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Der Israelit · 1887-10-31 · Heft 84 (31.10.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 84 (31.10.1887)
Date
1887-10-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1504 die er für nackte Wahrheit ausgibt. So unterscheidet er zwischen jiDci Pannen im Volke, von denen die eine sich Jakob und die andere sich Israel genannt habe!!! Ein anderes Mal erzählt Herr Tr. Gräv seinen Lesern, daß während der ganzen Tauer der Rr'chterepoche der Stamm Jchuda nicht den geringsten Anthcil an den öffentlichen Angelegenheiten genommen habe; er sei für die übrigen Stämme so gut wie nicht vorhanden gewesen!!! Herr Gräy scheint nickt nur Doktor, nicht nur Professor, er scheint auch ciu rückwärtsschanender Prophet zu sein, da er mit prohetischcn Ohren das Gras wachsen hört, welches vor ungefähr 3000 Jahren auf den Triften des Stammes Jchuda so üppig emporschoß. — Dabei passirt ober Lern Verfasser etwas Menschliches und er vergißt, daßAthniel, der erste Richter, und daß Jbzon, einer der späteren, dem Stamme Jchuda angehörte. Tie Ausstattung ist eine ganz vorzügliche rmd gebührt dafür der Verlagsbuchhandlung (Oskar Lciner, Leipzig) volle Anerkeunnng. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. - Deutschland. Flchiugcn b. Brcttcn. Gine, selbst von unseren größten' Feinden anerkannte Tugend, ist die Unterstützung der Armen. Gs ist mit Freuden zu sehen und zu begrüßen, daß allerorts Gcmcindcilnterstützungskasscn bestehen, die die Unterstützung an durchreisende Arme verabreichen. <5s geschieht auf diese Weise sehr viel Gutes, (erstens: die Armen erhalten in nicht beschämender Weise die Unterstützung: zweitens: die Armen sind nicht der Polizei, die bei uns in Baden den Hausbcttcl sehr streng bestraft, ausgesetzt, und drittens: die Armerr^gewinnc» an Zeit und kommen rascher von Ort zu Ort. Und fürwahr den Gemeinden, die solche Kauen haben und den Gcrncindenrirglicdcrn, die die Vcrwalnrng dieser M offen, die manche Unannehmlichkeiten bringt, besorgen, blüht ein besonderes rar. So freudig Lbenangcführtcs ist, ebenso traurig ist cs, wenn man die Wahrnehmung macht, daß in der größten Gemeinde unseres Bezirkes, in Breiten, wo 40—50 jüdische, durchweg reiche Familien wohnen, keine >laffc ist! Wie oft höre ich von Armen, die zu mir an die Kaue kommen, wie schlimm es denselben in Bretten geht, wie oft höre ich die Klagetöne und Seufzer: „die Polizei, die Polizei! Ich gianbe, das; mau.in Breiten Leute finden könnte, welche da Anregung zur Bildung einer solchen Armcnkaue geben würden; ebenso bin ich überzeugt, daß auch Leute da sein werden, welche die Verwaltung übernehmen könnten. Sind doch Leute da, welche die Verwaltung der Gesellschaft Harmonie" besorgen, warum' Fallen nicht auch Leute zu finden sein, welche dir Verwaltung eines Vereins rmTv, übernehmen würden! Vielleicht tragen diese wenigen Zeilen dazu bei, daß in Bretten und in anderen ähnlichen Gemeinden sich eine Kaffe bilden würde, daß das bis setzt Vernachlässigte noch nachgeholt wird. Finden wir doch in Bretten unter unseren Glaubcnsgcnonen städtischen Gcrst, warnm sollten die Herren nicht auch von liebevollem jüdischen Geiste beseelt werden? Coburg, 20. Oktober. Herr Geueralsuperiutendent Dr. Müller feierte vor einigen Tagen das Fest seines 50jährigen Dicnstjubiläums, wozu ihm auch die isr. Gultusgememde eine Gratulation zugchen ließ, welche derselbe an den Vorstand folgendermaßen beantwortete: „An dem festlichen Tage meines Dienftjnbiläums hat cs mir wohlgcihan, daß auch der Vorstand der israelitischen Culrusgemeiude meiner glückwünschend gedacht har. Indem ich dafür hiedurch meinen besten Tank aussprcche, wünsche ich von Herzen, daß auch für die Zukunft Genoffen verschiedener Religionen in unserer Stadt friedlich und einträchtig bei einander wohnen, und in dem einen, gesegneten Strebe» zusammen Irenen, daß sie Gott fürchten und recht rhun. Das helfe Gott! Hochachtungsvoll ergebenst D. Müller. Generalsuperintendeut. Ocsterr.-Httgar. Monarchie. Wie». Großstädte zeichnen sich durch Reichthurn. aber auch durch Armurh ans. So wurde vor Kurzem die Entdeckung gemacht, daß es dahier über 3000 hungernder Schulkinder gibt» deren Eltern nicht in der Lage sind, ihnen zu Mittag auch nur einen Bissen Brod zu geben. Um dieses Glend zu lindern, hat sich ein Cornitä gebildet, welches sich zur Aufgabe stellt, diese hungernden Kleinen mit Speis und Trank während des Tages zu versehen. Tie bereits eiugegangenen Spenden haben schon eine ziemlich hohe Summe erreicht. Als eine der hervorragendsten Spenden erscheintdie des Baron Königs» warter mit dem Betrage von 10.000 fl. Ileberhauptbetheiligtcn sich bei diesem edlen Serke zahlreiche Israeliten und ein großer Theil der Gaben rührt von ihnen her, dabei ist fast mit Sicherheit anzunehmcn, daß nur ein kleiner Druchthcil der hungernden Kinder jüdischer Gorssession sind, daß es

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