Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 94 (5.12.1887)
- Date
- 1887-12-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2665 denen der Allgütige sein Volk wunderbar errettete, beanspruchen zwei die höchste Bedeutung, Purim und das Fest der Lichter, Cbanukah, das wir bald wieder feiern werden. Die Werkzeuge der .Rettung freilich und in der Geschichte dcS Purim uud des phanulah gar sehr verschieden, lim die Ranke -HamanS und der Hasser Israels scheitern zu machen, bediente sich die gütige Vorsehung eines Weibes, der Esther, und deren Erziehers, des Mordechai, sie erringen die Gunst des Königs und Haman endete am Galgen, die Juden aber waren von ihrer Noch befreit, noch ehe sic die bittere Trübsal zu kosten brauchten. Anders die Geschichte, die unS daS Ebannkahfcst zurückruft. Veranlaßt durch die Ränke jener zu den Griechen abgcsallcnen Juden will der König AntiochuS EppihaneS ein ganzes Volk eines Glaubens berauben und da eS nicht von der Religion feiner Väter lassen will, da wüthet er gegen dasiclbe mit Feuer und Schwert. Ter Götzendiener. der viele» Göttern opferte und doch nur sich selbst als Gottheit anerkannte, er konnte cs gar nicht fassen, daß so viele Tausende einen einzigen Gott anbclen sollten, ohne ein Bild von ihm zu haben, daß sic sich lieber martern ließe», atS seinen Gösen anzuflclrcn und die Gesetze zu übertreten. Er überzog mit seiner gewaltigen Macht, die so viele Soldaten zählte, wie das jüdische Volk damals kaum Seelen, das kleine Ländchcn Judaea, um jeden Widerstand zu unterdrücken. Aber die Helden Israels zagten nicht, zn Hunderten siclcu die Märtyrer, die sich lieber hinschlachten ließen, als jenes wahnsinnige» Königs Gebote zn folgen, wer fliehen konnte, sioh. wem aber das Einkommen nicht gcla:»g, der mußte' unter den schrecklichsten Qualen sterben, wenn er nicht Schweinefleisch essen oder den Gösen opfern wollte. Bald war Jerusalem verödet und auch aus den anderen Städten flohen die Bewohner in die Wüste nnd die Gebirge und nur sehr wenige fanden sich in Jerusalem bereit von ihrem Volke adzufallen. Ta schien es zn Ende zn gehen mir dem Volle Israel und der König und jene feigen Vcrräthcr schienen triumphiren zu sollen. Aber der Gott Israel?, der sein Volk nie verläßt, erweckte ihm den Retter, Zu jener Zeit wohnte in der Stadt Modi» ein angesehener Mann ans pricstcrlichcn: Gcschlcchtc, des Namens Manathia. Der harre einst den Boten der Syrer, der auch ihn zwingen wollte, ans dem Greuclalrar zn opfern, gerödlet nebst einem abtrünnigen Inden, der zmn Qpscrn bereit gewesen war, dann aber war er in das Gebirg geflohen. Hier versammelte sich um ihn, wer noch von den gesetzestreucn Juden übrig war und Muth zum Kampf hatte, und mit dieser kleine« Schaar durchzog er die Landstädte Judäas im kleinen Kriege gegen die Syrer. Nach seinem Tode aber übernahm sein Sohn Juda, die schönste Heldcnblürhe, die daö spätere Israel hcrvorgcbracht, mit dem Beinamen Maccabi die Führung und führte mit den nun stetig anwachfcndcn Schaarcn den Krieg auch im Großen. Eine ganze Reihe siegreicher Schlachten, bei Bcthcron, Emmaus und Bethzar entschieden zu Gunsten der Juden und zwangen die Syrer das Land zu raunten, nur in der Burg zu Jerusalem blieb noch eine syrische Besatzung zurück, bei der jene verräthcrischen Hellenisten Zuflucht fanden. Sicggekrönt zog Juda Makkabi in Jerusalem ein, reinigte den Tempel und wcihcte ihn von Neuem dem Dienste des Einzig-Einigen. Damit waren auch die größten Drangsale vorbei und in dankbarem Sinne beschloß das Volk dieses Wcihefest jahraus, jahrein zu feiern als Eriimcrung an die wunderbare Errettung in der Roth. So entstand Ehanukah und war so recht ein Freudenfest, daS gleichzeitig die muthigc GlanbcnStreue dcS Volkes, feinehcldcnmnthigc Tapferkeit und vor allen Dingen den Schutz unseres Gottes bezeugt. Viel zu wenig gewürdigt noch dis in unsere Tage ist die Bedeutung jener Makkabäerkämpfc, in denen die bedrängte jüdische Nation zugleich ihre religiöse und nationale Existenz rettete. Schon allein das Verhältnis; der beiden Parteien stempelt diese Kriege zu in der Geschichte dcispielloscn. denn wo ist cs erhört, daß ein Volk friedlicher Bürger, das nie die Wasscn geführt hat, sich erhebt, um ohne Rüstungen und Schwerter die starken, wohl gepanzerten. so vrclsach überlegenen Feinde, lauter kricgsgcübtc Soldaten unter berühmten Feldherren, in immer wiederholten Kämpfen bis zur Vernichtung zu schlagen! Ohne Kriegsmaschinen erstürmen die Juden die festesten Plätze und vcrthcidigen sie erfolgreich gegen die mit allen Kricgsmittcln ausgerüsteten Feinde. Im Kampfe aber werden sic zu einer kriegerischen Nation, stark genug, um gegen alle Nachbarvölker sich zu wehre». Größer noch als der Kampf aber ist der Preis desselben. Nicht Land, noch Leute, nicht Geld noch Gut. auch nicht einmal die Weltherrschaft - reichen an diesen KampfcsprciS heran. Es war die Religion unseres einzig-einigen GotteS, die die Makkabäer vcrthcioigtcn und das Volk dieses Gottes. daS sic vor den syrischen Bedrängern retteten. Sic vcnhcidigten die jüdische Moral und den Glauben an einen Gott gegen griechische Unmoral und Göpenthum. Was wir in unserer heutigen Gesittung Moralisches haben, nicht blos wir Juden,