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Der Israelit · 1887-11-14 · Heft 88 (14.11.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 88 (14.11.1887)
Date
1887-11-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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atäüiaoe«a«aogacti».%!MaiiiBaatg iÜMMWftWBi ’ 1568 Seelen zu Tir zu erhebe» im Gebet und nuscr Flehen zu Dir emporzuseuden, denn Du. o Gott, bist unsre einzige Stütze — o verleihe Derne Gnade dem Könige und Deine Hilfe dem KönigSsohne, er» barme Dich des ^Kronprinzen Friedriche TVilhelnr» ihn zu reuen, ihn zu heilen, ihn zu kräftigen, ihn zu stärken, denn der Allmächtige, der Allgewaltige bist Tu! Allgütiger, wir flehen Dich an, sende ihm doch Heilung in Deiner großen Gnade. Unser Vaterland ist voll Trauer uud seine Bewohner klagen und weinen. Sehnsuchtsvoll erharren wir die Genesung des geliebten Fürsten, wir Alle, alt und jung, groß und klein. Lei Dir, o Gott, ist die Hilfe. Erhöre uns, damit wir Tir jubelnd danken, erbarme Dich des erhabenen Kronprinzen und unser wie der Later sich seiner Kinder erbarmt. So sei cS Tein heiliger Wille, Amen! Die Segnungen ZizHaKs. i. Mainz, 10. November. Die Art und Weise, in welcher Jakob die Segnungen seines Vaters erlangte, wird sowohl ihm wie seiner Mutier als auch uns, seinen Nachkommen, vielfach zum Vorwurf gemacht. Wir aber wissen, daß unser Vater Jakob, nicht nur in seinem Alter, sondern schon von frühester Jugend an einer der edelsten und besten Menschen war, und daß weder ihn, noch seine fromme, tugendhafte Mutter der geringste Vorwurf trifft. Wir Kaden bereits mehrfach diese Verhältnisse crönett und die Charakteristik Riwkah's und Zakob's klarzulegen versucht. Heute wollen wir uns mit einer Frage beschäftigen, welche der große Philosoph und Bibclcommcurator Rabbi Lewi den Gerson (Ralbag) aufwirst. In Bezug ans das Wesen der Segnungen, sagt Ralbag, sind nur zwei Fälle denkbar. Ernweder sind diese Segnungen prophetischen Geistes und eine Vorher sagnng der Zukunft oder es hat sie Iizchak als Gebet zum Allgüngen ausgesprochen, fromme Wünsche für das Wohl des zu Segnenden. In dem crstercn Falle müssen wir übersetzen: „lind es wird geben dir Gott vom Thane des Himmels rc."; in zweitem Falle müßte die Uebersetzung lauten: „Und es möge geben dir Gott vom TKauc des Himmels rc. In beiden Fällen ist die Erzäh. luug der heiligen Schrift schwer verständlich. Sind die Segnungen als Prophetie, als Vorhcrsagung der Zukunft, auszusafscn, daß der vor Iizchak Stehende all diese herrlichen Dinge erlangen wird — wie kann da Iizchak später sagen: Es ist gekommen dein Bruder mit Hinterlist und hat genommen deinen Segen? Cb Iakov oder Efaw die Lorherverkündiguug vernommen, das kann ja an der enthüllten Zukunft nichts ändern. — Fasten wir jedoch die Segnungen als ein lieber, als fromme Wünsche auf. so gilt doch drcscS Gebet, so gelten doch diese frommen Wünsche nur dcnrjcnigcn, für den sie gethan worden sind, und wenn Jakob sie auch vernomnic». so waren sie ja doch für Esaro ausgesprochen und nur für ihn zum Himmel emporgcsandt. Warum erschrickt demnach Iizchak, da er den Sachverhalt erfährt, warum sagt er nicht einfach, daß er das Geber, welches er irnhümlich dem Jakob verkündet hatte und das dock dem Esaro gelten sollte, auf das Haupt dessen lenken werde, dem e? feiner Airsicht nach gebührte? llufre geehrten Leser sehen, daß die Frage eine sehr schrverwiegende ist. Weniger befriedigend jedoch ist die Antwort, welche Ralbag errheilt. Ec sagt, daß es Prophetie und Gebet zugleich gewesen sei, daß durch die schmackhaften Speisen, die Iizchak vor» Jakob erhalten und genossen, da» Gcmmh des Vaters sich derart diesem Sohne zugcwandt habe, daß er ihm voll und ganz die Segnungen so ertheilt habe, daß sie ihm vollständig zu eigen geworden, uud da diese Segnungen zugleich Nachtheiligcs für Etaw enthielten (du sollst der Herr werden deiner Brüder, und cs sollen sich bücken vor dir die Söhne deiner Mutter), so konnten sie nicht mehr ans Esaw übenragen werden; anders jedoch wäre cs gewesen, wenn Esaw seinem Barer die schmackhaften Speisen dargcbracht hätte: daun hätte sich ihm das Gcrnülh feines Vaters zngcwcndet, und er hätte die Segnungen erhalten, die für ihn Iizchak im prophetischen Geiste voranssad und die er durch sein Gebet zum Guten gestaltet hätte. Wir haben diese Lösungeine nnbcsricdigende genannt, weil rricht anzunehmcu ist, daß die Darreichung der schmackhaften Speisen einen so außerordentlichen Einfluß auf die Gestültnng der Tinge gehabt haben soll. Auch der große Philosoph und Eommcntaior Rabbi Iizchak Arama (in seine« Buche „Akedath Iizchak") sinder diese Lösung zu »lnüisch, und versucht eine andere zu geben. Tiefe trim unsrer Ansicht nach zwar im Ganzen und Großcn bas Richtige; der Weg jedoch, auf welchem er dazu gelangt, erscheint sehr dunkel, so daß er I -

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