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Der Israelit · 1887-11-10 · Heft 87 (10.11.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 87 (10.11.1887)
Date
1887-11-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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im jüdische» Lager. — Vor wenige» Tagen hat hier eine seltene Hochzeit stattgcsunden. Herr Solomon Fcrnandcz, Direktor der ^Sociele Generale de l'Kmpire Oltoman“ hat nämlich seine Tochter, Frl. Dalcmine, mit dem hiesigen Laufmanne Lazar Äisrachi vermählt, und wurde die Hockzeit hier gefeiert und zwar streng nach spanisch-jüdischem Ritus. Ihne» zu erzählen, daß am Hochzeitstage auch die Annen der Gemeinde im Brauthause gespeist wurden, und daß fast alle Notabilrtäteu therlnahmcn, diese Mühe werden Sic mir hoffentlich crlaffcn. — Türkische Blätter uktlSe» nach den »ArchrveS Israclilcs-, daß Baron Hin'ch der »Alliance Israclitc" Hunden Millionen Francs gespendet habe. Es würde uns sehr iutcremren zu cnahrcn, ob diese Meldung auch ans Wahrheit beruht und bitten wir daher der» »Israelitum gefällige Auskunft. (Siche Artikel Budapest.) Are Kerrm von Aillawitz. iii. Eomteste Sidonic war erkrankt: viele Wochen fchwcbte sie zwifchcn Tod und Leben. Bkerkwürdigcr Weise verschmähte cs dcr Graf, cincit Arzt aus dcr Hauptstadt kommen zu lasten. Rur der alte Bader im Dorfe durfte die junge Gräfin ärztlich behandeln. Auf die Vorstellung seiner Freunde cmgeguctc dcr Graf, daß er kein BcNraucn zu den berühmten Acrztcn habe; diese hätten einst den Tod seiner geliebten Gattin verschuldet; dcr alte Chirurg werde schon sein Lind wieder gesund machen. Und so geschah cs, wcuigcr wo'rl durch die mcdicmisckcn Lenntnistc des alten Baders als durch die kräftige Natur dcr jungen Gräfin. Das Fieber wich,' und als Sidonie nach einem langen, tiefen Schlafe erwachte, sah sie den Barer an ihrem Bette siecn. Sie barg ihr Gesicht in beide Hände, und ein Thräncnstrom entsioß ihren Augen. »Meine Tollster.- sagte dcr Graf, »ich bin nicht gekommen. Dir Borwürfe zu machen. Lasten wir dic Vergangenheit ruhen. Ich selbst trage vielleicht an dem Borgcfallcncn mehr Schuld als Tu; ich Härte Dir eine zweite Mutter geben oder Dich einem Institute anvertraueu sollen. Ich habe mehr an mich als aa Dich gedacht und so ist das Unglück geschehe».^ Tie Eomteste ergriff die Hand ihre- BaterS und bedeckte sie mit Lüsten und Thränea. »Du bist so gut mein Vater,- sagte sie; »aber ..... wo ist.mein .... Lind 2- »»Es ist gleich nach der Geburt gestorben, und ich habe es in aller Stille begraben lassen. Nur wenige Menschen wissen davon, und ich habe dafür gesorgt, daß das Gehcrumiß bewahrt wird bleiben. Jett aber mache, daß Du wieder gesund wirst. Sobald Tu vollständig genesen, führe ich Dir einen Bräutigam zu.- Tic junge'Gräfin erholte sich schnell, und als dcr Winter vorübergcgangen war, sah mau ihr die schwere Lrankheit, die sie übcrstanden hatte, nicht mehr an. Im Frühjahre reiste der Graf nach der Rcsidcnz. und als er zurückkchrte, brachte er einen Gast mit. Baron Rohritz war Rittmeister; nicht mehr sehr jung, aber ein echter Eavalier von feinem, ritterlichem Benehmen. Ta er ohne Vermögen war, so erschien ihm die Erbin dcr großen Tapolski'- scheu Bcsiknugcn sehr bcgehrcnswcrth und er war gern dem Vorschläge des Grafen gefolgt, ihn nach fciiicii Gütern -u begleiten und um die einzige Tochter zu werben. In diesem Borsatze wurde er durch die nähere Bclaunnchaft mit Eomtesse Sidonie nur bestärkt. Auch die junge Gräfin fand Gefallen an dem stattlichen Eavalier, und so wurden die Beiden ein Paar. Rohritz nahm seinen Abschied und erhielt den Eharakter eines Majors. Tie Ehe gestaltete sich zu einer rech: glücklichen; allein sie blieb kinderlos. So vergingen die Jahre. Graf Tepolski wurde alt und schwach und konnte das Schloß nicht mehr verlassen. Baron -Rohritz übernahm die Verwaltung dcr Güter. Bei der Revision der Pachtverträge war er nicht wenig erstaunt, zu ersehen, daß Moses Lrakauer kaum den zehnten Thcil des Pachtzinses erlegte, dcr nach Maßgabe dcr andern Verpachtungen hätte bezahlt werden sollen. »Papa,- sagte der Baron zu seinem Schwiegervater, »Sie haben alle Ihre Güter billig verpachtet; aber was dieser Jude Lrakauer bezahlt, das ist doch kaum der Rede wcrth- »Lieber Sohn,- antwortete der Graf, »lasten Sic den Mann unbehelligt. Er hat mir einst einen großen Dien» erwiesen, und ich trage ihm nur eine Schuld der Dankbarkeit ab, wenn ich ihm Gelegenheit gegeben habe, ein wohlhabender Mann zu werden.- »»Darf ich. ohne indiscret zu werden, fragen, worin dieser Dienst bestanden?—

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