Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 92 (28.11.1887)
- Date
- 1887-11-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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feste Vertrauen, daß der allgmige Gott Leinen Engel vor ihm hersendcn werde, damit der' hochwichtige Auftrag/dessen Gelingen für die Zukunft des Ham'etz Abrahams entscheidend sein sollte, in rechter Weise ausgcführt werde. Auch die Botschaft, welche Jakob jetzt zu senden hatte, war von der größten Wichtigkeit. Geflohen war er vor seinem Bruder, der ihm nach dem Leben trachtete. „ES werden kommen die Tage der Trauer um meinen Vater, daun werde ich erschlagen Jakob, meinen Bruder." Zwanzig Jahre war Jakob fortgewescn, ohne eine Lunde erhalten zu haben, ob sich der Zorn seines Bruders gelegt habe. Zwar stehen ihm die Verheißungen Gottes zur Seite: allein, der Frcmme fürchtet, durch irgend welche Versündigung sich der Erfüllung jener Verheißungen unwürdig gemacht zu haben. Nun kehrt er zurück in das Land feiner Väter, er, feine Frauen, seine elf Söhne und seine Tochter: er zittert für das Leben und das Geschick der Seim'gen weit mehr als vor der Gefahr, die ihn selbst bedroht. Nicht unvorbereitet darf er vor seinen Bruder treten: er muß Boten senden, um ihn von seiner Rückkehr zu benachrichtigen. Wenn aber Esaw feindliche Absichten hegt, wird er da den Boten gestatten, zu Jakob zurückzukehrcn, ihn zu benachrichtigen, ihn zu warnend Wird er nicht vielmehr die Boten gefangen nehmen, um Jakob überfallen zu können, ohne daß dieser vorher Zeit gewonnen, sich vorzubercitcn i Tcßhalb betete Jakob zu Gon, wie cs einst sein Großvater Abraham gcthan, daß der Allgütigc Seine Engel den Boren Jakobs vorherfcnde, damit deren Botschaft gelingen möge. Daß Jakob so gebetet und daß der allgürige Gott sein Gebet erhört, das Alles ist in dem Worte ''.eiangedcutet. Wie der Engel Gottes dem Bolen Abrahams vorherzog und das Gelingen seines Auftrages vorbereitete, so zogen die Engel (Lottes den Boren Jakobs vorher, dafür sorgend, daß sie ihre Botschaft dem Wunsche Jakobs gemäß vollbringen. Und das ist'S, was die Weisen inr Midrasch und Rasch! sagen wollen, indem sic erklären, daß wirkliche Engel von Jakob geschickt worden seien; nicht etwa, daß Jakob den Engeln besohlen habe, für ihn zu Esaw zu geben; Jakob schickte vielmehr seine Knechte; aber durch sein Gebet, dem Gott Erhörung gewährte, veranlaßte Jakob, daß seinen Boren die Engel Gottes vorauszogcn und so das Gelingen des Auftrages derselben sicherten. In dieser Weise erklär: Nabbcnu Bachaji den von Naschi angeführten Midrasch. Er fügt hinzu, daß auch Nadbenn Abraham Aden Esra derselben Ansicht sei. Hier zur Stelle erklärt zwar Aden Esra einfach, daß die von Jakob ausgeschickrcn Boten dessen Ticucr gewesen seien; allein au einer anderen Stelle spricht sich der berühmte Eommentator deutlicher ans. Es ist im vierter! Buch Moses E. 22. B. 28, wo es heißt: „Und cs öffnete der Ewige den Mund der Eselin, und sie sprach zu Bileam." Daß dir Eselin Bileams gesprochen und in welcher Weise das geschehen, dieser Umstand hat die Gelehrten aller Zeilen vielfach beschäftigt. Abcn Esra, der vor länger als 700 Jahren lebte, führt verschiedenartige Erklärungen älterer Eommematoren an. Zum Schluffe sagt er: :rrsn v-»> cmrs Tshs Tr rm ns; „Wenn Tn ergründen wirst das Geheimniß der Engel Abrahams, auch Jakobs, dann wirst Tn die Wahrheit begreifen." WaS Aden Esra da sagt, klingt räthsclhaft, wird jedoch verständlich durch das, was wir oben dargelcgt haben. Abraham schickt seinen Knecht Elreser, damit er eine schwere und hochwichtige Aufgabe erfülle. Ter Knecht zieht hin und vollzieht seinen "Auftrag aus das Beste. In der That aber ist nicht ihm das Gelingen zu verdanken, sondern dem Enge! Gottes, der auf das Gebet Abrahams hin vor ihm herschreitct und ihm die Wege ebnet; in derselben "Weise ziehen auf das Gebet Jakobs hin die Engel Gottes den Boten Jakobs voraus. Menschen sind cS, die das Werk zu vollbringen scheinen; in der That aber sind die eigentlich Wirkenden die Engel Gottes. Aehnlich verhielt cs sich, so meint Abc» Esra, mit der Eselin Bilcanls. Wohl sprach sie, aber der aus ihr heraussprach. war ein Engel deS Herrn. Tas Gelingen unsrer Thaten. das Glücken unserer Wege stchr nur bei Gon; was auch immer wir zu vollbringen scheinen, ist stets nur durch die Hilfe Gottes vollbracht worden. Möge Er stets Leinen Engel vor uns herfenden, auf daß er unsre Wege ebne und unS die erhabensten Ziele der Menschheit erreichen lasse! (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondeuzeu. Deutschland. Frankfurt a. M, 24. November. Tie öffcntlichcn Vorlesungen im Verein für jüdischeGc schichte und Lirerarnr begannen ani_ verflossenen MiuwoÄ Abend im Saale des kaufmännischen Vereins mir cincnl Vortrag des Herrn Tr. Heinemanu über Bk o s e s ÄaimonideS. Geboren io Eordova im Jahre 1135, fand Moses Maimonidcs ' den ersten talnmdischen Unrerrrichr bei seinem ge-