Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 88 (14.11.1887)
- Date
- 1887-11-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449782--27492-2517401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r^. , H 1572 Palästina. Jerusalem, im Oktober. nn TpN 'i -Lv px Trn r^w. Ter hiesige französische Konsul, Herr Lcdlonx', der als ein großer Freund und Kenner des heiligen Landes bekannt ist, und von dem der „Israelit" erst jüngsthin einen Artikel über die Lcl- und Seifenfabrikalion des gelobten Landes veröffentlicht hat, ist soeben mit einer neuen Studie über dieses fein Lieblingsthema vor die Ocffcntlichkeir getreten. Herr Lcölour veröffentlichte nämlich jetzt wieder einen Bericht über den Handel (Ein- und Ausfuhr) Palästinas im Jahre lSSö zugleich mi: einem Äücklicke auf das vorangcgangcne Jahr 1885. Dieser Artikel lautet: „Ter Werth der nach Palästina 1886 eingesührren Waaren zeigt gegen daS vorhergegangcne Jahr eine erfreuliche Zunahme. 1885 harte nämlich die Einfuhr einen Werrh von 4 Mill. Francs, 1SS6 dagegen schon von 5,146.000 Francs, waS eine Zunahme von 1V» Mill. Francs ergiebt. Tie Artikel, welche cingesührt wurden, waten mancherlei: cS waren dies Baumwollzcu.qe, Seidenstoffe. Länder, Tuche, Trogncn und pharmaeeurifche Prodncte. Ban- und Tischlcrholz, keramische Prodncte, Colonial, waaren, Mehl, Kurzwaarcn, Pariser Modc-Arrikcl. Weine, Liqueure. Leder und Felle, Glaswaaren, Faicnce, Papeterien, Pctrolcum, Eonscrvcn crc. Tie LaumwvUstoffc kommen fast durchwegs aus En.lcnd, trotz der großen Anstrengungen österreichischer und belgischer Kaufleute, diese Fabrikate durch ihre eigenen zu ersetzen. Ter Wcrrh der Sridcncinfuhr hat jedoch abgcnommcn; sic har 1886 keines falls mehr als 120,000 Francs betragen, wovon 10.000 Francs aus französisches Fabrikat kamen. 1885 haben die französischen Fabriken nach Jerusalem allein für 4ü,üo0 Frs. Leidenwaaren aus Lyon geschickt. Tie Franzosen verlieren daher langsam das Terrain für einen Artikel, von dem sic noch vor erlichen Jahren das Monopol befaßen. Oesterreich, die Schweiz und selbst Deutschland und Italien kommen, um Frankreich vollständig zu ersetzen, Tank der Erzeugung mancher gemischter und gununirtcr Stoffe, die sic zu sehr billigen Preisen abseven. England ist immer der Gebieter des Scidenbändermarkres und ist der Kampf Frankreichs in dieser Hinsicht gleich Aull, obwohl französische Fabriken Stoffe erzeugen, welche die englischen leicht ersetzen könnten. Tie französischen Fabriken verleg'.« sich nur daraus, Waaren von untadclhafter Oualitäl zu erzeugen, und warten sic dabei noch, bis die Kundschaften zu ihnen kommen, anstatt einige Muster zu versenden, die ihnen leicht einen großen Absatz verschalen könnten. Ei» gcwiffcr Fortschritt hat sich im vorige» Jahre zu Gunsten der französische» Tuchwaarm nrauiscstirt, die mit 60,000 Frs. bei einem Absätze von 200,000 Frs. figurircn. Ter Verbrauch des Tuches nimmt von Jahr zu Jahr zu in Folge der Bestrebungen der wohlhabende» Klassen des Landes, sich immer mehr nach ruropäischcr Art zu kleide». Für die fertigen Kleider hat Oesterreich das Monopol. das gewöhnlich für 80—40,000 Frs. Waaren abfctzl, die aber von schlechter Onalktär sind. Die Trogucrien und pdarmaceutischc» Waaren ngurircu in der E'rnführ mit 75,oo0 Frs., und hier ist es Frankreich, das den Markt beherrscht. Ter Werth der cingcführtcn Eiscnwaarcn überschreitet 150,000 Frs., und komnlt das meiste davon aus Belgien oder England in Folge der niedrigeren Preise besonders beim Transporte. Frankreich führt nnr Blei in Stangen ein. Ter Handel mit Lau- und Möbelhol; nimmt immer mehr zu. Palästina bedeckt sich mit wohlthäligcn und gastfreundlichen Anstalten, und der Erfolg davon zeig: sich bei dem ganze» Bangefchäftc. Tie Verwendung von Möbelhol;, das so selten in diesem Lande ist, dem Wälder und Bäume mit hohem Stamme gänzlich fehlen, wird täglich allgemeiner und der Handel damit täglich mehr gewinnbringend. Tic Holzcinfuhr hat 1886 einen Wcrid vorr 6t 5.000 Frs. erreicht, wovon 245,000 Francs auf Rußland, 160,000 Frs. auf Oesterreich. 80,000 Frs. auf Egypten und 130,000 FrS. ans Karan-anien (Anatolien) kommen. Tie Stadt Jaffa, deren Eolonisationsbcwegnng zunimmt und deren Frnchrhandcl iinmer bcdeulcnder wird, verwendet einen dritten Thcil des cingeführten Holze» zur Erzeugung von Orangcnkistcn. Man föhn auch einige feinere Holzgatlungen zur Erzeugung von Toilcttcgcgcnständen ein. Tiefe Fabrikation bildet die Basis einer Industrie, die für die Zukunft zwar viel verspricht, für jetzt jedoch über ihren Anfang nicht hcransgekommcn ist. Was den Handel mit gebrannten und getrockneten Ziegeln andclangt, so har er sich Tank der Zunahme der europäischen Bevölkerung und der Entwickelung ihres Geschmackes für Luxus und Eomsort in Palästina stark entwickelt. Tic Stadt Marseille führt allein für 100.000 Frs. keramische Produkte ein. Tie Einfuhr von Marmor, der zur Ausschmückung der Gotteshäuser bestimmt ist, gewinnt auch täglich mehr an Wichtigkeit Tic Toknmenle der Agenten der verschiedenen TampschiffahrrS - Gesellschaften in Jaffa zeige» einen Eingang von 12,500 Eollis rassinincm Zucker im Wcrthe von 540,000 Frs., von dem 4/5 r f k.!