Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 93 (1.12.1887)
- Date
- 1887-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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•;^#iBS*a*aagiBweaBffisii&B*aa!i|9!aiasi|MBagwai,ia”»^^ 1651 doch fast ohne jede Beaufsichtigung sind, nur koscheres Fleisch zur Anfertigung ihrer Waarcn verwenden sollen. Zn einem Prozesse, den erst jüngsthin der Fleischsclcher Löwy gegen eine» hiesigen jüdischen Fleischhancr angestrengt, weit dieser von ihm behauptete, er verwende Pserdcsicisch zur Erzeugung seiner Wurstwaarcn, konnte Letzterer leinen Beweis für feine Bchauvtungc» erbringen und wurde er daher vom Gerichte der Verleumdung halber schwer bestraft. Ucbrigcns ist cs hier stadtbekannt, daß unsere wahrhaft Frommen und Gottessürcktigen keine besondere Vorliebe für die Waarcn dieses Herrn zeigen nnd sich lieber an den Erzeugnissen des Herrn Thcumann dclcctircn, obwohl ein sichtliches religiöses Mono für die Bevorzugung dieses Herrn gar nicht vorlicgt. Wohl ist es wahr, daß gegen Thenmann'S Waare bisher noch keine religiöseKlage erhoben wurde; aber nw nrs *r>o tö und ist dies noch iimiter kein Beweggrund, nur diesen Hemr und seine Waarcn als erhaben über jedem religiösen Gewissens-, scrupcl hrnzustcllcn. Was dann die (Ui minorum gentium, die Herren lustig, Goldman» und Blatt audclangt, so ist der Prophet Elijahu noch immer nicht erschienen, uni für deren wahrhaft religiöse Gesinnung Zcugniß abznlcgcn. Würde eS nun allen diesen Herren, die sich an diesem lucrativcn Geschäfte bereichern, schaden, wenn das Bet-Din sic veranlassen würde, eine» von ihm ausgcwähltcn Aufseher in ihren Fabriken anzustcllcn, damit er sich überzeuge, dast das Fleisch auch richtig aus der koscheren Fleischbank kommt, dast cs gehörig ausgcsalzcn wird n. s. w.? Worum soll dann nicht unser Bet - Din daraus schauen, dast die Lubvcrschlcistcr der.genannten fünf Fleischsclcher am Sabbat und den Feiertagen ihre Bcrkansslädcn geschlossen Jiflltcu und sic nidit vor dem Eintritte der Nacht öffnen sollen? Man wird nun allgemein fragen: wo ist denn eigentlich Rabbi Salomon Spitzer, der Schwiegersohn des :ec crn, an deffeu tvahrhaftcr Frömmigkeit und Gottesfurcht doch Niemand zu zweifeln wagt, dast er ein solches Treiben duldet und nicht dagegen cinschreitet? Nabbi Salomon '"2 ist nur Rabbiner der Gemeinde in der Schissschul und hat in unserem Bct-Din weder Sitz noch Stimme. Die strenggläubigen Zuden hier waren daher höchst erfreut, als unser Eulmsvorstand den ehemaligen Rabbiner von Frciftadtcl in Ungarn, Rabbi Za'ob Fleißig, dem der Ruf eines großen Talmul-rsten voranging, zum Radbinals-Ancssor ernannte, da sie sich mm der Hoffnung hingcgcbcn, dieser Mann werde tz'? sein, in die Bresche für unseren heiligen Glauben treten nnd den Ruf er- 1 gehen fassen 7&12, wer cs mit den Lehren uuscrcs Gottes ehrlich meint, der schließe sich mir an, Damit die Gottlosigkeit nicht weiter hier um sich greife. Es scheint jedoch, dast Rabbinats - Assessor Fleißig heute nicht mehr denselben religiösen Eifer besitzt, den er bei seiner Ankunft hier gezeigt und zugleich auch für die Zukunst bcizubchaltcn gelobt hat, denn unsere Frommen und Orthodoxen behaupten, die Wiener Luft habe ihn ein wenig kau und flau gemacht, so dast er cs heute nicht mehr versuchen mag, so feuerkg und so unerschrocken für unsere religiösen Vorfchriften zu kämpfen, wie er es während seiner Anitsrhätigkeit in Freistadtcl und auch noch in den ersten Wochen feines Hierseins gezeigt hat. Zch meinerseits wage. kein Urtheil über diesen Mann zu fällen, da ich ihn stets als wahrhaft frommen, gottcsfürchtigc» und eifrigen Seelsorger kannte und verehrte. Zch thcile hier nur mit. wie man sich hier über ihn und sein Wirken äußert. Möglich, dast man sich irrt und von der Frömmigkeit des Rabbinats-Asscffors Tinge fordert» die derselbe in Anbetracht des Ortes, wo, und der Zeit, in der er wirkt, nicht leisten kann. In diesem Falle Ulüsttcn wir auch auf Rabbi Jakob Fleißig den Grundsatz anweudeu: rnr cis ’?3 t» tt% immer nur Jeden von der guten Seite her beurtheilcn. Sei dem aber wie immer, so sind doch unsere fünf Selcher-Matadoren ganz unbeschränkte Herren und können sic mit dem Scclcnhcile ihrer Knuden ihn», was ihnen beliebt. Und was von unseren Flcischsclchern gilt, das hat auch Bezug auf unsere jüdischen Gasthäuser, von deren Eigcnthümcrn die meisten glauben, ihre religiösen Pflichten schon gehörig erfüllt zu haben, wenn sie nur auf ihre Finnalasck das viclvcrpflichtcnde Wort “iro schreiben lassen, und wenn sie dann am Sabbat ihren Knuden zu dem frischen Braten auch Kugel und Sch'olet Vorsitzen!!! Italien, Rom, 25. Nov. Die parlamentarische Budgct- Gencralkommissiou wählte unfern Glanb.ensgenofjcn Luzzatti zum Präsidenten. Livorno, 11. November. Wieder beweinen wir den Heimgang cincS Rabbiners und Gelehrten, welcher Verlust uns umso schmerzlicher berührte, als der Verstorbene noch im blühendsten ManncSalrcr stand, nnd kaum noch das 30. Lebensjahr überschritten harte. Es war dies Rabbi Salomon Eastelli, Schwager des erst vor wenigen Wochen hier verstorbenen Rabbiners Zosif Sinigaglia, dem Schrei-