Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 90 (21.11.1887)
- Date
- 1887-11-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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I I ■ •WPgygU1 1603 rabbiner Mclli trat in seiner Amtstracht vor die BundeSlade hin und gab hier in beredten Worten seiner Freude darüber Ausdruck, daß. ciu Sohn unserer Gemeinde zu dem wichtigen Amte eines VorbeterS berufen worden sei. Er beglückwünschte hierauf den neuen Hasan und lud ihn sogleich ein, nachdem er ihm noch seinen Segen gespendet hatte, sein heiliges Auit anzutretcn. Herr Kuriel fiimmte nun das Maaribgcbet an und fand.fein Vortrag allgemeinen Beifall. Herr Urban Tedeschi, Lehrer in Görz, wurde an die hiesige Gemeindeschule berufen. Wie in unseren Gcmcindckreiscn verlautet, denkt unser Vorstand ernstlich daran, zu unseren vier vorhandenen Gotteshäusern, in Anbetracht, daß die Anzahl der hier lebenden Israeliten von Jahr zu Jahr zuuimmt, noch ein fünftes hinzuzufügcn, das dann au Größe und Glanz seine vier älteren Brüder übertrcncn soll. Nun. die hiesige Gemeinde ist reich genug, um das nölhige Eapital zum Bau eine» neuen Gotteshauses aufzubringen und da der Glaubenseifer hier noch nicht erkaltet ist, so dürste dieses fromme Vorhaben baldigst auch verwirklicht werden. Griechenland. Korfu, 3. Nov. Bei der engen kirchlichen Verwandtschaft, diezwischen den Griechen undAbessyniern besteht, — die Abcssynier bekennen sich gleichfalls zur griechischen Kirche, nur haben sic auch viele Gebote und Ecrcmonicn aus dem Judcurhumc angenommen, so die Sabbatfcier, die Eircumcisiou rc. — ist cs kein Wunder, wenn sich fest, da den Abcssyniern der Krieg mit Italien als sicher bcvorstcht, große Sympathien für dieselben in Griechenland zeigen, und heißt cs auch, daß in Athen ein griechisches Freiwilligencorps gebildet werden wird, welches den bedrängten Glaubcnsbrüdcrn im fernen Afrika zu Hilfe eilen soll. Sollte nun ein solches Eorps wirllich zu Stande kommen, so würden sich auch mehrere hiesige jüdische Kauslcute demselben als Lieferanten anschlicßen. Dieselben würden so Gelegenheit finden, in das Innere von Abessynien einzndringcn und mit den dort lebenden Juden (Falascha) in Verbindung zu treten. Zwar befinden sich euch unter den in Masiuah stchcndcu ualienischen Truppen mehrere Israeliten; dieselben wn-den jedoch schwerlich dazu kommen, mit den Falaschas zu verkehren, da sic von diesen als Feinde chres Vaterlandes strenge gemieden werden. Samstag, den 16. v. Monats lief in unseren Hafen das königliche Kriegsschiff „Amphrtrita" ein, welches au Bord unsere ganze königliche Familie hatte, die eben von ihrem Besuche in Kopenhagen dcimkehrte. Zum Empfange der Majestäten hatten sich am Landungsplätze zugleich mit den Notabilitäten der Stadt auch die Vorsteher unserer Gemeinde cingcfunden. Dieselbe» wurden später vom Könige auch in Privataudienz empfangen, wobei derselbe zugleich sein tiefes Bedauern über den so plötzlich erfolgten Tod unseres verehrten Oberrabbiners Josef Lcvi ausdrückte. Se. Majestät erkundigte sich dann auch, ob der Verstorbene baldigst einen Nachfolger erhalten werde. Tie hohen Feiertage (z'terzn c’O') wurden hier wie üblich strenge und mit Würde begangen und waren während derselben unsere vier Gotteshäuser überfüllt von Andächtigen. Unter denselben befanden sich auch mehrere Soldaten jüdischer Confessio», die über Ansuchen unseres Eultusvorstandes einen 25tägigen Urlaub, vom in. September bis zum 15. Lctobcr erhalten hatten. Einige von diesen Soldaten wurden am Sukkothfcste in ihren schmucken Uniformen zur Thora gerufen, was ein enschr schönen Anblick darbot. Als Ehassane Hatorah (Bräutigame der Thora) fungirtcn Heuer in der alten Synagoge Rabbi Mcir Nachmias im Bct-Hamidrasch Herr Samuele di Salonicchio, in der griechischen Synagoge Herr Menachem Mazza und im großen Tempel Herr Josef Sarda. An Stelle des vor einigen Wochen hier verstorbenen Mcffimo Usiylio, über dessen Tod ich seinerzeit dem „Israelit" Meldung gcthan habe, wurde Herr Abraham Eherido zum General-Agenten der „Riuuionc Adrialica" in Triest und anderer dortiger Versicherungsgefellschafleu auf hiesigem Platze ernannt. Lenerer Tage weilte hier als Gast Herr Vittorio Dcbcnedetli, Sohn des Rabbiners in Neapel, Salomone Tebcucdctli. Tcbcncdetti dient als Offizier auf der italienischen Kriegsflotte und hat er auch schon mehrere Auszeichnungen erhalten. Tie hiesige griechische Gemeinde, welche ihre baufällig gewordene Synagoge rcnoviren läßt, hat sich nun an die im Auslande lebenden Korfucr Inden uui Unterstützung gewendet und fließen ihr auch richtig reichliche Gaden von auswärts zu. Vor einigen Tagen verschied hier im Alter von 85 Jahren Rabbi Jizchak Kolonimos (dut:*.??), der sowohl durch seine seltene Frömmigkeit wie auch durch seinen großen Wohlthätigkcirssinn glänzte. Tie ganze Gemeinde und auch viele Nichtjudcn gaben der Leiche das Ehrcngcleitc bis zum Grabe. Bald nach diesem Frommen verschied hier Herr Pincchas Bcllcli p-s nrron im Alter von 80 Iah-