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Der Israelit · 1887-12-01 · Heft 93 (1.12.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 93 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1650 der 53 Jahre zählt, genauer kennen, wissen, dass er für alle Interessen seines Glaubens noch ein warmes Empfinden befiel. — Für die durch den Tod des Geh. Mcdizinalraths Prof. Joses Meyer erledigte Stelle eines Tirektors der König!. Poliflinif hat die medizinische Fakultät der hiesigen Unipcrfität dem Kultusministerium in erster Reihe Pros. Senator, in zweiter den Geh. Medizinalrath Prof. Ebstein aus Götliugcn vorgcsclilagcn. Auch Letzterer gehört dem jüdischen Bekenntnisie an. — Tic von dem Kaufmann Ferdinand Rcichcnhcim zum Andenken an seinen 1880 verstorbenen Sohn, den Maler Ernst Rcichcnhcim, zur Unterstützung junger, befähigter Maler aus den höheren Semestern der hiesigen Kunstakademie «.ohne Unterschied der Eonfcssion oder Nationalität in's Leben gerufene „Ernst Neichenheim-Stiftung" hat ihre Stipendien für das nächste Jahr im Betrage von je 600 Mark an die Maler Fritz Lange nnd Simson Goldberg aus Mcxna bei Kowno (Rußland) verlieben. — Bei den jüngst hier stattgchablen Stadtverordnctcnwahlen hat die antisemitische Eoalilion der Bürgcrvcrcinlcr eine vollständige Niederlage erlitten. Tie „Krcnzzcitnng" stimmt ob dieser Schmach Tranergesänge an, schiebt alle Schuld den Nationallibcralcn zu und nennt diese die „verkappten Schildträger des Judcnthnms." — Der „berühmteste Eantor der Welt," das „Phänomen," der kleine Rubin stein hat auch hier olle Welt durch seine „Biolinstimmc" in Entzücken versetzt. Leider halte man den tollen Einsall, den künstlerischen Genus; in den Freitagabcudgottesdieust zu stellen, so daß von Andacht natürlich keine fUcbc war. Eingekeilt in drangvoll fürchterliche Enge standen die vielen Hunderten von „Zuschauern" oder „Zuhörern" in dem Festsaal des Herrn Pelreiohn, um den Tönen des klein-.n .Künstlers, der in seinem Tallis nnd Enlindcrhute einen gar possirlichen Eindruck machte, zu lauschen. Nach Kabbolas Schabdos begann der eine Thcl des Publikums zu klatschen, der andere Kaddisch zu sagen!! Ter talentvolle Sänger gedenkt hier noch einige Male auszutreten, vielleicht feiert er, wenn seine ungezählten Verehrer cs wollen, in Berlin gar noch seine — Ba rmizwah. Bl.*) Berlin. Tie israelitischen Gemeinden werden gegenwärtig von einem ungarischen Hochstapler hcim- *) linier gcschäxirr Müerbeiler, Herr I>r. Ad. i'Iusttm that, rriuchr uns, in Anknüx-ung cn die obige <>c>rre>vonben; mir;mbeilrn. dax er der Polemik Eerlin c'odnrA völlig fern Nebe und nur für diejenigen Arbeiren die L-eranrwonnng . ru tragen wünsche, die mit feinem vollen Namen oder der tzhinre Et. .Unterzeichner seien. — Red. gesucht, der sich Josef Schlesinger nennt und in Silleim ansässig zu sein vorgibt. Unter Vorlegung eines vom dortigen israelitischen Gcmcmdevorstande und den städtischen Behörden beglaubigten Atteste«, welches dahin lautet, daß besagter Schlesinger ermächtigt sei» Spenden zum Wiederaufbau der in diesem Fahre nicdergcbranntc» Synagoge zu sammeln, werden von dem erwähnten Hochstapler Gemeinde- Vorstände nnd wohlhabende Glaudcnsgcnoncn gcbrandschatzt. So hat derselbe am 18. d. Mts. den Vorstand der Korporationsgemcinde in Koschmin, Herrn Adolf Horwitz, mit seinem Attest und einer Sammelliste heimgcsucht und aus der Gemcindclassc 10 Mark erhalten, denen Hcrr H. noch aus Eigenem einen Beitrag hinzugefügt hat. — Erkundigungen, welche der Vorstand der Gemeinde Bcrnstadt bei dem Silleimer Vorstände cingezogen hat, haben ergeben. daß der :c. Schlesinger ein Gauner ist, welcher jene Brandschatzungen rnit gefälschten Attesten auf eigene Faust bewirkt. Wir machen daher auf diesen Hochstapler warnend aufmerksam. Ocslcrr. - Ungar. Monarchie. Wien, 24. November. Ich kann wahrlich Ihrem Eorrcspondcntcn ans der Schweiz, der in der Nr. 89 des „ISraclit" jeden wahrhaft religiös Gesinnten unserer Glaubensgenossen davor warnt, von den hiesigen jüdischen Fleischsrlchcrn Waarcn zu beziehen, weil dieselben in Betreff der Einhaltung der religiösen Vorschriften bei der Ausübung ihre« mit ihrem Scclcnhcike verbundenen Gewerbes nicht besonders vertrauenswürdig sind, kein Unrecht geben. Tenn in der That sicht cs in dieser Hinsicht recht traurig in nnscrm lieben Wien aus, da unser allverebrrcr Vorstand von andern Gcmeindcangelegenheitcn so sehr in Anspruch genommen ist, daß er sich um diese Angelegenheit, die doch eigentlich zu den Obliegenheiten de« Rabbinats gehört, fast gar nicht kümmern kann, und was daun unser ehrwürdiges Bet-Tkn anbclangt, so scheint dasselbe, thcilum keinen Eonstict mit unseren fünf Flcischsclchcr- Matadore» Thcumann, Löwy, Luftig, Goldmann und Blatt, hcranfzubcschwören. rhcils aber auch, was jedoch sehr schwer zu glauben irr, aus zu gewaltigem Respekte vor den wohlgcfüllten eisernen Kassen derselben — von diesen fünf Herren stehen die zwei erstgenannte» im Ruse Millionäre zn sein, während die letzteren drei erst auf dem Wege sind, cs zu werden — cS gar nicht zu wagen oder auch gar nie versucht zu baden, diese fünf jüdische Würstel-Barone zn bewegen, einen verläßlichen und auch goltesfürchtigen rr;r2 (Aufseher) in ihren Fabriken anzustellcn, damit die Arbeiter dort, die

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