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Der Israelit · 1887-11-14 · Heft 88 (14.11.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 88 (14.11.1887)
Date
1887-11-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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selbst sagt: *»o pi rrrst xvr. „unb bc-3 ist ein .-örtlicher Znhalt. fein gar sehr." Wir wollen da. her versuchen, in einfacher und allgemein bcrständlidicr Weife zu demselben Resultate zu gelangen. Zu diesem Zwecke wollen wir außer der schon mitgelhciltcn noch fünf aridere Fragen in Bezug auf den vorliegenden Gegenstand den geehrten Lesern vorsührcu. Bekanntlich hatte Zakob schon lange zuvor die Erstgeburt erlangt. Aus der Erzählung der heiligen Schrift jedoch erkennt man klar, dag Zizchak von diesem Vorgänge bisher nichts erfahren hatte. (Vergleiche E. 27. V. 1, V. W, V. 32), bis es ihm Esaw OB. 30) miuheiltc. Zn Bezug auf diesen Umstand haben wir die erste Frage zu stellen. V. 33 heißt cs: »Und cs erschrak Zizchak einen Schrecken groß gar sehr, und er sprach: Wer war cs denn, der Wildprct gejagt und mir gebracht, und ich aß von allem, bevor du kamst, und ich segnete ihn: er möge auch gesegnet bleibend Unsre Frage ist nun die: wie konnte Zizchak den Segen iür Zakob sofort bestätige», che er. noch wußte, daß Jakob der Erstgeborene war? Tiefe Frage ist so stark, daß einige unsrer Weisen lehren, eine Stimme vom Himmel, und nicht Zizchak, habe die Worte 'vv *f*c c: „er möge auch gesegnet bleiben" gernfcn. Nach der» einfachen Sinne der heiligen Schrift jedoch har Zizchak diese Worte gesprochen. (Vergleiche Raschi und Bcrcs-chüh Rabbah.) Und demnach ist unsre Frage wohl bcrechrigt. — Emc zweite Frage ist die: Zizchak fragt verwundert: Wer denn war cs und gleich darauf, nachdem Esaw weinend gebeten: Segne auch mich, mein Vater, sagt Zizchak: »Es ist gekommen dein Bruder mir Hinterlist und hat genommen deinen Segen." Wie konnte Zizchak ans den Worten. Esaw's schließen, daß Zakob cs gewesen, der den Segen genommen hatte? — Eine dritte Frage ist, warum Zizchak das Wort 772^22 „mir Hinterlist" hmzufügr? Zum Vierten ist zn fragen, warum Esaw nicht diesen selben Segen für sich beansprucht, sondern erzählt, daß Zakob ihm die Erstgeburt genommen; spricht er doch zu seinem eigenen Nachtheile. — Eine fünfte Frage ist: Wieso fragt Zizchak: .Wer war cs denn, der Wildprct gejagt hat, und mir gebracht hatVielleicht waren diese schmackhaften Speisen von geschlachteten Hausrhicrcn bereiter, wie cs ja.in der That auch der Fall war. Ten Schlüssel zur Lösung aller dieser Fragen siirdcu wir im Tergnm Zcruschalmi, welcher gewöhnlich dem Zorralhan den Ufte! zugeschrieben wird. Derselbe schreibt zu I. B. M. E. 27. V. 3: **="•* nri2 rgrar rrm. »Und Niwkah erfuhr durch ' göttliche Offenbarung, was Zizchak mit seinem Sohne Esaw geredet hatte." Warum der Ilederscver die Worte »durch göttliche Offenbarung" hinzusügt, das bedarf der Erklärung. Der Sinn de-' heiligen Schriftworles ist ja klar und einfach. Zizchak befiehlt seinem Sohne Esaw, ihm schmackhafte Speisen zu bereiten und verheißt ihm seinen Segen. »Und. Riwkah hörte, da Zizchak redete zu Esaw, seinem Sohne." Konnte Niwkah nicht zugegen gewesen sein oder konnte sie nicht in einem angrenzenden Raume die Worte Zizchaks vernommen haben? Wozu bedurfte cs da einer übernatürlichen Offenbarung? Zn der Beantwortung dieser Frage liegt die Lösung der Schwierigkeiten, die wir oben dargelegt haben. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrespoudenzeo. Deutschland. Berlin, 12. November. Tie ticfschmerzlichca Nachrichten, welche der Telegraph in den letzten Tagen uns über das Befinden des deutschen Kronprinzen übcrbrachte, haben hier unter allen Bevölkcrnngsklasscn und Eonfcssioncn eine beispkclofe Erregung wachgcmfcu und alle andere Frage« in den Hintergrund gerückt. Kein Mensch kümmert sich hier zu Lande mehr nur Stadlverordnctcmvahlcn, Atttisenirrettbund, Ezarenrckse oder sonst etwas, ja, selbst die offiziöse Meldung des antis. deutsch. Tgbl., daß Frau Prinzessin Wilhelm von ihrem Freunde Stöcker gesprochen, konnte nur für wenige Stunden Zweifel und Staunen erregen: alle Thcilnahme concenirirt sich auf den Kronprinzen. Daß die deutschen Zudcn sorvohl als Teutschc wie als Zndca mit in erster Reihe Veranlassung haben die Genesung des Fürsten heiß zu erstehen, der stets für die gebeugte Wahrheit in die Schranken trat und auf dessen Wöhle die Zukunft unseres Vaterlands beruht, brarrchl nicht erst dargerhan zu werden. Diesen Wünschen, welche in zahllosen .Herzen aufsteigen, ist denn auch bereits hier ein offizieller Ausdruck geliehen worden. Seil Mittwoch früh wird in der Gemeinde Ad aß-Israel jeden Tag nach dem Morgcngottcsdienste ein besonderer religiöser Akt begangen. Nach Recktarion des Psalmen 2! und 41 spricht der Synagogenvorstehcr Tr. Berliner ein eigens verfaßtes hebräisches Gebet für die Genesung des Kronprinzen. Inzwischen sind bekanntlich die hervorragendsten Fachantoritäten an das Krankenlager des Fürsten geeilt. Don den 4 Aerzten beansprucht Tr. Krause ein besonderes, eigenar-

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