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Der Israelit · 1887-11-28 · Heft 92 (28.11.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 92 (28.11.1887)
Date
1887-11-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jZzz^2ü>^8»LL 1635 sollte unS daher gar nicht Wunder nehmen, wenn die ^llnita Eattolica^ nächstens schreiben wird. Deputirter Luzzattt habe er endlich durchgesctzt, datz Malzes, Zizis und Talessim zollfrei auS Lesterreich nach Italien eingeführt werden dürfen, wofür die österreichische Regierung wieder die zollfreie Anfuhr von italienischen LulewS, Eßrogim und Hadassim gestattet, rn'sn nrvv. Der Judenhaß, der jetzt herrscht, macht selbst Vernünftige thöricht und läßt sie Gespenster sehen. Bor einigen Tagen wurde in Alessandria (Piemont) in der dortigen Vorstadt Spinetta-Marengo unter großen Feierlichkeiten die von dem Israeliten Michael Torre errichtete metallurgische Fabrik eröffnet. Liescs neue Etablissement, wird sich mit der Ausscheidung der edlen Metalle von den sie umhüllenden Schlacken beschäftigen und 30» Arbeitern Brod und Verdienst geben. Diese Fabrik ist die erste ihrer Art in Italien. Ter EinwcihungSscier wohnten auch der dortige Präfekt, Varon Winspcare, der Bürgenueistcr Eommcndatore Moro, dann der Lberrabbiner Salvatore Momigliano und zahlreiche Dcputirle, Bcantte und Lssizicrc an. Alles beglückwünschte Herrn Torre zu seinem vaterländischen Unternehmen, das so zahlreichen Familien der Stadt Beschäftigung und Verdienst gibt und wurde dabei auch seiner vier Söhne Erncsto, Eugenio, Giuseppe und Arminio in Ehren gedacht, von denen die zwei crsteren an der Seite ihres Vaters weilen und ihn bei seinem Unternehmen uinerstützen, während die zwei letzteren ihren Aufenthalt in Südamerika haben und dort die für die Fabrik uöthigen Erze zusammcnkauscn. Herr Torre, der nebstbei gesagt, ein strenggläubiger Israelit ist, er stammt mütterlicherseits von dem berühmten Rabbiner David Tavcali Levi, ab, widmete an diesen! Ehrentage seines Hauses auch beträchtliche Svcndcn für die jüdischen und christlichen Wohlthätigkeitsanstalten der Stadt. Die Blätter Italiens, indem sie den Bericht über die Einweihung dieses Etablissements veröffentlichten, beglückwünschten dabei zugleich auch Herrn Torre, der so sein Vaterland um einen neuen Erwcrbszwcig bereichert hat. Rur die „llniia Eattolicaschw'eg gänzlich und dies, nach ihrer Ansicht wenigstens, mit vollem Rechte; sind doch neuerdings Uv» italienische Arbeiter in dir Hände deshcrrschsüchtigtn Volkes Israel gelangt'!: Türkei. Salonichi, 17. Rov. Ich melde Ihnen in aller Eile, datz unser Eultusvorstand soeben den Renen und Schwiegersohn unseres einstigen Obcrrabhiners, Rabbi Äscher Eovo, 7^2 T.sr:, Ehacham Jakob Hanania Eovo einstimmig zum Oberrabbiner und Ehacham-Baschi proklamkrt hat. Bekanntlich hieß es nach dem vor einigen Wochen erst erfolgten Tode unseres Lberrabbiner«, Samuel Jakob Arditt, daß unser Rosch Bcth-Tin, Rabbi Meir RachmiaS, bellen Nachfolger sein werde. Dieser weigere sich jedoch in Folge seines vorgerückten Alters, die schwere Bürde auf sich zu nehmen und so wurde nun Rabbi Jakob Hanania Eovo gewählt. Mehrere Eonsulen, so der englische, der österreichisch-ungarische, der griechische :c. haben schon unserem neuen Ehacham- Baschi persönlich gratulirt. Afrika. Kairuan. Jbn Jarchi erzählt uns in seiner Ehronik über den nach Kairuan geflohenen Exilarchen (rob ps") Mar-Ukba: eepiy ~rcb;w*rp3 nv» srco ■na rcpn r,'33 "N32 bv hzq 1b 7:00 inp nsnw rr,*.m 1pvnavr. nh *,ro rrvna '.sipp insvi pnsn „rtiir Mar-Ukba, den Exilsfürsten, wurde in Kairuan eigens der Brauch eingcsührt, daß man ihm immer (am Sabbat und den Festtagen) neben der Bundeslade einen Ehrensitz hcrrichtcte und nachdem man in der Thora die Abschnitte für den Kohcn und Levi vorgclcscn hatte, brachte man ihm die Thora, damit er selbst sich den Abschnitt aus derselben vorlese."' Ter Exilarch Mar-Ukba ward bekanntlich von dem Lberhaupte der jüdischen Akademie (Icschibah) in Pum-Badita, Josef Eohen Mar Zcdek, mit dem er in einen Eonflict gerathen war, gezwungen, seine Residenz in Bagdad zu meiden und als Verbannter das Reich der Khalifen zu verlassen. Er wandte sich nun nach Kaiman, wo eine andere mohamcdanische Dynastie regierte und wo damals noch eine große und blühende jüdische Gemeinde bestand, und hier fand er endlich die Ruhe, die er suchte. Die Kairuaner Juden ließen ihn: alle Ehren zu Theil werden, die er als ehemaliger Rosch-Galuth (Oberhaupt der im Khalifenrciche lebenden Juden) beanspruchen durfte. Kairuan besaß zur damaligen Zeit auch ein großes jüdisches LchrhauS, dessen Oberhaupt den Titel: Resch-Kalleh (Oberhaupt aller jüdischen Eollegien) sühne. Mar-Ukba's Ankunft in Kairuan dürfte so um das Jahr 122» unser Ztrchg. stattgcfunden haben. Wenige Jahre nach dem Tode Mar-Ukba's wurde wieder ein anderer jüdischer Gelehrter aus Mesopotamien, Rabbi Ehuschiel. nach Kairuan verschlagen und wurde er sogleich auch zum Lberhaupte des dortigen Lchrhauses ernannt. Tic jüdischen Ehronikcn nennen uns noch die Namen von verschiedenen anderen jüdischen GeisieShcroen, die in dieser Stadt gelebt, so Hakub Nisfim

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