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Der Israelit · 1887-11-07 · Heft 86 (7.11.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 86 (7.11.1887)
Date
1887-11-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1535 JSraelkten sind* — für unS bleiben die beklagenswcrthen Thatsachen zurück, daß so viele unserer Glaubensgenossen ganz plötzlich brodlos gemacht wurden, daß sie durch die abscheulichen Handgriffe der unvermurhelen Arretirungen. Ausweisungen und des Hin- und Hertrcibens von Stadl zu Stadt so sehr unglücklich gemacht werden, daß ihr Geld, Zeit, Interessen, Gesundheit, Häuslichkeit, ihr ganzes Haben und Sein ohne irgend ein Bcrschulden vernichtet wird. Was das Unverständlichste an der ganzen Sache, ist. daß die Armen »ach derselben Moldau zurückgeschickt werden, welche durch die Maßnahmen der fort und fort centralisirendcn Negierung iu's tiefste Elend gcrathen ist und ihre Bewohner nicht mehr ernähren kann, nach derselben Moldau, von welcher die Rumänen immer wieder das Geschrei erbeben, daß es von Juden „überschwemmt* sei. Es ist dies für die „liberale* Regierung des „liberalen* und wie eS sich weiter schimpft: -gastfreundlichen* Rumänien eine Art Ansicdelungsranon; in der Moldau sind die Juden eine „Ucbcrschwcnrmung* und wenn sie versuchen nach der Wallachci (Bukarest rc.) sich zu vertheilcn. so werden sie abgcschoben, zurück nach dem „überschwemmten* LandeSthcil! Und mit solchen „Förderungsmirtcln* will man in Rumänien eine Industrie gründen: rumänische Arbeiter gibt cs nicht und doch sollen zwei! Drittel solche sein müssen; die fremden Arbeiter aber werden SpicßrutKen getrieben! — Mit diesen Verhaftungen offenbar, steht die rumänische .Korrespondenz der „Oesterreichischen Wochenschrift* in Zusainmcnhang, von welcher ich Ihnen schon vorige Woche schon schreiben wollte. Darin wird unter Bezugnahme auf die Austreibungen von den Dörfern und Flecken nach den Städten und von den Städten nach — anderen Städten, von demKorrespondcntcn dcnunzirt, daß an der Treibjagd, die täglich in Bukarest ftanfiribct, seine eigenen Glanbcnsgerioffen, Milbrüdcr u. s. w., das heißt die Bukarcster Israeliten selbst schuldig seien und es wird gesagt: „Wenn irgendein Mensch je der grausamste Feind seines Mitmenschen gewesen ist..... dann sind cs die walachifchcn nmntaner JSraclücn gegen die moldauischen.* Diese Feindschaft, ist mir. der ich Ihnen ja in nreknen Aufsätzen „Gcmeindclcbcn* die Gegensätze und Feindschaften unter den Israeliten Rumäniens und deren Gründe einzeln aufgezählt Labe, ganz neu und unbekannt. Ich selbst bin geborener Moldauer und kenne auch die Walachei bezw. Bukarest ein bischen sedr genau, aber ich kann mich nicht entsinnen je dieser Eigcnthümlichkeit begegnet zu sein. Trotz der augenscheinlichen - Wärme — ich möchte sage«: „blinden Eifers* — mit welchem der BricfschrrÄ« seine Beschuldigung vom Stapel gelassen, must ich darum sagen, daß er entweder die rumänisch« Verhältnisse und das exakte Beunheilen nicht kämt, oder — ich weiß freilich nicht wer der Herr ist — es must ein, christlicher oder mosaischer, Antisemit sein, der um den runränischeu Israeliten zu schsd«, um sie in den Augen, des Auslandes noch schlechter zu machen, als sie schon angesehen werden, sich als Anwalt feiner „Glaubensgenossen* x. nusspielr, um in demselben Athem zugleich ihr änffögcr fein zu können. Gegen eine solche Anwaltschaft und gegen die Beschuldigung einer solchen MMdaischen Feindschaft fühle ich mich berufen, Einsyr«ch zu erheben und die walachischen Israeliten, Mo meine „Feinde*, in Schutz zu nehmet,. In der That sagt der Korresp. der „Ocsierr. Wochmschr.* einen Absatz weiter: der walachische Israelit „haßt* ihn (den moldauischen) so sehr, daß er seine Schädigung sucht und zu diesem Zweck eooaft er (?) bei den hiesigen Ehristen die alten Boruntzeile (!!) Er zieht sich nicht zurück, bis er nicht srüttn Bruder von jenseits des Milkow (Fluß mrd rtzrMÄige Grenze zwischen Moldau und Walachei) MuAich zurückgetriebcn hat. Besonders „dir Dnkarestrr Jaden* sscin starker Sammelname!) habe» sich m offenen Kamps gegen „uns* gesetzt; sie suchend« Reuaugekommen« in jeder Weise bei der Polizei snzuschwärzen, damit sie ihn auswcise, und, cs Ä nur zu wahr (?): unsere Polizei ist gar nicht so streng, so antisemitisch (?!): was soll sie aber, wenn ein Jude selber ihr alle möglichen BcÄämadungen (?) über einen Glaubensgenossen hinrcckrisgl? „Unsere Mitbrüder* außer der HanpisraZK Mll wohl heißen: außer Rumänien) sollen nur hören, wie die hiesigen Juden sich bcrühmen» fcaid) ihren Einfluß diesen oder jenen Juden zur Ausweisung gebracht zu haben.* Wahrlich, dieser Erguß muthct einen so an, als ob ein von der rumänischen Polizei bezahlter Scribrst, die Korrespondenz mit der bcstiutmren Absicht in die „Ocstcrr. Wochenschr.* lancine, um unter dem Pseudonym „die Bnkarcster Juden* die Indes überhaupt als die Sündcnböcke und die Polizei als cm — — nicht ein bischen antisemitisches, uuschuldiges Lämmchen hinzustellen. Und damit der Ursprung der Korr, sich wenigstens einigermaßen stlbst vcrrathe wird darin höchst überflüsssgerwesse «ech gesagt, daß „die Bukarcster Juden* (?) sogar die alten „Borurtheile* (d. b. cvent. das Märchen dom Cicerblut u. dgl.) bei den Ehristen erwecken — etwas Unglaubliches, wenn man bedenkt, daß der^nche« Aufstachelung«

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