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Der Israelit · 1887-11-14 · Heft 88 (14.11.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 88 (14.11.1887)
Date
1887-11-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1571 an der Sache Nicht?. Und wenn auch sämmtliche Inden lauter edle Menschen wären, so müßten wir dennoch den Kampf gegen dieselben fortscpen, denn da? Judenthum verfügt über solche Mittel und Fähigkeiten, die uns abgchen, so daß wir der Judenheit gegenüber den Vcnheidigungsstandpunkr nn? bewahren müssen. Tie Juden bilden eine selche Macht, welche uns rettungslos unter ihr Jock beugen würde, falls wir uns nicht vcrtheidigcu werden." „„$arin haben Sie Recht; wohin wir nur blicken, gcwabrcn wir die fürchterliche jüdische Macht. Tic Ministerien sind voll mir Juden; bald werden wir schon keinen christlichen Minister, Minifterialrarh, Staatssekretär oder sonstigen hohen Beamten mehr treffen. Nicht zu sprechen von der richterlichen Beamtenschaft, welche schon zum förmlicher: jüdischcrr Monopol geworden, noch viel weniger von den Lehrkanzeln, welche ein Christ schon gar nicht mehr erlangen kann — und wäre er auch der Allerfähigste — wenn er nicht zum Iudenthum Übertritt.- Und erst ira gesellschaftlichen Leben, dort ist ja der Jude allein tonangebend, und der Ehrist, wenn er auch in den maßgebenden Kreisen geduldet wird, so spricht mau doch mit ihm nur von oben herab - - wenn überhaupt mit ihm gesprochen wird. Wahrlich, wir Juden sind ungeheuer mächtig!"" „Daß cs nicht so sei", erwidert Jstoczn, „das ist unser Verdienst. Aus mir wricht die (Erfahrung und diese ist's auch, die mich zum Antisemiten machte. In meiner Eigenschaft als Advokat, der ich nickt aur das Gehirn gefallen, binich der jüdischen Rafsinirthcit und ihrem Zusammenhalten zum Opfer gefallen. Nun, wenn sic cs wagten, mir gegenüberso zu verfahren, was erlauben sie sich erst gegenüber dem anncn Landvolke?" — „„Das können Sie am Besten vom Volke selber erfahren. Fragen Sie den Bauer, wer besser mit ihm umgehe. der Jude oder der christliche Grundherr? Fragen Sie ihn, zu wem er lieber in Treust gehe, ob zum Edelmanne, der den Bauer noch immer als Arbeitsvieh betrachtet, oder zum Juden Moses, der der Freund, Rathgeder und llntcrslützer seiner Tiencrschaft? Fragen Sie in ihrem eigenen Wahlkreise, ob er cs bereut den Juden Maier Josef zum Lrrsrichter gewählt zu haben? Werden nicht seitdem die Gcmcindcangelcgeuhcitcn ordentlicher geführt als vordem? Fragen Sie irgendwo in den Dörfern, ob der Jude mit seinen Nachbarn etwa nicht gm auskommc? Freilich ist's nicht unmöglich, dieses gute Vcrhältniß zu stören, wenn sich gewissenlose Menschen treffen, die dem einfältigen Bauern cinreden, daß der Moses, den er als soliden Menschen kennt, christliche Iuugfrauea abschlachtet."" „Derartigen Hetzereien habe ich nie das Wort geredet," warf Jstoczy ein. „„Was Ihre Erfahrungen betrifft,"" fuhr der Jntervicwcr fort — so sind diese gerade für Ihre antisemitische .Theorie nicht beweisführend. Ich kenne eine christliche Familie, die ein Jude auS großem Drangsale gerettet, kann deshalb die christliche Familie bcbauvtcn, daß alle Juden edle» tüchtige Menschen sind? Keinesfalls. ES gibt auch bei den Juden, wie bei allen Eonfcssionen, schmutzige, schlechte Menschen. Anderseits dürfen aber auch Tiejeuigen, die von Juden Undill erlitten, nicht behaupten, daß die Juden in ihrer Gcsammtheit schlecht und deßhalb verfolgt zu werden verdienen. Und eben weil Sie von den Juden unliebsam behandelt wurden, dcßbalb haben Sie für die Sache, kein unbefangenes Unheil. Ter erste Ausgangspunkt für Ihre antisemitische Tbätigkeit war ein einseitiger, und demzufolge ist Ihr ganzes Wirken' auf diesem Gebiete nur ein großer JrNhum; ich hoffe, daß Sie dies einst selbst cinsehen werden, denn wir wünschen Sic nicht zu besiegen, sondern zu überzeugen, daß Sie Ihren Jrrihuut einschrn, und sich mit uns aussöhnen. Sie sind dies nick: nur dem Judenthnme schuldig, welchem Sie so viele Wunden geschlagen — denn Ihr Wirken war bedauerlicher Weise schon bisher von genug traurigem Erfolge — Sic schulden dies auch dem Vateriandc. welchem Sic wahrlich einen schleckten Dienst geleistet, indem Sie die Inden auszuschlicßen. zurückzuweifen sich bestrebten."" Nachdem sich der mehrcrwähnte Mitarbeiter des Egyenlössg mit einem warmen Händedruck von diesem erbitterten Gegner unseres Volkes verabschiedet, nahm er die Ueberzeugung mit sich, daß den Vater und Urheber des ungarischen Antisemitismus das Treiben seiner Scküler und Kamvfgeuoffcu. wie jeden ordentlichen Menschen, schon anekle, ja ihn, wenn möglich, noch mehr als jeden andern honetten Menschen, weil alle Niedertracht des Antisemitismus unter seiner Acgide geschehen. Aber auch diese Lehre ist zu entnehmen, daß der Jude mehr als jeder Andere sich vor jedem Schein eines Unrechtes zu büren habe, denn, wenn Stefan fehlt, so bat nur Stefan dafür zu büßen; wenn aber Abraham einen Fehler begeht, ss muß auch Jsak darunter leiden. Beweis dafür „Jstoezy."

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