Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 88 (14.11.1887)
- Date
- 1887-11-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1573 aus Oesterreich und der Rest aus Marseille kamen. Ter Consumircnde fragt hier vor Allem, ob die Waare billig fei, ohne großes Gewicht auf ihre Qualität zu legen. Dieselbe Statistik zeigt eine Ziffer von 280.000 Fr«, für Kaffee auf, von dem zwei Drittel (Rio) aus Triest und Marseille und ein Drittel ans Arabien (Mokka) kommen. Der Thce, dessen Einfuhr einen Werth von 350,000 Frs. hat, kommt fast sämmtlich aus England. Tie Mehlcinfuhr war 1386 bedeutend stärker, als 1885 und zwar in Folge Mißrathen? der Ernte in diesem Jahre. Man kann den Werth dieser Eirrstchr, die zur Hälfte aus Oesterreich und zur Hälfte aus Frankreich kam, auf 120,000 Francs schätzen. Auch aus Rußland kam etwas Mehl. Ter Ecntner kostete gewöhnlich 20—30 Frs. Deutschlands Einfuhr ist stark in Kurzwaaren und geschmiedetem Eisen; die Waare ist zwar nicht besonders gut, dafür aber billig, worauf man in Palästina ungemein viel hält. (Schluß folgt.) Fenilletorr. Are Kerrin von ZiLtarvrH. IV. Schwere Wolken vcrffnsterLen den politischen Horizont. Tic Zustände in Deutschland waren unerträglich geworden. Der Bundestag in Frankfurt am Main hatte sich überlebt, und sowohl die Fürsten wie die Völker sannen auf eine neue Gestaltung. Im Jahre 1863 halte der Kaiser von Qcstcrrcich die deutschen Fünrcn und die Vertreter der freien Städte zur gemeinsamen Berathung nach Frankfurt berufen. Sie Alle waren erschienen, dis auf den König von Preußen, der seine Thciluahmc an der Berathung verwcigcne. Eine neue Verfassung wurde für Deutschland entworfen, aber ihr Zustandekommen scheuerte an dem Widerstande Preußens. Tann traten neue Eonsticte hinzu. Der siegreich zu Ende geführte Krieg gegen Dänemark hatte die Hcrzogthömer Schleswig und Holstein für Deutschland erhalten; allein Qcstcrrcich und Preußen fanden für die Theilnng keinen Modus. Im Anfänge des Jahres 1866 trat Preußen mit einem Vorschläge zur Neugestaltung Deutschlands auf und stieß dabei auf den Widcrsraud Oesterreichs und feiner Bundesgenossen. Beide Staaten bereiteten sich nun Zum Kriege vor; die Truppen würden mobil gemacht, die Reserven eingezogcn. Qssizierc, die zur Disposition gestellt waren oder ihren Abschied genommen-hatten, beeilten sich, wiederum in die Armee einzmretcn, um für ihr Vaterland zu kämpfen. Auch Barou Rohri? stellte sich seinem Kaiser zur Verfügung und trat als Bataillonschef in die active Armee ein. die unter Erzherzog Albrecht gegen Italien zu Felde zog, während Marschall Benedek das Gros des österreichischen Herres nach Norden gegen die Preußen führte. Am 24. Juni 1866 erfocht Erzherzog Albrecht bei Custozza, einem Tone in der Provinz Verona, über die Italiener einen glänzende» Sieg. Der Erfolg der Schlacht war namentlich der österreichischen Eavallerie zu verdanken, welche durch eine kühne Attaque zwei Divisionen des italienischen Heeres derart fcstbannre, daß sie an der Schlacht nicht thcilnehnren konnten. Allen voran war der Major Rohns an der Spitze seines Bataillons dem Feinde entgegengesprengt; allein sein Bataillon ward decimirt, er selbst von einer feindlichen Kugel in die linke Seite getroffen und lebensgefährlich verwundet. Als Sidonie die Nachricht von der schweren Verwundung ihres Gemahls erhielt, elltc sie sofort nach Italic», um ihren Gatten zu pflegen und womöglich für dessen Heilung Sorge zu tragen. Nach vielen Bemühungen fand die Baronin das Feldlazareth auf, in welchem sich ihr verwundeter Gatte befand. Er erkannte sie nicht, denn ein heftiges Wundfieber hatte sich des .Kranken bemächtigt. Tie Kugel war in die linke Seite cingedrungcn und hatte noch nicht entfernt werden können. — Tag und Nacht saß die Baronin am Bette ihre» kranken Gatten und pflegte ihn mit der aufopferndste» Sorgfalt; sic gönnte sich nur wenige Stunden der Ruhe. Der Kranke wurde von wilden Fiederphautasien verfolgt. Bald glaubte er sich mitten im Gcwühle der Schlacht, bald mciute er, er befände sich in seinem hcimaihlichcn Schlosse. Was Sidonie da vernahm, erfüllte sie mit Schrecken. Ter Baron klagte in seinen Phantasien seine Gemahlin der Untreue an und sprach von einem Kinde, dem sie das Leben gegeben haben sollte. Er nannte sich einen Betrogenen und verwünschte seine Gemahlin und seinen Schwiegervater. Tie Baronin litt fürchterlich; doch ließ sic sich in ihrem Pflcgcamre nicht irre machen und verdoppelte ihre Aufmerksamkeit für den unglücklichen Kranken. Eines Tages trat eine barmherzige Schwester zu ihr. „Gnädige Frau," sagte diese, „ein sterbender schickt mich zu Ihnen und läßt Sie bitten, an sein Sterbelager zu kommen." Tic Baronin folgte der Schwester, welche sie in eine andere Abrhcilung des Lazareths führte. Aus einem Feldbette lag eia Mann, dessen abgezehrtes Antlitz den herannahcndcn Tod verkündete.