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Der Israelit · 1887-10-31 · Heft 84 (31.10.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 84 (31.10.1887)
Date
1887-10-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Rumänien bourage hat. so möge es überall in sei» ucn Gesetzen u. s. w., statt des Wortes »Fremde-, .Luden" setzen.? Erst dann wird das Ausland beruhigt sein können über die „Fremden" in Rumänien: wir könnten aber auch gespannt sein, zu börcn, was das Ausland über die „Juden" derselben Landcsgcscxgcbung denkt. Will Rumänien die Geseec gegen die Fremden nicht abschaffen, dann mag an ihm in Erfüllung gehen das Sprichwort: „Wer einem Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!" Persien. Teheran. Unser greiser Herrscher, Schah Rasr-Eddin, hat sich nun entschlossen, trotzdem er schon nahe, dem sechzigsten Lebensjahre ist, noch einmal das Abendland zu besuchen und wird dies fixt seine dritte Europarcise sein. Tie erste dieser Reisen trat er bekanntlich im Jahre 1873 und die zweite 1878 an und auf beiden derselben besuchte er mit einziger Ausnahme von Rom, die HauprsrZdte aller Großmächte. Auch diesmal werden diese Städte die Ehre haben, den Beherrscher des Sonncnrcichcs in ihren Mauern zu beherbergen. Tic Reisen unseres Herrschers erfordern zwar viel Geld und Zeit: diese Opfer werden aber nicht umsonst gebracht, denn Rasr-Eddin bringt immer seine« Üntcrthaneu bei feiner Heimkehr aus dem civilisirtcn Abendlaude einige neuen Ideen und Einrichtungen von dort mir, die dann allen feinen Landcskindcrn ohne Unterschied des Glaubens und des Standes zugute kommen. So hat er uns von seiner letzten Europarcise die abendländische Polizeicinrichtungcn — als Polizei-Tirektor fungirt jetzt hier Graf Montefortc aus Wien — und dann auch das Projekt zur Beleuchtung feiner Haupt- und Residenzstadt mit Gas mitgebracht. Tiefes Projcct wurde schon 1880 verwirklicht, denn in diesem Jahre wurden einige Gassen hier mit Gas beleuchtet. Anfangs nur ans einige Gaffen begrenzt, erweitert jetzt diese Beleuchtung immcruichr ihr Gebier und hat sic jetzt auch schon die Grenzen unseres Judcnvierrcls erreicht. Nächstens wird auch die Hauvrgassc dieses Viertels. die zu den belebtesten der Hauptstadt gehört, mit Gas beleuchtet fein uud dann wird es zum zweiten Male von uns heißen: vm nnrn rm>t r«rn c-n.Ttr; »Und den Juden ward Licht, Freude, Wonne uud Würde", denn auch die Gasflamme wird uns Freude und Würde bringen, da man dann unserem Viertel mehr Ausmcrksamkcit schenken und auf dessen Reinhaltung einen größeren Geldbetrag als bisher verwenden wird. Dagegen ist cs mit den Berkehrswittcln in Persien leider noch immer schlecht bestellt und trotzdem uian cs uns schon seit «Hy« einem Bicrtcljahrhundcrt verspricht, erhalten mr doch noch immer keine Eisenbahn und muff« ttir daher unsere Schnellfahrten noch immer ans de» Rücken der Kameele und Dromedare zurück!^». Zwar gibt es schon von hier ans eine HchrKstze nach unserer Hafenstadt Rescht am Kaspisee, fasle auch eine solche von hier nach Tübris au ter xxf; fischen Grenze. Leider find die Jude» KsßttS nicht so wohlhabend, um sich Kutschen o!» Laleschen halten zu können und hat daher auch ise herrlichste Fahrstraße keinen zu großen Werch Sr nos. Selbst Haman würde es sich heute lasze überlegen, für die Juden Persiens zchuüuisrÄ Ecnrncr Silber zu geben, da er kaum hundert E«1ncr bei uns vorsindcn würde. Seil Kurzem cristirt hier auch eine Gesandtschüft des deutschen Reiches, deren Secrctär, Brauch Ley, ein vortrefflicher Kenner der persischen Sprache nad Literatur ist. Tcrsclbe hat schon einige Male das hiesige Judcnvrcrtc! mit seinem Besuche Rmüriich kann man dir Häuser in diesem durchaus nicht mit den Billen der jüdischen Banyur'ers im Thiergarten zu Berlin vergleichen, iodeß zeichnen sich dieselben durch ihre besondere F«« und Bauart aus. Und wie unsere Häuser sozMnes sich auch unsere Synagogen durch ihren cigcuthünLHcs Styl aus, und ein russischer Photograph, der imvcrgangcncn Frühlingc hier weilte, um von allen unsaru berühmten Gebäuden Lichtbilder anzufertigen, hat auch unsere drei Synagogen photögraphirt, um die VSdcr davon in seiner Hcimath verkaufen za töaaai. Bor einigen Monaten war hier das verbreitet, daß das Pariser Haus Rothschild &c berühmten Naphtaqncllen zu Beku am äflstnfce angclaust habe und cs werde der Ehef dieses Hem-. scs nächstens diese seine neue Besitzung besichtig«. Hier gab man sich daher auch schon der hin, daß Baron Rothschild von Baku <nö arrch hierher kommen werde, um dem Schah leine Aufwanung zu machen und zugleich auch sei« Gkwbcnsbrüder im persischen Reiche mit seinem Bcstuhe zu erfreuen. Seitdem ist es jedoch von dieses Gerüchte wieder stille geworden, so daß dasselbe totm mehr wahr werden dürfte. Südwestlich von Persien liegt bekanntlich Khanat Bcludschistan, das beinahe so groß rft mt Afghanistan und dessen Herrscher oder Emir «a Freund und Bcrbündctcr der Engländer ist, »« denen er auch mit Geld und Waffen uur«st»N wird. In der Hauptstadt dieses Khanats, ftdet, rcsidirt auch ein englischer Gesandter, und eint Eisenbahn, die von dem großen indischen Bshrwetze

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