Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-11-24 · Heft 91 (24.11.1887) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 91 (24.11.1887)
Date
1887-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449785--27551-2517463
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

blichen. Der Dortrag erscheint zu rechter Zeit; in .nächster Zukunft dürfte vor der Marburger Strafkammer jener sensationelle Prozeß gegen einen antisemitischen Redakteur zu Ende geführt werden, welcher sich die Behauptung gestattet batte, der Talmud gebiete Verbrechen. Wir hoffen, daß Staatsanwalt und Gerichtshof die Hüttenfestrede des Herrn Tr. Munk gebührend studiren und zu den Akten legen werden. Dl. Berlin, 20. November. Für die Genesung deS Kronprinzen sind in allen hiesigen Synagogen in der letzten Woche Bittgottesdienste abgchaltcn worden. Tie Tbeilnahme, welche sich allüberall für den erlauchten Patienten kundgibt, ist eine geradezu rührende zu nennen. Auf Ihren Appell hin, von dem übrigens auch hiesige hochkonservative Blätter Notiz genommen haben, dürste in einer Anzahl von Gemeinden am letztvergangenen Mittwoch ein Bittgottesdienst veranstaltet worden sein. Gleich wohl wird c'S sich angesichts der neuesten tiefschmcizlichen Nachrichten über das Leiden, welches einem erschütternden Martyrium entgcgenzutrciben droht, empfehlen, derartige Fürbitten öfters, zum mindestens aber an den Sabbaten durch Vortrag deS mitgetheilten hebräischen Gebetes zu wiederholen. — Ter „Talmudverein" hat das bereits auf Donnerstag festgesetzte und vollständig vorbereitete große Liumfcstcncn ans Rücksicht auf die 5iranlheit des deutschen Krön Prinzen verlegt. Voraussichtlich wird das Fest am ^hanuka stattsindcn. — Tiefer Tage ist von der Polizeibehörde eine in London erschienene und in hebräischer Schrift gedruckte sozialdemokratische Broschüre' verboten worden. Das Verbot der seltsamen Broschüre scheint umso überflüssiger, als cs bei uns zu Lande Gott sei Tank, nur spärlich gcsäctcGrnzelcxcmplare jüdischer Konfession in dem sozialistischen Lager gibt. — Mit dem 1. Januar gebt die seit mehr als 30 Jahren bestehende, von Gräy herausgegebene „Monatsschrift für die Geschichte und Wnrenschaft des Judcnthums", wie der Herausgeber mitrheilt, wegen Mangels an Mitarbeitern. ein. — Vom l. Januar ad erscheint das von Berliner und Hoffmann hcrausgegebene „Magazin für die Wissenschaft des Judcnthums" mir einem bibliographischen Anzeiger: Außerdem wird wegen der Uebersülle des schon vorliegenden und mehrere Vierteljahrsnummern deckenden Materials eine Vergrößerung der Zeitschrift überhaupt geplant. — Ter „M o ntefiorevercin", welcher die Tendenz verfolgt, unter seinen meist dem Ztausmannsstande angehörenden Mitgliedern den religiösen Sinn zu pflegen und zu stärken, hat, nachdem er wiederholt Schiffbrnch zu erleiden drohte, in dem neuen Semester ein« erneuten Aufschwung genommen. Tie Mitglieder. 20—30 an Zahl, kommen zweimal m jeder Woche in später Abendstunde zusammen, um Mischna, Schulchan Aruch u. st w. zu „lernen". Da der bisherige Vorsitzende unter die Waffen gerufen ist, hat den Vorsitz Rabbinatscandidat David Mannheimer übernommen; hoffentlich wird es dieser gceignetcn frischen Kraft gelingen, den Verein wieder auf glückliche Bahnen zu leiten. — Der „Israelitische Miethe-Hilfsvereiu* wird auch in diesem Winter zu Gunsten seiner Kaffe einen Cyklnr von 4 Vortrögen veranstalten. Tie Vorträge haben die Herren Tr. KarpcleS, Tr. Lcwin, Dr. Landan und Rechtsanwalt Cassel übernommen. Bl. Berlin, 20. November. In der Nr. 80 d. Bl. ist ein von persönlichen Angriffen strotzendes Schreiben aus Koburg 11. November abgedruckr, die auf eine Korrespondenz „Berlin, 7. Oktober" (in Nr. 80) sich bezieht und mich betrifft. Ich gedenke nicht in derselben Tonart zu antworten; ich lalle daher hier alles Persönliche bei Seite und will nur einen Vergleich zwischen meiner Beschreibung von Nr.8O und dem schreiben des Koburgers i» Nr. 89 anstellcn und da ich, weil ich eine Polemik nicht bezwecke, nur einzelne Parallelstellen anföhren kann, so würden mich biejcnigeu Leser, die die Nr. 60 noch besitzen, sehr zu Dank verpflichten. wenn sie meinen dortigen bczgl. Brief ganz Nachlesen wollten. Sie würden daraus noch llarer sehen, wie Jemanden die blinde Wuth zu absichtlichem Nichtvmtehen verleiten kann, gegen einen anderen Jemand, der sich nichts Schlechtes bewußt ist, dem es ganz fern lag. Falsches und mit Absicht Falsches zu berichten. — Ter Koburger beginnt damit mir anzudichten, daß ich in Nr. 80 „behauptet" hätte, alles auf die Synagoge in Gorha, Meiningen und Koburg Bezügliche gründlich gesehen „und berichtet" zu haben. Wer ein ehrliches Gewisse» har, wird in der Parallelftelle bei mir sicher dies nicht gelesen haben; denn ich sagte dies ausdrücklich, daß „ich es mir leider nicht speziell vorgcnommen. Notizen über die Juden der einzelnen Orte» zu sammeln „cs haben sich mir jedoch einige von selbst geboten und dar um will ich das Wenige mitthcilcn, was mir ausgestoßeu" . . . - Daraus ergibt sich wohl aber von selbst, daß ich in dem Weiteren nichts „behaupten" wollte, und daß ich besonders eine Garantie für „Gründlichkeit" darum nicht übernommen, weil ich die Notizen nicht speziell gesammelt habe. Der Mann aus Koburg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.