Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 84 (31.10.1887)
- Date
- 1887-10-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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iii’iVifii ir— 1505 daher fcftsteht, daß die Cpfenvilligkcit der jüdischen Bevölkerung dem reinen menschlichen Gefühle ent-! springt. Loch wenn Haß und Neid sich zum Bunde > vereinen, dann wird Vernunft zu Unsinn, Mildrhärigkeir zu Sünde. Unsere Feinde haben nämlich den traurigen Muth zu behaupten, daß diese Hilfsacrion nichts als eine echte «jüdische Mache" sei. (r-3 war der „karh. Waiscnhilfsvcrcin", der diese Hirn-! verbrannte Behauptung in seiner lebten Versammlung! aufsrellte und ein Herr Schcnkenbach beantragte sogar das Unternehmen zu bekämpfen, weil die Arrangeure desselben Juden und Freimaurer sind;! cs werde nur von Erstcrcn gegeben, um hinrendreiu ein Geschäft zu machen und weil sich unter den Hungernden auch Judenlinder befinden. Bei einer solchen Logik hört icde Logik auf. (Ncucftcns hat auch Baron Rothschild 10,000 fl. für diesen Zweck gegeben.) Frankreich. Paris. Am 18. Cktobcr fand zu Paris, im Tempel der Rue de la Victoirc, die Vermählung der Baronesse Aliue Rothschild mit Herrn Albert Eduard Sassoon ans London, statt. Die am Tage zuvor veranstaltete Gesellschaft bei Baron Gustav Rothschild, dem Vater der Braut, im Palais der Avemrc de Mariany, harte die Spitzen der Pariser 26c!t vereinigt. Und insbesondere die Frauenwelt drängte sich bcwundcrungsvoll um die fabelhaft reiche Brautausstattung. In letzterer zogen vor Allem die Blicke auf sich, die Geschenke dcS Herrn Taffoon: ein antiker Fächer, Spitzen und einPerlcnm-d Tiamanten-Halsbanö von drei Reihen; Diamant- Armbänder von Frau Sassoon, eine Tiamantkrone von Frau Anspach, ein Sapbirdiadrm von der Familie Rothschild, ein antiker Fächer von der Gräfin Bontales, ein Saphir- und Diamanten - Armband rvn der FamUic Rothschild, eine Standuhr Louis Loms XIV. von der Familie Rothschild, ein Fächer L:it Bildern von allen spanischen Aquarellisten, ein silberner Korb von der Prinzessin von Wagram n. s. w. Tic Sassoon» starnnren ans Indien und rcichriklcn sich durch ihre Hingebung an England namentlich im Jahre 1857 zur Zeit des Scapoy- Aufstandes aus, wo sie die Aushebung und Ausunrrrng von Freiwillige» betrieben. Unvergessen rst auch der wahrhaft orientalische Empfang, den -"crr Sassoon in seinem Prachrpalais zu Bombay bcrn Prinzen von Wales während dessen letzter Reise bereitet halte. Schon früher bestand übrigens eine »raniilienverblndung zwischen den Sassoons und der rnglifchen Linie der Rothschild, da eine Frau Sassoon, eine berühmte Londoner Schönheit, die Schwester der Baronin Leopold von Rothschild in London ist. ' Ru blau d. Odessa, im September. Im Gerichtshöfe wurde dieser Tage, wie die „Cb. Ztg." berichtet, ein principieller Prozeß im Appcllaiionswege der- * handelt. Ta in Rußland nach 8. 302 des Crimminal-Gesetzes die Rabbiner verpflichtet sind, jede religiöse Handlung selbst auszuführcn, so kommen zwischen den Rabbinern und andern Juden häufig Streitigkeiten vor, indem die letzteren sich ebenfalls : berechtigt fühlen, dieselben religiösen Akte vorzunchmcn, wie die Rabbiner. Aus ciucm solchen An- . , lasse bcmmcirtc der Ehcrsoncr Rabbiner unlängst. Abram Kogan und Moses Minster, daß dieselben ohne jede Bcfugniß eigenmächtig Tranungs- und/.' Dccrdigungsakte ohne Hilfe des Rabbiners vor« . nehmen. — Ta die .eingeleitete Untersuchung die. Anzeige des Rabbiners bestätigte, so wurden die Beiden zur gerichtlichen Verantwortung gezogen und vom Fhcnoner Bezirksgericht zn je 40 Tagen Gcfängniß vcrurthcilt, Tie Bcrurthciltcu, die sich . trotzdem im Rechte fühlten, wandten sich an den r hiesigen Gerichtshof, woselbst die beiden Rabbiner- Gehilfen, Herren Eichenwald und Dr. Pouieranz. als Experten vorgeladcu waren, deren Meinungen in der religiösen Frage aber ganz anscinandcr gingen. Trotz der glänzenden Verthcidiguug des Herrn MargnlicS fand der Gerichtshof die beiden Ange- ' klagten für schuldig, eigenmächtig religiöse Akte vor- , genommen zu haben und bestätigte da» erste Uriheil. F e n i 1 1 c t o n. Eine Mische Korschungs-Weife in Araölen.*) lFortsctzung.) Unterwegs lud dann der Sultan die beiden Shcriffc ein, ihm die Ehre zu erweisen und an seiner Seite zu reiten. wozu sich die beiden Enkel - des Propheten auf's Bereitwilligste herbcilicßcn und dies um so mehr, als sie wußten, daß der Sultan heute Morgen auf dem Marktplätze zwei fette Häm- - mcl, dann Bmtcr, Mehl rc. als Dorrath auf die Reife harte cinkaufcn lassen und sie bekanntlich- Freunde eines guten Bissens waren. Da nun die •) Siche Nr. 62-