Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 89 (17.11.1887)
- Date
- 1887-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1585 Lehmann vor geöffneterBundesladee!aergreifendes Gebet. Tie Gcmeindcmitglieder hatten sich in großer Zahl eingefundcn, und aus den Tiefen der Herzen stiegen die Gebete empor, die der Allgutige erhören möge. Aus Hesse». Gestatten Sie mir, in Ihrem geschabten Blatte von einem Feste zu berichten, das ein beredtes Zeugniß bildet, wie nran auch auf dem Lande die erzieherische Thätigleit eines gewiffcnbaftcn Lehrers zu schöben und anzuerkcnnen weiß. Sind doch solche Berichte geeignet, dem mühevollen Lehrberufe ein etwas freudigeres Gepräge zu verleiben und den Kollegen im Amte Muth und Betufsfrcudigkcü zu spenden. Am vergangenen Sonntag, den ß. November stierte die Gemeinde Rhina bei Ncukirchcn das 27,jährige Ticustjubiläum ihres Lehrers Emmerich in erhebender Weise. Schon 14 Tage vor dem Feste entwickelte die Gemeinde und zwar Jung und Alt eine Rührigkeit und einen Eifer, der lobend anzncrkcnnen ist. Nur der Gedanke, die herbstliche Witterung könnte den Bcrlauf des Festes stören, dämpfte die Vorfreude. Doch der Himmel zeigte stch besonders gütig, die Sonne vergoldete den Ehrcnakt der Gemeinde und lockte zahlreich die Fcstgäste herbei. Den Beginn des Festes eröffncte die Rhinacr Schuljugend, eine Schaar von 60 Kindern, die unter Führung eines ehemaligen Schülers des Jubilars, des Lehramts-Kandidaten L. Bacharach zur Schule zogen und ihrem Lehrer ihre Gratulationen brachte», ein erhebender Anblick für die Anwesenden. Daran schloß sich die Ncbcrrekchnng der Geschenke seitens der ehemaligen Schüler, der jeyigen Schüler, der verschiedenen Vereine in Rhina, der Freunde und Kollegen, eine herrliche und reiche Kollektion. Nach 10 Uhr traf Herr Prov.-Radb. Tr. Ä. Eahn aus Fulda ein und nun erst begann das eigentliche Fest mit dem Fcstgoltesdienstc in der Synagoge. Tiefe war von den Einheimischen und Fcstgästcn dicht besetzt. Nach dem Eintritt des Jubilars sangen die Kollegen desselben aus dem Fuldaer Robbinar. die fast alle anwesend waren, das roi Nachdem nun vom Ehor und Herrn Bacharach das ^rn in feierlicher Weise vorgetragen wurde, und nachdcnl auch der Sologesang des Pf. l l2 seitens eines Lehrers die Anwesenden entzückte, trug Herr Tr. Eahn einen eigens für das Fest verfaßten -pur *2 für den Jubilar und ferner daS Tun für den Kaiser vor. Herr Ba-chanch sang crmn -pur für die Gemeinde und der Enor nn». — Alsdann bestieg Herr Rabb. Tr. i>ohn die Kanzel, um in herrlicher Ncdc die Verdienste deS Jubilars um die Gemeinde Rhina und deren Jugend zu feiern und Glück und Segen, Friede und Freude für den Jubilar von Gott zu erbitten. Es würde zu weit führen, wollte man den Inhalt der '«stündigen weihevollen Rede wicdergebeu. — Ein Kollege des Jubilars brachte dann die Glückwünsche der.Kollegen in gut gewählter Ansprache zum Ausdrucke und verglich das Lehrerleben unter Bezugnahme auf 'ui rror trrursm" zum Sternen* Heere, da hier wie dort düst're Umwölbung mit heerem Glanze wechseln! — Nun wurde vom Ehor in musterhafter Weise nrrfr msra vorgetragen, alsdann das Minchah-Gcbet verrichtet, und zum Schluffe *#n, der Pf. 150 gcsunge». . Es folgte alsdann die Aufstellung zum Festzuge, au welchem die Schuljugend, die verschiedenen .-.nun, Rabb. Tr. Eahn, die Lehrer des Fuldaer Rabbinats und die Fcstgäste sich bcthciligten. Unter den Klängen der Musik bewegte sich der farbenprächtige Zug in musterhafter Lrdnung durch das Dorf und nahm vor dem Schulhause Aufstellung. Rach einem von der Musik gebrachten Ständchen erschien der Jubilar uitd dankte in erregten schönen Worten und schloß mit einem „Hoch" auf die Gemeinde R. Herr Rabb. Tr. Eahn crwicdcrte mit einem „Hoch" auf den Jubilar, worauf die Schuljugend „Heil Dir, Du Jubilar!" saug. Ein „Hoch" auf Se. Majestät, den.Kaiser, unfern Schuß- und Schirm- Herrn, seitens des Herr» Rabb. Tr. Eahn und „Hei! Dir im Sicgcrkranz" von allen Anwesenden gesungen, bildeten den Schluß dieser Svatkon. Bei dem köstlichen Festmahle, welches hierauf beim Jubilar stattfaud, bildete» Toaste und Tischreden des Herrn Rabb. Tr. Eahn und der Anwesenden, insbesondere auch die musikalischen und jovialen Vorträge deS Lehrers Spiro auSS ch e n klcngsfcld eine ununterbrochene Kette der köstlichsten Unterhaltung, bis bei cingctrclencr Tunkclhcit ein herrlicher Fackclzug den schönen Akt der Dankbarkeit nochmals beleuchtete. Wir wiederholen den allseitig gebrachten Wunsch: „Möge der biedere und treue Lehrer Emmerich auch daS Glück des goldenen Jubelfestes genießen. -ICK H- Voburg, 11. Noo. In Nr. 60 des „Israelit" lese ich soeben eine Eorrespondeuz ans Berlin vom 7. v. M.» welche Angelegenheiten unserer Glaubensgenossen in Thüringen zu schildern beflissen ist. Bedauerlicher Weise enthält die erwähnte Eorrcspondenz Unrichtigkeiten und Angriffe aus Personen und Sachen, von denen der Eorrcspondent fällt Ahnung hat, und muffen solche Angriffe, auf