Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 87 (10.11.1887)
- Date
- 1887-11-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1543 Personen, welche geuoa vnterrichlet sein müssen. zu informircu gesucht baden, verhält es sich in Wirklichkeit so, daß die Annonce ohne die Zustimmung des Herrn Lberrabbmcrs erlassen ist. Las cs so ist. vmffcn wir im Interesse des Gemeindefriedens sehr bedauern. Laß ohne Zustimmung deS Herrn Lberrabbmcrs die Stelle dcsem werden kann, isr rechtlich unmöglich, denn Lsalleinige Recht auf die Lranzel ist ihm verbrieft. Sollte es durch wiederholte Machinationen dem Vorstände gelingen, dem Herrn Odcrrabbiner ein Ja ahznzwingcn, so würde damit ein Zusiaud gcschanen, der von vornehcrein ein unhaltbarer wäre und den Streit in jbcn Schoß der Gemeinde trüge, Für eine solche Stellung würde sich, abgesehen von ihrer Kündbarkeit nach drei Jahren nur ein Mann sindcn, der nichts auftugeben Härte, und der auf die unabweisbare Forderung, welche cm selbstbewußter Manu zu stellen hätte, aus Unabhängigkeit von Fraktionen und Selbstständigkeit iu seinen Handlungen, bei dem voraussichtlichen Konflikt, kn den er sich begäbe, verzichten müßte. Wir sind überzeugt, daß der Porsrand iu bester Absicht und im besten Glauben z» rändeln vcruicinr, wir glauben nicht, daß er Opposition «iuand un'me treiben will, doch sicherlich har er nicht die Tragweite seines Vorgehens crmeveu und hat nickt bedach:, daß die Rücksicht ans einen im Ticnft ergrauten Mann, unter dessen Leitung während schwerer Krisen die Gcmcindcinsmutioncu sich kräftig im Sinne unserer heiligen Thora entwickelt haben, die Schule einen unaeahrrren Aufschwung genommen bar, anderes Handeln erheischt, als der Vorstand cs beliebt hat. Möge der Vorstand um des Friedens willen, und um seines cigcncu Rufes willen — cs find ja crsr 'srr, in deren Händen die Verwaltung liegt — den Schritt zurückltnm. Wenn derselbe die Stellung dcranig gestaltet, daß ein Mann, der durch Ticnst bereits Enahning gesammelt, sich zur Annahme derselben culschließcu kann, so wird er leicht mir dem kHerrn Od^rradbincr, der gewiß zu neuen Vorschlägen bereit sein wird, die dann nicht Ablehnung za erwarten haben, Hand in Hand gehen — wenn doch durchaus ein Prediger hierher kommen soll. Jedes andere Vorgehen hat den Anschein von Veraiiov.cn, die doch hinterher resuliatlos bleiben muffen oder von Erzwingung, die unserer Gemeinde gewiß nicht zum Segen gereichen wird. Honen wir, daß diese wohlgemciurcu Worte den Weg zu den Herzen der Leiter unsers Snnagogcn Verbandes finden mögen. Bulgarien. Sophia, 2. November. Seit dem kurzen Bestände des Fürstenlhums Bulgarien war es jetzt das eine Mal. daß sich Israeliten um 'eia Mandat in die Sobranje (Narionalversammkung) beworben haben... ES waren dies die Kaustcnte Risstm Farchi (tte) — die Familie Farchi ist bekanntlich eine weiwcrdreitete uud auch hochgeachtete im Oriente — und Ioschua Tschclebou. Beide blieben jedoch in der Minorirät und zwar Erstcrer mit 1121, Letzterer mit 1134 Stimmen. Wenn dieselben auch nicht gewählt wurden, so iß dieses immerhin doch ein Zeichen, daß die bulgarischen Juden nun auch im Rache der Ration si?cn wollen und daun auch, daß die Bevölkerung unseres Landes keinen Anstoß darin erblickt, wenn auch Juden ein Mandat in die Sobranje erhalten, da von den Stimmen, welche diese beiden Eandidaren erhalten haben, zahlreiche christliche waren. — Ter hiesige jüdische Äanfmanu Mosche Madje Tadzer. der auch ein jm* lschrrftgclchrtcr) ist, hat soeben eine Broschüre un:cr dem Tire! „Tas Iudenthum mit dem Talmudiu bulgarischer Sprache veröffentlicht. Ter Verfasser sucht in dieser Ltreitschrift, denn eine solche darf sie genannt werden, da sie vorzüglich gegen die Aunsemirca gerichtet ist, uachzuweisen, daß der Talmud kein eigcucs Werk, sondern nur eine Erklärung der Bibel sei uud von derselben daher gar nicht getrennt werden könne. Daher haben auch denen Eompilatorcn gar nicht daran gedacht, eigene oder gar der Bibel entgegengesetzte Lcbrcu auftustellcn. — TaS Gerücht erhält sich, daß unser verehrter Obcrrabbincr, Ehacham Akmusnini, seinen hiesigen Posten mir ciuem im türkischen Reiche gelegenen zu verrauschen gedenke oder gar nach dem gelobten Lande answauderu wolle, um dorr seine Lebenslage zu beschließen. Rußland. Warschau, 1. Rov. Ter „Posencr Zeitung" zuwlge lurd im Städtchen Kluzin, im Gouvernement Minsk, ::V0 Häuser, darunter eine Synagoge niedergebrannt; 200 Familien, meist Inden, sind obdachlos, mehrere Menschen verbrannt. Ter Schaden der jüdischen Äauflcute ist beträchtlich. Türkei. Salonichi» 29. Oktober. In Folge der schon demnäck-st bevorstehenden Eröffnung der Bahnlinie Bclgrad-Salonichi. wodurch unsere Stadt eines der erfreu See-Emporien der Levante werden wird, errichtet die k. k. priv. Oestcrrcickmchc Länderbank iu Wien hier eine Filiale, deren Leitung das hiesige Bankhaus „Allarini Frsrcsübernehmen wird. Ter Rame Allerini har bekanntlich einen guten Klang, sowohl iu der Geschäftswelt, wie auch