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Der Israelit · 1887-11-10 · Heft 87 (10.11.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 87 (10.11.1887)
Date
1887-11-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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welche immer wieder errichtet werde» soll, ist fast sprüchwörttich geworden. Mit Recht glaubte Ihr Eorrefpondcut noch am letzten VersöhunngStoge der Gemeinde von der Kanzel herab das Prophctenwort znrnsen zu sollen: „Wo ist das Haus, das ibr mir bauen wollt, und wo die Stätte, da ich Ruhe findet" Was das Wort vermag, ist geschehen; ob mit Erfolg, wird die Zuluaft lehren. Wie wir ncnerdmgs hören, steht die Gemeinde, deren Vorsitzender Tr. G n m b i u n er, der rühmlichst bekannte Mrtrcdaktcur der „VossisLcu Zrg." ist, betreffs Erwerbung eines Grundstückes in Unterhandlung, die Gemeinde mag sich bei allen ihren Schritten der Sympathien weiter Kreise versichert halten; möge es ihr glücken! Wir haben in gedrängter Revue die großen u»d irgendwie sonst dcmerlenSwcrlhen' Berliner Gotteshäuser skizzirt, ohne allerdings hierbei von der Reformsynagoge in der Johannisstraße einerseits und den Tutzenden privaten Zehn - Männer - Vereinigungen andererseits Roriz genommen zu haben. Man sicht, daß die Synagogen an den Festtagen für die /Ltcuesuchendcunicht entfernt ausrcichcn. Hieraus erwächst für die Hauptgemcinde die unabweisbare Pflicht, weitere Synagogen, und diese nicht ausschließlich mit freier Tendenz, zu errichten, wie gleichzeitig die ouS Mangel an Dritteln sinkenden Gemeinden zu stützen. „Eine Zuflucht bist Tu uns gewesen von Geschlecht;u Geschlechts sagt der Psalmist — „das sind die Gotteshäuser,"' deuten unsere Weisen. Mögen solcher Zufluchtsstätten noch viele in unserer Stadt erstehen, dann werden vielleicht in ihnen auch öfters Jene sich bergen, welche bisher nur au den beiden Acujahrstagen und am Jomkippur, nur allzupcinlich nach bliblischcr Vorschrift, „dreimal im Jahre zu erscheinen pflegten vor dem Antlitze des Herrn."" vr. Ad. Bl. Berlin, 30. Cctobcr. Der Geschichtsforscher Tr. Dessau, bekanntlich einer der spärlich gesäten strengreligiösen jüdischen Tocenten an der hiesigen Universität, bereist augenblicklich, wie wir in der „Norddeutschen Allg. Ztg." lesen, Algerien zu epigraphischen Arbeiten. Nach einer Meldung aus Eonstantine kehrr der Gelehrte erst im Tczcmbcr nach Berlin wieder zurück. — Fast sämmtliche jüdischen Blätter Tcurschlands entnehmen der Boy. Zeit, eine längere Miuhciluvg über die Habilitation des ersten jüdischen Privatd'occntcn brcrsclbsr, des Tr. Remek aus dem Jahre 1840. Ter Genannte ist jedoch bald nach seiner Habilitation zum Ehristcnthume öbergettelcn. — Am Mittwoch Abend sand in der Hochschule eine Gcdächtnißfeier für den verstorbenen Tr. Frank statt. Nach dem Programme sprachen Prof. Steinthel nad Dr. Müller. — Heute verstarb hierselbft die durch ihre Wohlchätigkeit und ihren Gemeiasiun weiteren Kreisen bekamst gewordene Gattiu des an der Spitze mannigfacher Mischer Vereine stehenden Herrn Gäusler nach langem Leiden in der Blürhe der Jahre. Frankfort a. 2. November. Diese Woche verstarb dahier im Alter von 85 Jahren Frau Bicna Schwarzschild. Tiesclbe entstammte einem berühmten Geschlcchte, denn ihr Großvater war R. Pinchas Horowitz, der berühmte Verfasser des „Hofland", und ihr Vater war R. Hirsch Horowitz, der Verfasser von nrri'cn?. Tie Verstorbene war bei dem im Jahre 1802 erfolgten Tode ihres Großvaters, der noch oft segnend seine Hände auf ihr Haupt gelegt darre, kaum drei Jahre alt, aber obwohl sie ihn also nur in ihrem zartesten Alter gekannt hatte, erinnerte sic sich ftiuer noch sehr lebhaft. Ganz besonders aber wußte sie stets eine Fülle geistreicher und hcrrtichcr Worte ihres so früh vcrstorbeuca Vaters zu erzählen, und es war darum ein doppelter Genuß, sich mir der seltenen, durch einen sprudelnden Geist, der von ihren Vorfahren auf sie übcrgcgangen war, wie durch ein reiches Gemüth ausgezeichneten Frau zu unterhalten. Herr Rabbiner Tr. Horowitz schilScrte am Grabe der Tahingeschiedenen nicht allein deren Vorzüge, sondern verstand es auch, durch Wiedergabe geistreicher und iutcressantcr Stellen ans den Werken des Rabbi Pinchas und des Rabbi Hirsch Horowitz die Zeit, in welcher diese zwei merkwürdigen Männer gelebt haben, wie ihr hervorragendes Wirken trefflich zu charaktcrisiml. * Hamburg. Wie bekannt, erklärte sich ans Ansuchen des Vorstandes des' Synagogen-BerbandeS im Anfang d. I. Herr Lderrabbiner Stern bereit, für eine neu zn schassende Prcdigcrstclle drei Kandidaten vorzuschlagen. Alle drei lehnten seiner Zeit ab, wozu wohl nicht am wenigsten der Umstand beigettagen haben mag, daß diese Stelle fürs Erste aus drei Jahre besetzt werden soll. Der Vorstand erläßt jetzt eine Annonce, in welcher er Bewerber um diese Stelle zur Konkurrenz einlädt: daß diese Ausschreibung mir Zustimmung des Herrn Oberradbiucrs ergeht, ist aus der Fassung nicht ersichtlich. In der Tha: berichten die diesigen Blätter rros mancher Ungenauigkeit in der Darstellung des Sachverhalts uud verschiedeuer Abweichungen einstimmig. daß Herr Obcrraöbiircr Stern gegen dieses Änsschreiten proreftirt habe. Nachdem wir uns bei

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