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Der Israelit · 1887-11-03 · Heft 85 (3.11.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 85 (3.11.1887)
Date
1887-11-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1514 bar an König Friedrich Wilhelm IV., damit derselbe diejenigen Anordnungen vornehme, welche die Habilitirung bei der Berliner medinnischen Facultät möglich machen würden. Auch hierauf kam von dem Minister Eichhorn eine Zurückweisung, welchem jene Bittschrift übergeben worden war. Nun wandte sich Nemak an Alexander von Hum-1 b oldt, der ihm seine Befürwortung versprach, und Remak'S erneutes, an den König gerichtetes Gesuch mit einem Schreiben begleitete, worin er sich hinsichtlich Remak'S auf feine »berühmten Freunde" Schönlein und Johannes Müller und auf die Fürsprache bezog, die er mündlich bei dem Könige für Nemak, dessen Verdienste um die Wissenschaft er nochmals hervorhob, schon eingelegt hätte. Humboldt erinnerte den König daran, dag derselbe früher ihm gegenüber seine Geneigtheit erklärt hätte, einzelne ausgezeichnete jüdische Gelehrte ausnahmsweise als Universitätslehrer anzusie-en, weshalb er bitte, dem vr. Nemak zu gestatten, bei einer der inländischen Universitäten eine akademische Lchrerstelle an» treten zu dürfen. Darauf er-ieß der König an die Minister dcS Un.errichls und des Innern eine Eabineisordrr, worin er den Minister Eichhorn ausdrücklich eruiächtigte, den vr. R e m a k als Privatdocent zuzulassen. Nichtsdestoweniger zögerte Eichhorn und legte am 31. März diese Eabinctöordre zu den Acten, um sie »nach sechs Wochen wieder vorzulegen." Am 30. April erfolgte von dem Minister des Innern Einspruch gegen diese Verzögerung, worauf Eichhorn unterm 10. Mai Ausflüchte und Borwände suchte. Ehe jedoch diese Eichhorn'sche Entgegnung dem Minister des Innern in der Reinschrift zuging, erfolgte von dem Eabincts- und Vortragenden Minister v. Thile am 15. Mai die Anfrage an Eichhorn, ob dem königl. Befehle bmsichtlich Remaks genügt fei, »da Se. Majestät diese Anstellung dringend wünschten." Nun war keine Verschleppung mehr möglich, und am 23. Mai 1547 machte Eichhorn »dem praktischen Arzte und Operateur vr. Nemak" die Anzeige, daß er sich habilüiren könne. Berlin» 2. Nov. Dr. H. Biber selb, welcher seine Ausbildung am Berliner Rabbiner- Seminar erhalten und zuletzt die Stelle eines ersten Lehrers an der Neligionsschule zu Frankfurt a. M. bekleidet hat, ist zum Rabbiner von Samt er gewählt worden. Möge in der lange verwaisten Gemeinde mit dieser frischen religiösen Kraft endlich ein friedliches, heilsames Zusammenwirken aller dazu berufenen Faktoren die Interessen der Gesammthrit erfolgreich vertreten. Bl. Köln, 27. October. Die Leichenftier für die verstorbene Frau ».Oppenheim fand heute im Hause der Verstorbenen, auf dem Domhof statt, und zwar durch den Rabbiner der israelitischen Gemeinde, Dr. Frank, der seiner Leichenrede den Bibelspruch (?) zu Grunde legte: »Alle guten, großen, edlen Menschen leben erst, wenn sie gestorben find." Der Oberbürgermeister war mit dem Stadtverordneteu- Kollegium in eorxor« erschienen. Nach der Leichenfeier wurden die irdischen Ueberreste der großen. Wohlthäterin zum Ecutralbahnhof gebracht, um von da mittelst Exttazuges nach Basscnheim bei Koblenz befördert und ia der dort errichteten Familiengruft Charlottenruhe beigefctzt. zu werden. Auch Ihre Majestät, die Kaiserin, hatte sich bei der Leichenfeier vertreten lassen. KSfu, 28. October. Die vor einigen Tagen verstorbene Freifrau Abraham von Oppenheim hat der Stadt Köln folgende Vermächtnisse hinterlaffm: 150.080 M., deren Zinsen am Todestage der Geschenkgcbenn an christliche und jüdische Arme je zur Hälfte vcrtheilt werden sollen, 300,000 M. für die Erweiterung des von ihr gegründeten Kinderhospitals und 12,000 M. für das MarienhoSpital. Danzig, 23. October. In der letzten Zeit scheint in der Handhabung der Ausweifungsmaßrcgcln eine mildere Praxis Platz zu greifen. So meldet die »Danziger Ztg.," daß in der vergangenen Woche mehrere Ausweisungsbefehle zurückgenommen worden sind. So wandte sich der 80jährige frühere Rabbiner Bernstein, der ans Mühlhausen in Ostpreußen ausgcwiesen und nach Amerika gegangen war, an den.Oberpräsidenten mit der Litte, zu seiner in Mühlhausen verbettathcten Tochter zurückkehren zu dürfen, und der Herr Obcrpräsident hat ihm die Bitte gewährt. Ebenso wandte sich ein 70jähriger Man», Namens Lnecki, welcher aus dem Kreise Wöllstein (Pr. Posen) mit seinen neu» unmündigen Kindern ausgewiesen war, an den Reichskanzler mit der Bitte, ihm den ferneren Auscnrhalt in Preußen zu gestatten. Auch seine Litte ist erfüllt worden. Ferner wird aus Kattowitz gemeldet, daß den ausländischen Geschästsleitcm aus Russisch-Polen die Aufenthaltserlaubnis abermals bis zum Jahresschlüsse verlängert ist. Plauen ü B. Tie hiesige israelitische Gemeinde besteht erst seit 4 Jahren und zählt etwa 20 Mitglieder. Be» ihrer Eonstituirung stellte me Gemeinde einen Religionslehrcr an. sorgte aber mLt gleichzeitig für einen Schachet. In Folge dieses trau» rigcn Berhättniffes sah sich ein religiöses Ititglied

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