Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 84 (31.10.1887)
- Date
- 1887-10-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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MffBMWffiil dem gouvcrnamcntalantisemilischeu „Liberalul- (Jassy), auf.... 17 beschränkt, die von 3—4 vielleicht abgesehen, nicht in Eigenthum, sondern nur in Pocht (»renäu), hauptsächlich einiger von den seit 1879 naturalisrten 67 (64) Israeliten, also wiederum von Rumänen sich befinden. . . . . Darauf reduzin sich in Kürze, das was „Telegrafulüber das „wichtige fremde Element im Landeder Welt vorgelogcn hat „angesichts dessen Rumänien „noch entwaffnetfei. d. h. noch nicht genug mörderische Gesetze und Verordnungen geschaffen — haben soll. Die „Eloilewill nun nicht etwa ihren Kollegen von Budget's Gnaden berichtigen, um damit die öffentliche Meinung Europas zu beschwichtigen, sie beschwichtigt sie nur darüber, wer mit den Enormitäten gemeint ist und nach verschiedenen Umkreisungen des heißen Brei'S gibt sic denn auch zu Ijjörcn: „$cr „Telegrafulhalte nur das Eindringen eines fremden Elements ins Land, insbesondere der Juden, im Auge.- Es sind also nur besonders die Juden, im Allgmeinen aber sind es die Fremden, — was ja die „R. fr. Pr.- weiß und auch ohne „Berichtigungrichtig gesagt hat. Trotzdem aber will die „Etoilcder „R. fr. Pr.- nahklcgcn. daß die Fremden ruhig nach Rumänien kommen könnten. um Industrien zu gründen, indem ihr zufolge „Telegrafulmit seinen AuswcisnngSgtlüstcn nicht die Fremden gemeint habe!" Wen dann sonst, darüber gibt sie ein Stück weiter unumwunden Auskunft: „ES war also im Artikel des „Telegrafulniemand anders, als die Juden deS Landes (diese sollen fremd — im Lande — fein!) gemeint; ibnen hat unser .Kollegedie Bezeichnung „fremdbeige legt.- Tb mit Recht oder mit Unrecht sagt die „Etoilcnicht ebenso unverblümt; sie sagt auch nicht, waS geschehen würde, wenn gerade fremde Fremde nachRnmänien kommen wollten, um daselbst Industrien ciuzurichtcn; ob sie als „Fremdeangenommen und als Juden ausgcwicsen würden; ob fremde Juden auch jüdische Fremde seien; ob die ftemdcn Fremden, die vom Ausland kämen, im Lande eingeboren seien, im Gegensatz zu den e i n g c bor ene n Fremden, die seit 4W Jahren im Inland sremd sind. TicS alles und noch manches Andere sagt sic nicht und eS ist nur zu bedauern, denn davon hängen viele Rechte und Unrechte ab, von welchen man in Rumänien, die Ersteren den Fremden, die Letzteren den „Fremdenin der „liberalstcn- Weise zu bewilligen so sehr geneigt ist. So dreht und windet man sich in Rumänien, um auS der Konfussiou der Fremden, mit den „Fremden" herauS- 1498 zukommcn, in welche man sich seit der Revision der Verfassung von 187» hincingcrannt hat. Schlankweg und in allen Stücken zuzugcstehen, daß überall da. wo es „Fremde" heißt, die ,L»deu" gemeint sind, dar gehr nicht an. Tenn cS könnte Ieomnd. der dazu komveteut ist, kommen und mit dem Artikel 44 dcS Berliner Vertrages in der Hand Aufschluß darüber verlangen, mit welchem Rechte, Rumänien es wagt, mit dem revidirten Artikel 7, sowie mit der ganze« Gesetzgebung seit 187», die Juden unter der falschen Flagge „Fremde" zu Grunde zu richten, da doch das Prinzip des Art. 44, welches auch Prinzip des neuen Art. 7 der rumänischen Verfayung, somit also der ganzen Gesetzgebung seit 187» fein soll, zum Zweck hat, eben die Lage der Juden zum Bessern zu wenden. Andererseits wieder möchte man in Rumänien doch gar zu gern, daß die Fremden — ob wirkliche oder unwirkliche läßt sich in der sclbstgewollten Verwechslung jetzt nicht mehr heranserkenne« — daß die Fremden auf deren eignen Kosten und isefahr den Rumänen Industrie einrichtcn sollen. Und da geschieht cs ihnen, wie dem Hirtenknaben in der Fabel, ganz recht, der mit seinem „Hilfe, ein Wolf!" die Rachbarhirten so lange hänselte, bis wirklich eines Tages der Wolf kam und ihm seine Heerde abwürgre, ohne daß ihm auf sein Schreien jemand zu Hikre tauf. Tie Rumänen spielen seit 1879 mit dem Worte „Fremde" lange genug, um nicht mehr unterscheiden zu können, was sie darunter verstanden wissen wollen. Wenn aber jetzt die „Etoile Romaine" nur allein im Punkte Industrie sagt, daß der „Telegrasu!" unter..Fremde Juden versteht, so ist das Gcständniß zwar werthvoll, aber man darf und kann ihrschondarum keiueuGlaudcn schenke», well alle Gesetze, Reglements, Dekrete, Eirculars :c., die hier von den älteren Gesetzen :c., welche von Zeit zu Zeit hervorgcholt werden, abgesehen seit 1879 gegen die Fremden gcschamn wurden, in Kraft bleiben und bei ihrer Zweideutigkeit jetzt oder später und zu allen Zeiten in der That gegen wirkliche oder unwirkliche, fremde oder eingeborene, christliche oder Fremde angewendet werden können, bezw. angrwendet werden, weil hierzu der Spielraum vorhanden und je nachdem die Willkür und die niedrigen Leidenschaften der einzelnen Theile des rumänischen RegierungSapparatcs cs für gut finden. Wcun man in Rumänien unter Fremde wirklich nur Juden verstehen will, so möge mau alle gegen die Fremden gerichteten gesetzliche« administrativen Maßnahmen ausdrücklich und öffentlich abschaffcu. Und wen»