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Der Israelit · 1887-12-05 · Heft 94 (5.12.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 94 (5.12.1887)
Date
1887-12-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1664 nach der Beleuchtung der Tradition entgegentritt, ms Auge fassen. Tie heilige Schritt verschweigt nnS die Fehler des sicdcnzchnjährigcn Jünglings nicht, ->js xvn er ist noch recht kindisch und eitel t vergleiche Raschi); er spielt seinen Brüdern gegenüber nicht allein den Angeber, sondern erste"! anch die unschuldigen Tinge, die sie thnn. in ein böses Licht; er strebt nach Macht und Herrschaft und hat nicht allein dementsprechende Träume, sondern macht sich mit diesen groß, indem er sie seinem Vater und seinen Brüdern erzählt. Ter Neid und der Haß der Brüder führt diese zur Gcwalrthat. Erst wollen sic ihn tobten; aber auf Juda's Abmahnung schonen sie sein Leben und verlausen ihn als Sklaven. Welch' plötzlicher Wandel in dem Geschicke des bisher verhätschelten Jünglings! Er, der Sohn eines reichbegüterten Fürsten, der sich schon als künftigen Herrscher geträumt hat, ist nun plötzlich seiner Freiheit beraubt, wird gefangen hinwcggcschlcppt, um auf dem Sklaventum kre an den Mclstdictcndcn verkauft zu werden! Wahrlich, der bedauerSwerlhe Jüngling hatte genug gebüßt für sein geringes Bcrgchcu. Als nun im Hause des Poliphar sein Geschick sich wieder günstig gestaltete, warum mußte er auf's Neue so furchtbaren Leiden cntgegcngeschlcudcrt werden? Er hätte ja. vorn Hause des Poliphar aus. an den Hof Pharao's kommen und dort durch seine große geistige Beanlagung bis zur höchsten Höhe emporsteigen können. Warum mußte er beinahe dreizehn Jahre lang im unterirdischen Kerker schmachten? Unsre Weisen im Midrasch geben uns Auskunft darüber. Joseph war wie kein Anderer von der holten Aufgabe durchdrungen, welche den Nachkommen AbrahamS zu Theil ist worden. Er wollte in keiner Weise seinen großen Ahnen nachstcben. So Jemand im ruhigen Gange der Ereignisse dadinlcdt, niemals großen Verführungen und Versuchungen anSgesetzt ist, so kann er wohl immer auf dem Wege der Tugend und Gottesfurcht beharren, nicht aber kann er die ihm inncwodnende sittliche und geistige Kraft genugsam bewähren, nicht kann er diese Kraft stärken im Kampfe gegen die Sünde und nicht wird er zu den Heroen der Menschheit gezählt werden. Wer aber harte Prüfungen zu überwinden hat. wer auS schweren Kämpfen siegreich hervorgcht, der ist wahrhaft groß. Ein solcher war Abraham. Zu zehn verschiedenen Malen war er den schwersten Versuchungen anSgesetzt, und aus allen ging er als ein Ucberwindcr bervor. Teßdald wurde er der Vater und Lehrer des Menschengeschlechts. Auch feinem Sohne und Erbcu Jizchak, blieben die schweren Prüfungen nicht erspart. Mehr als Vater und Großvater hatte Jakob zu dulden, zu leiden und zu kämpfen. Auch Joseph fühlte die Kraft in sich, den Versuchungen zu widerstehen, zu kämpfen und zu überwinden. Nicht zufrieden war er niit dem heitern Loose eines Herrschers in dem fürstlichen Hause Potiphars: er sehnte sich danach. Großes und Bedeutendes zu leisten; deßhalb sprach er, wie unsere Weisen im Midrasch erzählen, zu Gott: :x ':x ^-,0:23 *07: ,rcizi sex ."u: rrx xrrr ,c~a -irr -nx noaa *pn „Meine Voreltern wurden harten und schweren Prüfungen anSgesetzt, nnd ich soll thatenlos mein Leben in 3tnhc und Frieden verbringen? Ta sprach zu ihm der Heilige, gelobt sei Er: Bei deinem Leben. Ich werde dich härter prüfen als cs Jenen geschehen! Und es war nach diesen Worten, da erhob die Frau seines Herrn ihre Augen zu Joseph." Die heilige Schrift erzählt uns nun, wie heldcnmüthig Joseph der Verführung widerstanden, die Versuchung überwunden hat, daß er dann, von dem verführerischen Weide verleumdet, von seinem Herrn in ein unterirdisches Verließ geworfen wurde. „Und cs nahm der Herr Josephs ihn, und er gab ihn in das Gesängniß, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs gefangen waren, und er war dort im Gefängnisse." Was Joseph im Gefängnisse gelitten, wird uns hier verschwiegen; es wird uns nur erzählt, daß Joseph die Gunst des Kerkermeisters gewonnen und zum Aufseher über die übrigen Gefangenen gesetzt wurde. An einer andern Stelle der heiligen Schrift jedoch (Psalm 105, V. iS) erfahren wir. daß es ihm nicht gleich so glimpflich ergangen. „Sie zwangen in den Block seine Füße, sein Leib wurde in Eisen geschmiedet." Auch hier, in unserer Sidrah, wird diese LcidenSpcriode arrgedeutet. Tie Worte: "" vw r.-ia zr. „Und er war dort im Gefängnisse", erscheinen überflüssig. Sie deuten jedoch au, daß. bevor sciu Geschick auch im Gefängnisse sich zum Besseren gestaltcre, er dort schwere Leiden zu ccdUiden hätte, wie cs den Eingckcrkcrtcu in alten Zeiten zu ergehen pstcgtc. Warum man ibnin den Block spannte, wcßhalb mau ihn in Eisen schmiedete, das berichten uns unsere Weisen im Midrasch. (Schluß folgt.) Löamckaö und seine Kedeulmrg. Von beit zahlreichen Festtagen, die unsere Weisen seit dem Wiederaufbau des Tempels emfctztcu als Gedenktage an jene häufigen Zeiten der Roth, « V

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