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Der Israelit · 1887-11-24 · Heft 91 (24.11.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 91 (24.11.1887)
Date
1887-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1620 feine Verspottung, sondern Belobung enthalten. An einer anderen Stelle über Saatfeld sagte ich auch noch: „. . . . die Männergenreinde bestand am ersten Tage trotz aller Mühe, die man sich gegeben . . . ." Und das Alles soll „Verspottung" und „Angriffe" ans Personen sein! Beiläufig gesagt, nur in der (Anleitung werden vom Koburger „Personen" vorgeschoben, sonst aberweist er nur ein diesbezügliches Unrecht nicht nach. Ties muB einen Grund haben. — Somit bin ich mit dem ganzen Schreiben aus Kobnrg. soweit es Sachliche« betrifft, fertig. Aus die darin enthaltenen persönlichen Insinuationen und Verdächtigungen lültc ich mich nicht ein; ich siehe sittlich hoch genug, um zu wiffen, daß ich nicht von jedem Menschen beleidigt werden kann. Ich mus; mich nur wundern, daß der Mann au« Coburg sür die von mir beschriebenen Gegenstände mit solcher Wut. einrrilt. als ob fämmtliche Synagogen sein Eigenlynm wären und ich durch eine falsche Beschreibung ihm Schaden zugefngt hätte. Wenn ich unrichtig beschrieben habe, so war eine einfache Angabe des Nichtigen vollständig genügend. Meine Eorrespondeuz von Ar. 80 war nur eine harmlose Zusammenstellung thcilS gesehener, theil« gehörter Thalsachen; da also jegliche böse Absicht sehlt, so har eine Person bei einer „Berichtigungnichts zu schaffen. Tb der Mann mich wirklich berichtigt hat, muß ich trotz seiner nicht nachgervicsencn Notizen über Gotha und Coburg dahingestellt sein lassen; denn ich habe nicht« „behauptet", sondern nur berichtet, was und wie es mir gerade „aufgesiosien." Was nun nicht behauptet wird, karrn nicht berichtigt werden. Uebcr das gute Recht, Gehörtes und Gesehenes zu berichten, wie es sich gerade geboten, — selbst trenn falsch, aber im guten Glauben. — darüber wird wohl kein Mensch mit Begriffsvermögen streiten; denn sonst müßten wir die ganze Literatur der Reisebeschreibungeu in den Tsen werfen. Ter Reisende macht nur kurze Notizen, die er später durch sein Gedächtnis vervollständigt. Wenn er falsch berichtet wurde oder falsch ausgefaßt har oder von seinem Gedächtniß irrcflcleltd wird, so muß er natürlich falsch niederschreiben. Thalsächlich konigirt ein Reisender den andern. Aber darum fällt noch keiner über den andern kannibalisch her. (Wiewohl wir gern dem Eorrespoudenren die Veröffentlichung des Vorstehenden zu seiner Bertheidigung gewährt haben, so können wir doch sein Verfahren in Bezug aus die (Korrespondenz in Nr. 80 nicht billigen. Tb absichtlich oder unabsichtlich. bleibt Unrichtige? immer unrichtig. Da? Siegel Gottes ist die Wahrheit. — Red.) Hamburg, 18. November. Ein Mitglied der deutsch israel. Gemeinde hat für die beiden Synagogen in der Elbstraße und auf den Kohlhöfen je eine nennarmige aus massivem Silber getriebene Ehanukameiwra als Geschenk bestimmt, und sollen die neuen Leuchter irr diesem Jahre bei dem am 10. Tezdr. beginnenden Ehanuka-Festc zum ersten Male ihrem Zwecke dienen. Ter fromme Geber will ungenannt bleiben, und ist selbst der Vorstand der Synagogen über seine Persönlichkeit nicht unterrichtet. Tie beiden Mcnoros werden in Berlin angefertigt und sollen einen Werth von M. 6600 repräfentiren. (Hamburger Nachrichten.) Tcftcrr.-Ungar. Monarchie. Budapest» 11. November. Anläßlich der Eröffnung dc« neuen All -- Cfcncr Central - Friedhofes fand gcstern im Bndapester Äunicipalansschnffe eine Sitzung statt und wurde dieselbe für den 1. März anberaumt. Bei dieser Gelegenheit entwickelte sich eine Tebatte über dos von der israelitischen Gemeinde AllofeuS mir Hinweis auf die religiösen Vorschriften eingereichte Gesuch um Anweisung einer gesonderten Parccllc und der Erlaubniß, dieselbe mit einer Steinmauer umgeben zu dürfen. Weiters verlangt die israelitische Gemeinde, daß der „Ehcwra Kadischa" ein Gebier auf dem Friedhöfe verkauft werde und daß sie die Grabgcbührcn für ihre Zwecke verwende. Mehrere Gemeinderälhe sprachen für und andere gegen das Gesuch, welche« die gegnerischen Redner als „tritt dem liberalen Zeitgeist nicht übereinstimmend" fanden. Tiefe Meinung widerlegte Herr Prediger Tr. Kohn schlagend, indem er sagte: „er sehe nicht ein, warum man den Liberalismus gerade bei den Todren und ihn nicht lieber bei dcn Lebenden üben wolle." Betreffs der „Ehewra-Kadifcha" bemerkte Herr Tr. Kohn, daß bei den Inden keine Begiäl niß-Gcbuhren eingehoden werden; es fei eine religiöse Pstichl. jedem Todren — arm oder reich — ein Grab zu geben. Ter Reiche muß also für fünf Arrne die Kosten tragen. (Zustimmung.) Bei der Abstimmung wurde die 'Absonderung gewährt, der Berkans der „Eüewra Kadischa" jedoch adgelchnt. Ter Magistrat wird also dieGradgebühreu einhebeu. — Wieder sind wir in der angenehmen Lage, von einem Akte der Munincenz des „Pesther israelitischen Frauenvereins" Ihren geehrten Lesern Mittheilung zu machen. Ter Ausschuß denelben har den Beschluß gefaßt, dem hauptstädtischen Magistrate für die Monate November bis April, also sechs Monate hindurch, mouat-

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