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Der Israelit · 1887-11-07 · Heft 86 (7.11.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 86 (7.11.1887)
Date
1887-11-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1537 ja auf sie selbst zurückfalleu müssen! — Der Raum verbietet eS mir einigcKvmbioationen auszustclleu, in welcher Weise der Korrcsp. der „Lcsterr. Wochcuschr." m seiner auS der Lust gegriffenen Beschuldigung gekommen fein kann. Ich will darum direkt den Sachverhalt angcbcn, wie er thotsächlich ist, anders auch gar nicht fein kann und, da ich zu meinen Beweisen stets einwandfreie Zeugen fccijiefltn kann, so gebe ich hiermit eine Stelle auS der (christlichen) politischen Zeitung „Sfupia* wieder, die zwar oppositionell. aber in puncto Judenverfolgung. sicher glaubwürdig ist: „Äe Polizei, setzt, wie wir erfahren, die Ausweisung der israelitischen Handwerker aus Bukarest -fort. Aus dieser Veranlassung werden viele „Geschäftchen" gemacht. ES gibt „auch" Juden, welche von anderen Juden Geld verlangen und wenn es ihnen nicht gegeben wird, so dcmlnzircn sie sie (als anderen Städten gehörig!) und die Polizei schickt ihnen Ausweisungsbefehle binnen 24 Stunden.... Man sagt un?, daß sogar einige Pslrze! agentcn mit diesen Juden in Verbindung seien, welche die Bcutelschneiderei als Gewerbe ergriffen habe», indem „sic" mir der Ausweisung drohen." Danach also ist es ganz klar, daß von den „Bukarcster Juden" sich blos einige schlechte Subjekte ebhcbcn, und daß die P o l i z ei agentcn mit ihrem „Frcmdengesctz" als Hintermänner derselben, sie — vielleicht ist dies der eigentliche Grund der Verhaftungen — zu Berrtelschnciderri benutzt, um ihnen daun die größere Hälfte des Sündengeldes abzunchmcn. Weiter ist cs nichts! Ter Umstand aber, daß in der Korr. der „Len. Wochcuschr." die Polizei als nicht (?) antisemitisch in Schutz genommen wird, und daß die Beschuldigung gleich auf alle Bnkarester Inden ausgesprochen wird, kenn» zeichnet von Weitem die Bricsschrciberei: nur eine polizeilich bestellte Mache kann s i c schönsärbcn und nur antisemitischer Brauch ist eS, die Niedertracht eines oder einiger Juden gleich auf die Gcsammthcit zu übertragen. Wenn der Korrespcndcm wirklich rmd ein rechter Glaubensgenosse wäre, so hätte er rs im Jnlande versucht „seine Mkrbrüdcr" zu „mrssern"*), statt sic im A u»lande zu „moßern", d. h. durch die inländische Presse das Lcnncrsiiche ihres angeblichen VcrsolgungShasseS gegen die moldauischen Leidens genossen nahczulcgen, anstatt sic anznschwärzen und verächtlich zu machen, ohne den scheinbar gewollten Nutzen zu erzielen, da die „Ccücrr. Wochcuschr." wohl im Auslände, aber in *) Sam. k. Qomaaii: S?»j» Zurrchrsnsung; im I«Lo» .SRiffcr* außgrsproch». Rumänien auf „seine Glaubensgenossen" nicht eiawirken kan». . - . - * Rußland. Die jüdischen Soldaten in WitebSk feierten neulich ein schönes Fest. Sie hatten auf eigene Kosten eine neue rrr-ri -sd anfettigen kaffen und übergaben dieselbe in feierlicher Weise der Synagoge. Für diesen Tag hatten sie Urlaub erhalten. Biele Offiziere uud Bürger wohnten der Feier bei. Palästina. Jerusalem. Die Verordnung. daß fremde Israeliten, ob reich oder arui, sich nicht länger als dreißig Tage dahier wie überhaupt im Lande aufhalten dürfen, wird seitens der Behörden strengstens ausgcfühtt. Sehr auffallend ist es, daß, wie verlautet, der engl, tind franz. Eonsul diese strenge Maßregel auch aus die unter ihrem Schutze stehenden Personen auSdehueu. Selbst dem frühere« Leibarzt de? Sultans von Sansibar, Henn Dr. I. Gregory d'Ardella, welcher gegenwärtig als Arzt bei den jüdischen Eolonien in. Palästina fungitt, wurden große Schwierigkeiten in den Weg gelegt, und nur weil er Arzt ist. hat die Regierung den ständigen Aufenthalt im Lande erlaubt. Amerika. New-Bork. Ein Gerichtsvollzieher erhielt von dem Richter Mr. Eatty einen ernsten Verweis, weil er gegen einen Juden am Dersöhnungstag eine gerichtliche Exccutiou ausgesühtt hat. Tctt'elbc Richter harte dies vor Beginn der isr. Feicttage ausdrück-ich verboten ui?d weiter angcordnct, daß jedem Antrag eines Israeliten auf Dcttagung feines . Prozesses, der au» Samstag und aus cincu isracl. ' Feiertag anderaunrt ist, zu willfahren fei. In Montreal (Eanada) wurde neulich der Gnmdftcru zu ciucr neuen Synagoge der pottugiesisck.cn Gemeinde gelegt. Bei dieser Gelegenheit gab Herr Joseph eine kurze Geschichte der Juden von Eanada. Tie ersten Juden kamen 1776 in dieses Land. Unter diesen sind zu erwähneo: Hem» rich Joseph, welcher zu den Gründern des dirccten Schiffsverkehrs mit Europa zählte, Oberst Franks, Adjmant des Generals Waschington, und Ezekiel Hart, welcher dreimal Mitglied des Parlaments gewesen und den canadischen Israeliten die bürgerliche und religiöse Gleichberechtigung verschaffte. Panama, Milte September. Nur selten der- . irrt sich eine jüdische Zeitung nach unserer von den Welthandelsstroßen abseits gelegenen Stadt. Wen« uns dann rin solches Blatt zu Händen kommt, so ist es gewöhnlich eia englisches oder ein in den

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