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Der Israelit · 1887-10-31 · Heft 84 (31.10.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 84 (31.10.1887)
Date
1887-10-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1500 abzwcigt, durchzieht den östlichen Theil des Khanats, mn crsl in der afghanischen Grenzstadt Sibi ihr Ende zu finden. Persische Juden pflegen hie und da die an derGrenzc gelegenen bcludschistanrschcn Ortschaften zu besuchen, um dort Geschäfte zu machen; in das Innere des Landes wollen sie jedoch nicht cindringcn, eiueSrycils, weil die Lcludfchcn als höchst fanatische und wilde Menschen bekannt sind und die Sichcrhcit in deren Land fast Alles zu wünschen übrig läßt*). und andernthcils, weil sich dort keine Juden voriinden und : sie--vielleicht die Speisegescye nicht gehörig einhalicn'könnten. Leludschman wäre somit da« einzige nwhamcdanische Reich Asiens, in dem keine Juden leben sollen, was aber sehr schwer .zu glauben ist, und zwar aus dem Grunde, weil die hier in Teheran dienenden Lcludfchcn so Vieles von den jüdischen Gebräuchen und (5crcmonicn zu erzählen wissen, waS keinesfalls der Fall wäre, wenn keine Inden unter ihnen wohnen sollten. Tie selbst versichern, das; in einigen Törsern, die nahe an der Meeresküste liegen, ein Tramm haust, desien Sprache mit der des >ioranSd. h. mir dem Arabischen, verwandt ist — die Lcludfchcn sprechen gewöhnlich persisch oder afghanisch — und glaubt nran daher, daß dies Juden seien. Ausfallend bliebe cs dann, warum diese Juden gar keine Annäherung an ihre in Persien, Indien und Afghauisian lebenden Glaubcnsbrüder suchen wollen. E« würde sich daher sehr der Mühe lohnen, wenn von London oder Paris ans Nachforschungen darüber angcslcllt werden würden, ob in Lcludschisian Inden wohnen oder keine, und wie, falls sich solche dort vorsändcn, deren religiöse Anschauungen beschauen rein mögen. Feuilleton. Die verschwundene Eröfchafl. **) Eine C?t;cblung von B. Hause. XV. Früh Morgens um sechs Uhr fuhr Therese mit Wolf per Lahn in der Richtung nach M. ab. Tie Verlobten sprachen, während der Reise wenig zusammen. Therese saß still und in sich gekehrt. “j Bon der 'Lrchrrheil in Beludichisran. d. d. in jennn JUrilr, krr wa der «'i'rnbcbn. b:r übriginä unifr AnisuLr *:<bt. nichr brrüdn wird. kann man s:ch leichr einen ^'kgrin machen. wenn man rr'äbn. daß. als der <»Mir mir nincn Mini-rrrn vor einigen Zadrrn in Kalkutta »ar und der rng'.i'Le Bittkönig rord Rivsn ibnrn;:r <<bren ein Baulrrr gab. dieser seine >"äsrr zwingen mus-rr. die von idncn mädrrud deS <rsirns ringeslrckrrn goldenen Ärger. fabeln wieder drrautzrugebrn. .Zorrstyung und Schtsß. Vor ihrem Geiste stiegen schmerzliche Erinnerungen auf, und eine Thräne schlich sich über chre Wange. Wolf verstand ihr Tinnen und wollte sie nicht stören. Solche Schmerzen, wie sie jetzt seine Lraut erfüllten, waren ja auch ihm nicht fremd geblieben in seinem noch jungen Dasein. Gegen neun Uhr kamen die ersten Thurmspitzen der Stadt M. in Sicht. Lei diesem Anblicke zog ein lciscS Leben durch den Körper Thercscn'S, obgleich erst ein Jahr verflossen war, seitdem sie dieselben nicht mehr vor Augen gehabt haue. Wonnigsüße und tiesrraurigc Erinnerungsbilder drängten sich in ihrer Seele empor und immer mächtiger und mächtiger, je nichr und je deutlicher sich die Häuser und die Straßen der Stadt ihren Augen zeigte». Welche Fülle früher kindlicher Freuden, welche« große« Maß frühen kindlichen Schmerze« war ihr in den Ringmauern derselben zu Theil geworden! Wie viel Gutes und wie viel Schlimme« hatte sie erlebt! Und die, welche sie so sehr geliebt haben und dir von ihr so sehr geliebt worden sind; die, denen sie Alle« war und in denen sie ihr Alles tmd, nächst Gott, ihr Höchstes erblickt hatte: die waren nicht mehr in dieser Sradt zu finden, sondern ruhten außerhalb derselben unter kühlem Grabcshügcl! Tas zog ihr jetzt mit dumpfem Schmerze durch die Seele. Ihre Thränen rannen immer rcichlich.r, und sie schrak sichtlich auS ihrem Jnsichverkoreufein auf, al« der Zug hielt. Sie stiegen aus und eilten, Therese auf Wols's Arm gestützt, dem israelitischen GottcSacker zu. Am Thore stand Mendel schon, ihrer wartend. Sie nahm da« Luch aus ihrer Reisetasche und gab dieselbe Mendel zur Ambe» Währung. Tiefer blieb am Thore stehen; Therese und Wolf bcttaten den GottcSacker und beteten zusammen die EirrlcitungSgebete. Tas Jnhaltsverzcichniß des Luches zeigte ihnen die Reihefolge der Gebete. Nachdem die EinlenungSgebete beendigt waren, ging Therese an das ihr wohlbekannte Grad ihres Later«. Sie betete in heißer Andacht und fügte dem vorgcschricbencn Gebete unter reichem Thränenfluffe alle« aus ihre Lage Bezügliche hinzu, da« Flehen um die Fürbitte ihres Vaters bei Gott für den Lund, den sie mit ihrem Verlobten für'S ganze Leben zu schließen vorhabe und um die Fürbitte ihre« Vaters bei Gorr, daß Er in Seiner Gnade ihnen den Weg zeige zur Auffindung Greffen, was sie jetzt so sehr bedürften. Am Schluffe des Gedetstücke«, welches in dem Luche als am Grabe des Vaters zu beten bezeichnet ist, fand sie von der Hand ihre« Vaters die Bemerkung niedcrgeschrieben: „Wenn Tu auch das Gebet am Grabe Teiner lieben Mutter verrichtet hast, daun schlage Rr> | Seite 299 auf. Als Therese auch am Grabe ihrer

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