Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 86 (7.11.1887)
- Date
- 1887-11-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1530 Regeln der modernen Schulhygiene eingerichtete Lehrzimmer und ein Bibliothcksaal. Zwei der Lehrzimmer lassen sich durch Entfernung einer beweglichen Wand zu einer Aula erweitern. DaS ganze Gebäude, das als überaus gelungen zu bezeichnen ist, macht seinem Erbauer, Herrn Ingenieur K u tznitzky, namentlich aber auch den Herren, die durch ihre Lpferwilligkeit, wie ihre Energie und Ausdauer, die Errichtung des herrlichen Werke? ermöglicht und dasselbe zur Ausführung gebracht haben, alle Ehre. Mit der Erwerbung eines eigenen Heims ist die Religionsschule in ein neues Stadium getreten. Wenn die Anstalt in den acht Jahren ihres Bestehens sich auch in recht erfreulicher Weise entwickelt hat, so hätte die Wirksamkeit derselben sich doch noch weit umfassender gestalten können, wenn nicht gerade der Mangel eines eigenen Gebäude? sehr störend empfunden worden wäre. Die Schullokale» welche die städtischen Schulbehörden zur Verfügung gestellt hatten, konnten nur in einzelnen Tagen der Woche in Gebrauch genommen werden, und der Unterricht mußte deßhalb auch auf diese Tage beschränkt werden: gerade am Sabbat mußte bedauerlicher Weise der Hauptthcil de? Unterrichts stattfinden. Die Schwierigkeiten, die nach dieser Richtung vorhanden waren, sind nun verschwunden und damit wird hoffentlich die Anstalt einen neuen Aufschwung nehmen und an Ausdehnung, wie an Leistungsfähigkeit wachsen. Roch'sind ja, trotz all der guten jüdischen Schulen, die wir hier haben, Hunderte von denjenigen jüdischen Kindern, die öffentliche Schulen besuchen, vorhanden, die ohne hebräischen Unterricht, wie überhaupt ohne ordentlichen Religionsunterricht answachsen. Mögen durch die Gelegenheit, die hier so leickt und günstig geboten wird, immer weitere Kreise für die Rcligionsschule gewonnen werden. — Mit der Rcligionsschule verbunden ist nunmehr auch ein BcS Hamidrasch, wo täglich mehrere Stunden gelernt wird, so daß jetzt innerhalb des Gebäudes alle Zweige des hebräischen Wissens, von den allerersten Elementen bis zu d"e» und C'pns gepflegt werden. Gewiß eine herrliche Institution, dem das schönste und glücklichste Gedeihen zu wünschen ist. Wongrowitz, 26. Lctobcr. t? ijnn "btnen bsi ‘r.-tf. „Wmet Ihr nicht, daß ein Fürst und ein Großer in Israel gefallen ist." Ja, ein Thorafürst, eine Größe ersten Ranges war der Mann, von dessen Heimgänge hier berichtet werden soll. E? ist der weit über die Grenzen unserer Gemeinde hinanrühmlichst bekannte rc dahier, L. Hirsch Klausner jn, Verfasser deS rcrcfr p und des nK3, der nach kurzem Leiden im 84. Lebensjahre am pm irn 2 in eia besseres Leben eingegangea ist. Wenn beim Hcimganae großer Männer der Ausruf "rrcrro wh p-wr«i-p „Wehe, daß sie uns unwiederbringlich verloren find" als gerechtfertigt erscheint, so ist dieses Angesichts dieses Todesfalls ganz besonders der Fall. Durch den Tod dieses großen Gelehrten ist nicht nur in unserer Gemeinde und in der hiesigen Provinz, sondern im ganzen Indenthum eine unersetzliche Lucke entstanden. Schon in seiner frühesten Kindheit von feinem Vater, K. Wolf Klausner b"xf Rabbiner in Exin. in die Hallen des Talmuds eingcführt, zog der kaum 13 jährige Knabe durch feine außerorteutliche Geistesschärfe und eine bewunderungswürdige Auffassung die Aufmerksamkeit deS Sr» ttm tc*pj? irr: und der gefammteu Gelchrtenwelt auf sich. Diese eminenten GcisteSgaben, gepaart mit einem eisernen Fleiß, machten ihn zu einem der bedeutendsten Gelehrten der Gegenwart. So groß und bedeutend er aber dastand, so bescheiden und anspruchslos war sein Wesen, er war sich kaum selbst seiner Größe bewußt. Und dieser anspruchslose, mit den allerbescheidensten Lebensrnitteln sich begnügende Sinn half ihm über alle Sorgen und Anforderungen deS Lebens hinweg, sie gingen alle spurlos an ihm vorüber und. vermochten nicht feine zu manchem don mot und kräftigem Witz angelegte Natur, sein in allen Lagen deS Lebens sich immer gleichbleibendes Wese« anS dem Gleichgewicht zu bringen. Je.weniger Interesse er aber für materielle Dinge zeigte, dcstomebr concentrirte sich fein ganzes Denken und Thun auf daS Studium der Thora; in der Thora ging sein ganzes Sein auf und bewährte er an sich den Ausspruch: "TfrSi c:rn in seiner ganzen Tragweite. Um Mitternacht, mitunter auch schon früher, verließ er sein Lager, um dann bk? züm Morgen in der Thora zu forschen, deren Studium seine ausschließliche Beschäftigung bildete bis zu seinem Lebensende. An dem auf den Sterbetag folgenden Freitag Vormittag wurde der Leichnam in die Synagoge gebracht, wo Herr Rabbiner Rosenthal aus Rogasen vor der versammelten Gemeinde und vielen Auswärtigen, die herbeigceilt waren» nm dem Tobten die letzte Ehre zu erweisen, einen »227: hielt, in welcher er, anlchnend an den Wochenabschnitt nz kts, der Bedeutung des Verstorbenen beredten i