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Der Israelit · 1887-12-01 · Heft 93 (1.12.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 93 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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brr dieses gleichfalls einen Nachruf im „Israelit" gewidmet hat. Rabbi Salomon Eastcüi war nicht nur mit der Krone der Thora, sondern auch der der Gottesfurcht geschmückt 772 rm trm und hat er mehr als einen seiner Glaübcnsbrüder durch seine Bcrcdtsamkert und seinen Eifer für unfern heiligen Glauben vom Pfade der Sünde zunrckzchalten. Auch für das Seelenheil der Jugend wirkte er eifrig, da er den Religionsunterricht an den hiesigen Ge» mcindcschttlcn zu besorgen hatte. Nun ruhen die beiden Schwäger im kühlen Grabe und schlummern so der Stunde der Auferstehung entgegen. t«n 't crrasro vrun crftro. Türkei. Salonichi, 21. Nov. Meinem Schreiben vorn 17. d. werden Sie wohl entnommeu haben, daß unser ncugcwähltcr Ehacham-Bascki, Rabbi Jakob 6hananjahEowo, einstimmig zu diesem heiligen aber auch ehrenvollen und einträglichen Amte berufen ist worden. Nach dem Tode unseres vorigen OberradbrrrcrS, Rabbi Samuel Jakob Arditi j?"j, richteten sich sogleich die Blicke unserer Gemeindegenossen aus den Nosch Bclh-Tin, Rabbi Merr Nachmias, und allgemein wurde der Wunsch laut, dieser große Gelehrte, dessen Frömmigkeit hier sprichwörtlich ist, möge nun aus den verwaisten Rabbinmsstuhl gesetzt werden. Indessen erhoben sich schon damals einige warnende Stimmen gegen dieses Vorhaben und zrvar nicht deshalb, weil ne Rabbi Meier Rachmias für unwürdig hielten, diesen hohen Posten zu bekleiden oder daß sie etwa sein immenses, jüdisches Wissen bemängelten, sondern nur deshalb, weil derselbe schon nahe den Achtzig und dabei auch sehr gebrechlich ist. Nun in der Posten eines LbcrrabbmcrS der Gemeinde von Salonichi, welche die größte des türkischen Reiches, vielleicht sogar auch des ganzen Erdballs ist, denn sie zählt ungefähr 70,000 Seelen, und wo der Rabbiner nicht nur Seelsorger, sondern zugleich auch Richter sein muß, mit großer BerautworUichkekt verbunden. Man fragte sich daher allgemein, ob unsere Gemeinde keine Sünde an sich und an dem gcnannl.cn ehrwürdigen Greise begehe» würde, falls sie ihm eine so große Last aufbürdcn würde. Auch darf ja nicht außer Acht gelassen werden, daß der Oihachüw-Baschi von Salonichi kraft seiner Würde Sitz und Stimme im Berwaltrmgsrathe der Provinz (Mcdjliß) hat, und da ist cs nun notwendig, daß derselbe auch die Landessprache, das Türkische, sprechen und schreiben soll, nm sich mit den Behörden verständigen zu können*). Slua ist Rabbi Mir *) Die Rabbiner der euroväijchcn Türkei haben rf bisher Nachmias zwar ein großer Kenner des Talmuds und der einschlägigen rabbinischeu Werke, aber vom Türkischen versteht er ebensowenig, wie 72 V-crr* ctoV c-Ti, sein eben verstorbener Vorgänger ün Amte, da seine Muttersprache das Svam'olische ist und auch dieses kann er nur mit hebräische» Lettern schreiben. Unsere Gemeinde war daher schon seit Jahren nicht mehr vertreten im Provinzialrathe und dieses natürlich zu ihrem eigenen Schaden. Auch Rabbi Mcir Nachmias gelangte bald zur Ueberzeuguog, daß er für diesen hohen Posten nicht geeignet sei, und klagte er daher bald mit Moses: tc?t 72 -« cra-n C2srs crrre *-n\ Langsam gewann mau nun hier die Ucberzcngung, daß unser Rabbinat nur einer jüngeren Kraft anvertrant werden dürfe und zwar ckner solchen Person, die auch des Türkischen gehörig mächtig ist. Tie Blicke unserer Gcmcindemirglieder richteten sich daher allmählich aut den Neffen und Schwiegersohn unseres vor etwa fünfzehn Jahren verstorbenen Lbcrrabbiners, Ehacham Jakob Ehananjah Eowo, der rin großer Lamdan ist, dabei aber auch eine schöne weltliche Bildung besitzt — er sungirte bisher alsJnsvcctor unserer Gcmcmdct'chulen — und was am meisten dabei in die Wagschale fällt, ist, daß er auch geläufig türkisch spricht. Unser Eultnsvorstand stellte daher Rabbi Ehananjah Eowo als einzigen Kandidaten für den erledigten Posten eines Ehacham-Baschi auf und als es nun vor einigen Tagen zur Wahl kam. da ging dieser Eandidat als Sieger aus der Wahlurne hervor und zwar mit Einhelligkeit. Ter Eultusvorstand begad sich in corpore in die Wohnung des Nengcwähltcn, um ihm eine Abschrift dcS Wahlprotokolls vorzulegen und ihm zugleich seine Glückwünsche darzubringcn. In seiner Erwiderung betonte dann der Ncngewählte, daß er sich glücklich schätze, zum Nachfolger seines in Gott ruhenden Lnkcls und Schwiegervaters gewählt worden zu sein, und werde er nun auch in betten Fußrapfen treten, um die alten Institutionen und den Frieden der Gemeinde aufrecht zu erhalten und Jedem, der vor seinem Nichrcrstnhlc erscheint, fein volles Recht werden zu lasten, Unterdessen hatte sich in der Stadt das Gerücht von dem Ausgange der Wahl gewöbnlich unicitaiTcn. ba§ Türkische erlernen, ba auf de» aas b;r.tn ne ihre LusdUdung erdielrea. diese ^vrache, die vr.ii btnt Hebräischen in gar keinem Zusammenhang Petz.', vervönr in. Als 14a« die einen svanikchrn Juden in der Türke: länderen. du konnren ne sich mir den Behörden da sei dir nur mitttlü der arabischen Sprache, die ne ans Lvanir» mirgedrach: hauen, oder mintl« des Iralirnischen verständigen.

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