Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-11-24 · Heft 91 (24.11.1887) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 91 (24.11.1887)
Date
1887-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449785--27554-2517466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^ij&asai«Si«aassEseaaBaB<is5»»^^ 1621 lich 1000 Stuck Speisemarkcn der Volksküche zum ermäßigten Preise von nur sechs Kreuzern für ein vollständiges Mittagsmahl zu überlassen, damit diese Marken an die armen Schulkinder des sechsten und siebenten Bezirkes ohne Unterschied der Konfession verthcilt werden. Ter Ncutraer Frauenverein hat mit Rücksicht auf das unter den Kindern herrschende (ylcnb beschlagen, im heurigen Winter anstatt 25, -40 Kinder zu bekleiden. (Test. Wochenschr.) F t n iJ_l (ton. Die Kcrrin von Zillawitz. VII. . „Hindele," sagte Moses Krakauer zu seiner Frau, als er von dem Lcichcnbegängniiie des Grafen zurückkchrte, „der Graf ist todl und begraben und hat uns unseres Schwures nicht entbunden. Was soll daraus werden? Ter Junge, der Ähron, weist jeden Heirarhsantrag zurück, und auch das Mädel, die Rahel, will vom Heiralhcn nichts Horen. Tie Leiden haben einander lieb, und wir dürfen nicht vcrrathcu, daß sic nicht Bruder und Schwester sind! Bis zum letzten Augenblick habe ich gehofft, der Graf würde mich rufen lassen uud mir erlauben, das Gchcimnist zu offenbaren. Jetzt ist er todt. Ich fürchte, die Geschichte wird das Lcbensglück unseres Sohnes zerstören." „„Tu solltest einmal."" sprach Frau Hindele, „„zum Rabbiner gehen und ihm den Fall vortragen ohne einen Namen zu nennen."" „Ich habe auch schon darau gedacht; allein ich bin nach reiflicher Ucberlcgung davon abgckommcn. Wenn ich oic Sache -erzählen würde, wie sic sich zngctragen hat, so würde der Rabbiner, der, wie Tu weißt, ein großer Ghochom ist, die Wahrheit sofort durchschauen." „„Ta können wir weiter nichts thun, als die Sache ruhig ihren Gang gehen lassen. Gott, der Allwcisc, wird sic schon zum guten (ynbc führen, uud hat Gr unsren Kindern diese Prüfung aufgelegt, so nlüsscn sie sie ertragen und durchorachen, was Seine Weisheit über sic verhängt."" „Tu bist cm frommes, kluges Weib. Ich werde Tcincm Rache folgen und gar nichts in der Sache rhun. — Mit den guten Zeiten wird cs jetzt auch für uns vorbei sein. Schon der verstorbene Baron bar Ausland daran genommen, daß ich so geringen Pachtzins zahle; aber der Herr Graf har nicht gestaltet, daß derselbe erhöht werde. Jetzt wird das anders werden; die Baronin hat keinen Grund, mir die Güter so zu lassen." „„Nun, wir werden das ertragen können."" „Ja, ich habe, Gott sei Tank, mein Schäfchen in's Trockene gebracht, wie man zu sagen pflegt, und in den zwanzig guten Jahren so viel erspart, daß wir unter göttlichem Beistände ruhig der Zukunft entgegensetzen können." Gin Reiter sprengte in den Hof. Krakauer trat an's Fenster. „GS ist der Ignaz vom Schloß. Was wird der wollen?" Ignaz sprang vom Pferde und übergab cs einem der Knechte; daun eilte er in's Haus und trat in das Zimmer, in welchem sicki Krakauer und sein Weib befanden. * „Herr Krakauer," sagte er, „die gnädige Frau Baronin läßt beschick», daß die Jungfer Rahe! sich eiligst zu ihr auf's Schloß begebe!" Tic Söhne und Töchter Krakancr's waren herbeigccilt, um zu Hören, was für eine Botschaft der herrschaftliche Diener bringe. „Rahel," sagte Krakauer, „ziehe Dich schön an. Tie gnädige Frau Baronin befiehlt, daß Du sogleich-zu ihr auf das Schloß kommen sollst." llmcrdcß haue Frau Hindele dem Boten ein Glas Wein gereicht, das dieser auf einen Zug leerte. „He," sagte er, „das schmeckt nach dem scharfen Ritt! Was soll ich der gnädigen Herrschaft als Antwort sagen? Sic ist sehr prcssirt und ich muß eiligst zurückrciten." „„Sagt der gnädigen Frau Baronin, daß ich sogleich anspanncn lasse, um meine Tochter auf's Schloß zu bringen."" Ter Bote entfernte sich. Neugierig umringten die Kinder die Glrcrn. Warum ließ die Baronin gerade Rahel so eilig zu sich bescheiden? Sie konnten sich's nicht erklären. „Vater," sagte Ahron, „laß mich die Schwester begleiten!" „Zn welchen Zweck?" fragte Krakauer. „Ach," sprach Ahron seufzend, „mir ahnt nichts Gutes." „Närrischer Junge," cntgcgnete Rahe! lachend. „Meinst Tu, die gute, liebe Frau Baronin würde mir Böses znfügen?" „„Das wohl nicht; aber was kann sie von Dir wollen?"" ‘ „Das werden wir bald erfahren. Wir müssen unsere Ncngicrde bezwingen, bis die Baronin es mir gesagt haben wird." „Ahron," sagte Krakauer, „lasse sofort das Kutschwägelchcn anspanncn und Tu, Nabel, lege Deine schönsten Gewänder an; aber beeile Dich ein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.