Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 91 (24.11.1887)
- Date
- 1887-11-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1617 Söhne zum Dicusie de? einzigen GotteS zu erziehen vermochte, die Söhne, die da dieVegründer des Gottesvolles wurde«. — Zeitrrogsuachrichtea und Correspoudeuze». Deutschland. ' Mainz, 23. Nov. In Nr. 87 unserer Zeitschrift veröffentlichten wir eine Korrespondenz auS Livorno, in derma» uns meldete, in dem Städtchen Pcsaro sei der jüdischen Patriotin Sara Lcvi Natan eine steinerne Tcnlrafel errichtet worden. Wir waren nicht wenig überrascht, als wir in der letzten Nummer der „Öcsterrcichischcn Wochenschrift" eine Korrespondenz aus Turin fanden, der zufolge Sara (oder wie die Zeitschrift schreibt: Sarina) Lcvi Nathan keineswegs eine Frau, sondern ern Ma nu gewesen sei! Ter in.Triest crschrincude Karriere Israel itico," der doch in Angelegenheiten, welche die italienischen.Inden bctrenen, gewiß compcrent ist, bestätigt, daß Sara Lcvi Nathan ,,1'iUu8tre doona (die erlauchte Frau)" den Töchtern und nicht den Söhnen unseres Volkes angchörte. Offcnbach a. M.» 17. Nov. Heute feierten Herr und Frau Moses <5ahn das so seltene Fest der goldenen Hochzeit. Hen Moses Kahn, welcher fein 79. Lebensjahr vor 8 Togen znrückgclegt, und dessen Ehegattin, welche der Jahre 77 zählt, begehen diesen Tag im kreise ihrer - Kinder- und Enkclschaar in seltener Frische und Rüstigkeit. Am Vorabend wurde dem Ehepaar von dem Gesangverein „Sumser," sowie von einer Frankfurter Gesellschaft ein Ständchen gebracht. Heute in frühester Morgenstunde wurden dem Jubelpaar von vielen Seilen sinnreiche Geschenke und Glückwünsche, deren große Anzahl uns den Beweis geliefert, wie beliebt und hochgeachtet die Gefeierten find, überreicht. Mittags findet im Logcnsaale die eigentliche Familienfeier statt, welches fich gewiß M einem echten Familienfest gestalten wird. Nicht unerwähnt möchte» wir lassen, daß Herr Kahn au diesem Frcudentag durch die Spende einer namhaften Summe auch der Annen unserer Stadt gedachte. Möge es dem Jubelpaar vergönnt fein, dereinst auch die diamantene Hochzeit zu feiern. Hcilbronn, 23. November. Ein allgemein geachteter isr. Bürger, Herr Falk aus Lchrcnstcinsfcld, sollte unlängst in Sluugart opcrirt werden. Ta die Operation eine lebensgefährliche war, so wurde in drei Synagogen für ihn vtan gesagt. AuS eigenem Antrieb ließ auch der evangelische Geistliche in Lehrensteinsfeld für den Betreffenden in der Kirche bete» — eine von echter Menschenliebe durchdrungene Handlungsweise, die namentlich in unserer Zeit öffentlich anerkannt zu werden verdient. .Hüttenbach. Auf Anregung deS Israelit" wurden auch in der hiesigen Synagoge herzinnige Gebete nm die Genesung des deutschen Kronprinzen zum Allvater im Hinnnel empörgcsandt und ansehnliche Beträge zur Vertheilung an Dürftige gespendet. Möge der Allgütige unser Flehen erhören und dem hohen Patienten baldige und vollständige Heilung zu Theil werden lassen! Amen. (Wir erhalten aus zahlreichen isr. Gemeinden ähnliche Zuschriften, die wir nicht alle veröffentlichen können. Wir benützen diese Gelegenheit, die Herren Rabbinen, Lehrer und Vorsänger zu ersuchen, fortgesetzt öffentlich für die Wiederherstellung deS geliebten und allgemein verehrten Kronprinzen in den Synagogen zu beten. Möge der allgütige Gott unsre Gebete erhören! — Red.) Berlin, IS. Nov. Von Dr. Munk, Provinzialrabbiner in Marburg, liegt ein am letzten Hnttenscste gehaltenerVortrag über den Talmud vor. (Ter Talmud, Marburg. Elvcrt'sche Verlagsbuchhandlung, 1837.) Im Gegensätze zu der dekonnten Hüttenfcstrcdc Jellincks über den Talmud, welche an den Früchten des Festes das Wesen der Halacha und Agada deutet, will die vorliegende Rede nur einige Stimmen sammeln, welche uns ans dem großen Sprcchfaalc des Talmuds über unser Verhälrniß zu den Nichtjudcn uns entgegentörrcn, und man muß gestehen, daß der Verfasser seine Ausgabe vortrefflich gelöst hat. Natürlich sind die reinste Menschenliebe alhmcndc» Aussprüche der Weisen bei weitem nicht erschöpfend mitgerbeilt, cs wäre auch traurig, wenn die Toleranz von 2208 Personen und 2947 Folioscitcu in einen Vortrag zusammengedrängl werden könnte. Doch die vorgesühnen Proben sind sehr glücklich auSgcwählt, um den Geist der Humanität erkennen zu lasten, der jenes erdabcne Werk von 7 Jahrhunderten durchweht. Alle jene rührenden Erzählungen aus dem Jcruschalnki, die die fast peinliche Gewissenhaftigkeit der Alten wicdcrspicgcl» und Alle mit dem Rufe der erstaunten Heiden schließen: „Preis sei dem Gone der Juden" sind hier u. A. treffend zusammeugcftrllt. Und das Ganze umgeben die toleranten Lehren des Talmuds, die sich auf das Hüttenfest