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Der Israelit · 1887-11-28 · Heft 92 (28.11.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 92 (28.11.1887)
Date
1887-11-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1640 Geständniß nicht allein Talmud (r«-^), sondern auch Schriftexegese (srpc). Ter Schüler rühmt besonders die rührende Bescheidenheit des Meisters. Von diesem erhielt Naschi auch schriftliche Aufzeichnungen , von deycn er Gittin 82 den D'-crp des Lehrers erwähnt. Nach dem Tode R. Jakobs trat Nascht in die Hochschule 91. Jsaks ha-Lewi b. Elasar aus Vitry, der ebenfalls in Worms lehrte und von seinen Zuhörern „unser heiliger Lehrer" genannt wurde. Noch später ftand Naschi mit N. Jsak, den er Beza 24 b citirt, in Korrespondenz. Redner gab aus den Entscheidungen Naschis überaus interessante, charakteristische Beiträge für das gegenseitige Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer, die beweisen, dass Raschi stets bescheiden, aber entschieden im Interesse der Wahrheit selbst seinem Lehrer cntgcgengctretcn sei. Naschi verliest Worms und vollendete seine Studien in Mainz, wo er bei seinem dritten Lehrer R. Jizchak b. Jchuda den eigentlichen Grund zu seinem Talmudcommemare legte. Auch mit diesem Lehrer unterhielt er die innigsten Beziehungen, sehr viele mündliche und schriftliche Mittheilungen R. Jizchaks hat er in sein Werk ausgenommen und er verschmäht es auch später nicht, den Lehrer um Nath anzugehcn. Was dieser von seinem ehemaligen Schüler hielt, geht aus einer Titelatur hervor, die er ihm. in einem Bescheide mit den Worten ’nnay '2'2n •sir.jt *anp pns» -o ru^r n?» ’jn verleiht. Jetzt begründete Naschi in seiner sranzössschen Hcimath eine neue Lehrthätigkeit. Gern erinnerte er sich hier an seinen Aufenthalt in Tcutschland. Von seinen Studien in Deutschland legen seine vielen in den (Kommentaren verarbeiteten Materialien Zeugnist ab, etwa 30 Worte gibt er, da ihm der französische Ausdruck nicht präcis genug erschien, deutsch wieder. Er erzählt, daß man im Lande die Steine mit Einschnitte versehe, dah man dort die Kleider vor der Wäsche erst 1—2 Tage im „Hundckoth" liegen lasse, dast man diesen Nnrath zur Bereitung des Korduanleders verwerthc, und er berichtet schliestlich, dast in Tcutschland ein bestimmtes Fett zum Genust erlaubt sei. ScinLchrhans in Troycs wurde die Pflanzstätte des Talmudstudiums in Nordfrankrcich. Jetzt strömten die Schüler von allen Seiten herbei, sie lauschten seinen Worten, schrieben sie auch häufig nieder und nahmen diese Eollegicnhcste mit in die Hcimath, ohne von den inzwischen erfolgten Verbesserungen und Berichtigungen zu erfahren, so daß von seinen Deutungen schon zu seinen Lebzeiten viele Lesarten cursirten. Von seinen hervorragendsten Schülern sind zunächst seine drei Schwiegersöhne zu nennen. Mclr ben Salomo, dessen Frau genannt, „die Fromme" Raschis Tochter war, seine Enkel von dieser Tochter waren S a mu el (a*3'V,'0, Jakob (n"n) Jizchak und ein vierter Enkel Salomo, dessen Existenz erst seit 13 Jahren durch des Ncdners Entdeckungen in einer vaticanischen Handschrift festgestellt worden ist. Der 2. Schwiegersohn ist Jchuda b. Nathan der Raschis Tochter Mirjam zur Frau hatte, er vervollständigte den Talmudcommcntar seines Schwiegervaters, so in nca pns und *rc. Ten Sohn Jomtob finden wir mit R. Tam in geistigem Verkehr. Der 3. Schwiegersohn Raschis, Eliefer Joslyn geheisten und mit Rahcl. (Bellejeune) verheirathet, doch später von ihr getrennt, ist nur durch eine handschriftliche Notiz bekannt geworden. Zu den Schwiegersöhnen und Enkeln gesellt sich eine graste Zahl von Schülern, die an dem Werke des Lehrers Antheil nahmen. Bei der Geistesthätigkeit Naschis müssen wir unterscheiden 1) den Eommentar zur Schrift, 2) den Eommentar zum Talmud, 3) seine Materialien zum Siddur, andere Nitualwcrke und seinen schriftlichen Verkehr mit Schülern und Zeitgenossen. Zuerst ging er an seinen Pentateuchcommentar. Hier suchte Naschi im Gegens. zu den nordfrauzösifchcn Exegcten, btcbenim, der Midraschdeutung folgten, den einfachen Wortsinn, den crs zu ermitteln, ohne indeß den Midrasch zu vernachlässigen. Tiefe glückliche Vereinigung beider Gegensätze hat seinen Eommentar zum Führer der Kleinen und Großen zu allen Zeiten gemacht, und das erste hebräische Druckwerk war Naschis Eommentar (Reggio 1475). Tas Streben nach dem einfachen Wortsinne steigerte sich inzwischen so stark, daß Raschi nach ciuer Notiz des Naschbam selbst daran dachte, noch einen zweiten streng vernunftgemäßen Eommentar zu schreiben. Dieses Streben wurde indeß später so übertrieben, daß Josef Karo die Worte ys2 rs wi rs vre* rva o übersetzte: „Was für Gewinn, wenn wir unseren Bruder tobten, und unser Beutels!) das Geld (!) erhält!" Raschi verbindet ibn Esras Scharfsinn mit Kimchis Einfachheit, troydcm er im Gegens. zu beiden nur auf wenige Vorarbeiten in der Grammatik aus Menachem ben Scruk und Dunasch ben Lubrat beschränkt ist. Er übersetzt oft ins Altftanzösische; mit dem Worte meint er den Dialekt von Troycs. Hüter versteht er jede fremde Sprache (der Ausdruck stammt aus Psalm 114, 1), daher sind die beiden Srrichlein über dem Wort grundfalsch, die angebliche Abbreviatur rrs mqy pric, ist unrichtig. Mehr als 100 gedruckte Supercommentarc; gibt cs, die jedoch ebenso oft dasVcrständniß des Originals erschwert als erleichtert haben.

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