenmüthige Tapferkeit uud vor allen Dingen den Schutz unseres Gottes bezeugt. Viel zu wenig gewürdigt noch dis in unsere Tage ist die Bedeutung jener Makkabäerkämpfe, in denen die bedrängte jüdische Nation zugleich ihre religiöse und nationale Existenz rettete. Schon allein das Vcrhältniß der beiden Parteien stempelt diese Kriege zu iu der Geschichte beispiellosen, denn wo ist cs erhört, daß ein Volk friedlicher Bürger, das nie die Waffen geführt hat, sich erhebt, um ohne .Rüsturrgcn und Schwerter die starken, wohlgcpanzerten, so vlclsach überlegenen Feinde, lauter kriegsgcübrc Soldaten unter derühnttcn Feldherren, in immer wiederholten Kämpfen bis zur Vernichtung zu schlagen! Llme Kriegsmaschinen erstürmen die Juden die festesten Plätze und vertheidigen sie erfolgreich gegen die mit allen KriegSmittcln ausgerüsteten Feinde. Im Kampfe aber werden sic zu einer kriegerischen Nation, stark genug, um gegen alle Nachbarvölker sich zu wehren. Größer noch als der Kampf aber ist der Preis desselben. Sticht Land, noch Leute, nicht Geld noch Gut. auch nicht einmal die Weltherrschaft reichen an diese» KampfesprciS heran. Es war die Religion unseres einzig-einigen Gottes, die die Makkabäer vcrthcioigtcn und das Volk dieses GorteS, das sie vor den syrischen Bedrängern retteten. Sic vcrrhcidigten die jüdische Moral und de« Glauben an einen Gott gegen griechische Unowral und Götzcnrhum. Was wir in unserer heutigen Gesittung Moralisches haben, nicht blos wir Juden,

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