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Der Israelit · 1887-11-14 · Heft 88 (14.11.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 88 (14.11.1887)
Date
1887-11-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Herrn Joseph Blumcnscld in- Manchester, Beide aus Ruumoien), der mir die Nachricht aus Londou brachte. „Da? einzige Mittel" ist die Ueberschrift eines Artikels in der regierungsseitig bezahlten Zeitung „llmreo". Dies „Unikum" (um die „Juden" nämlich loS und ledig zu werden) besteht nach dem Artikel darin, daß „dieBauern fämmtlicheJuden rödten sollen." (Das ist, versteht sich in Rumänien, keine Anreizung zum Mord.') Danach scheint also die „Unirea" gar nicht zn wissen, daß dies schon ohne ihren Rath geschieht. Im Eingänge zu dieser Korrespondenz habe ich einige Fälle berichtet, die ich der rumänische» Zeitung, „Voacca Bottoschamlor" entnommen habe, welche sicher auch von der „Unirea" gelesen wird. — Der Kassalionsbof wird nächstens zu entscheiden haben, ob Kinder eines „fremden" (schrecklich!) Vaters und einer rumänischen Mutter „Rumänen" seien. Das ist eine der 2 oder :i rumänische» Mischehen, und, auch eine ircue — Knacknuß für die rumänischen Macht- Jassy. Ein hiesiger Rabbiner, welcher beim Ehef der Garnison um Dispensation der isr. Soldaten während des Verföhnnngstages cingekoolmen war, wurde anstatt aller Antwort von demselben bis zum Beginn des hohen Feiertages eingcsperrt und zu diesem noch gerichtlich verklagt. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß derselbe vom hiesigen Gericht vermHeilt wird: in Rumänien ist eben alles möglich. Holland. Amsterdam. Bor Kurzem feierte Professor Dr. M. T. Asscr sein 25jädrigcS Amtsjubiläum' an der hiesigen Universität. Seit l875 ist er auch Rath des Holland. auswärtigen Amtes, er hat sein Vaterland schon oft bei wichtigen auswärtigen Eouicrenzcn vertreten, zum letztenmal im Jahre 1885 auf der Eongo-Eonfcrcnz in Berlin. Am Tage des Jubiläums erhielt er von weit und breit Glückwünsche und am Abend brachte ihm die Studentenschaft einen Fackelzug. Frankreich. Paris. Es ist Gebrauch, daß bei der Wiederrrössnung des AppellhofeS in Paris ein leitendes Mitglied eine Rede hält. Diese Ehre fiel dieses Jahr dem Generaladvokaten Bloch, Mitglied des isr. Eonsistoriums, zu. Herr Rissim Behar, Direktor der Rothschildschnle in Jerusalem, der sich gegenwärtig dahier aushält, har in dem BerathungSzimmer des isr. Eonsiiftormms eine Ausstellung technischer Arbeiten, welche seine Schüler gefertigt, veranstaltet. Die verschiedene» Gegenstände erregen allgemeine Bewunderung. Der große Preis Bolney wurde von den fünf Akademien unserem Glaubensgenossen- Herrn Graziadio AScoli, Professor der Archrologie in Mailand, zuerkannt. Türkei. Konstantirropel. Die in Salomch! existirende Sadeistensecte schickte vor einigen Monaten zwei Telegirte hierher, um am hiesigen Platze eine Schule zu errichten. Ans Antrag des Ehacham Baschi befahl der Sultan, dieselben sofort auszuweise» und über das Treiben dieser Sekte in Salomch! nähere Erkundigung einzuzichen und Bericht darüber zu erstatten. P a l ä st k u a. Jerusalem, Mitte Oktober. Seit einigen Tagen habe» wir außergewöhnlich große Hitze. Dieselbe steigt am Tage bis aus 27° Reaumur und - fäll: des Nachts und am Morgen nur auf 22* R. Diese immense heiße Temperatur ruft einen imuicr größeren Wassermangel hervor, in Folge dessen ist die Stimmung der Bevölkerung eine sehr gedrückte. Feuilleton. ßnlflehungsgeschichte eines Kkoflers. Bon K. Wiesenthal. Es war im Jahre 1285, da wurde kn einer sinstcren und stürmischen Nacht in die Kirche deS Dorfes Techow cingebrochen und ein kostbarer goldener Abendmahls-Kelch und die Monstranz mit der geweihten Hostie gestohlen. Ter Thäter war anfangs nicht zu ermitteln. Welch' Wunder, — eines Tages erklärte der Pfarrer des Ortes: Zwei Juden, die'sich im Dorfe verborgen hielten, seien die Thäter gewesen. Schleunigst holte man die beiden Juden aus der entlegensten Ecke eines alten Hanfes ab und steckte sie in ein finsteres Loch und dies zwar lange genug, um die beiden alten Leute endlich zum Geständnisse zu zwingen. Der Kirchcnraub hatte in der ganzen Gegend großes Aufsehen erregt, man war wüthend über die beiden Juden und wehe denen, der armenGlaubensbrüder, die um jene Zeit erwischt worden wäre«; es wäre ihnen übler ergangen, als jenen wilden Thieren, die einen Menschen zerrissen hatten. Tie armen beiden Juden, ohnehin, wie die Ehronik erzählt, alte Leute, hatten Todesängste auS-

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