Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 84 (31.10.1887)
- Date
- 1887-10-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1497 Tai Fest selbst verlief i» feierlichster, erhebendster Leise. Nach hiesigem althergebrachten Min Hag wurde sLou Frettag Nachmittag das neue -so in die Synagoge gebracht. Zuerst wurde das .-.Tus-Geber zdttct: darauf folgte eine Ansprache unseres Rablmcrs, des Herrn Tr.H. Sänger, im Fcstlokale, woselbst das -so aufbcwahrt war. Tie großartigem Teeorationen, Ausschmückungen durch Kränze und Blumen, sagten schon, welches frohe Fest wir rorhatrem, Ter Gottesdienst wurde an diesem Abend besonders gehoben, durch ncucingeschultc, cntwrcchcndc hebräische Gesänge, und war die Rede unseres hochgeschätzten Herrn Rabbiners, im höchsten <')radc, für alle Anwesenden begeisternd. Sie behandelte die drei Bedingungen, die beim Schreiben einer neuen n"s uns durchdringcn sollen: rrY.ro tos r. '.-ro -pst». rrrvss svp. Besonders hob Redner Iirrvor anknüpfcnd an den Satz: cpr,a!> cro yy -z, daß gerade der E-z-Ehajim-Bcrein, der das Ltudium der Thora noch als allgemein jüdische Ausgabe hinstellt und die Kcnntniß derselben sich rn erhalten bestrebt, unsere Religions-Gesellschaft in's Leben rief und so in Wahrheit sich als „Ezßhajim" erwies! Wir können nicht umhin, den Wunsch zu äußern, daß cs uns gegönnt sein möge, stets unter Leitung unseres verehrten Rabbiners derartige Feierlichkeiten wiederholt zu sehen. — Ter Samstag-Morgcn-Gottcsdiciisl wurde mit den Psalmvcrscn: 'ji ps npr H we tröffnct. Nach anderen hebräischen Gesängen und den üblichen rrspn hörten wir abcrnials unscrn Herrn Rabbiner über den Text „-ros 070 *o*mn “Trsrn -pr.*2 e'-.xn emn rs is» r.*jm T~" sprechen. In der Rede hob Herr Dr. Sänger die Bedeutung und Würdigung des Tags nochmals besonders hervor, und in ergreifenden Worten verstand cs der Herr Redner, den Anwesenden, die Dichtigkeit der rrso Vr nnsr an's Herz zu legen. So würdig die religiöse Feier verlief, so bcs, ana und endete die sogenannte weltliche Feier, welche Abends darauf, im Saale des weißen Rosses umstand. Hier waren wieder die ganze Gemeinde nrsammelt, um an dem Festesten Theil zu nehmen. — Keller und insbesondere Küche unseres Gastgcbers Herrn Rothschild waren so vorzüglich, daß wir auch davon lobcnswcrth sprechen muffen. Der Abend verlief in der anregendsten Weise. Enstprechcnde Lieder wurden gesungen, Reden wurden gehalten- Toaste wurden auSgcbracht. ~r? 'n: crrm rer ns* -0 ns run Rumänien. Dr. C. Bukarest, 21. Lktober. Sie haben vor einiger Zeit (Nr. 68) nach der Wiener „Neue freie Presse" einen längeren Artikel, des Bukarester, trotz des Dementi'- in der Wiener „Politischen Korrespondenz", ofstciösen „Tclegraful" gebracht, der, in allen seinen Theilcn erlogen und aufgeschraub^ die Ausweisung der Fremden oder Ausländer — man muß unter dem rumänischen .sreimol“ beideverstehen — fordert. Ich hatte erst die Absicht gehabt, die Angaben des „Telegraful" nach der Wirklichkeit des Länger» zu korrigiren, bin aber davon abgckommcn. Gin zur Aufklärung der „R. fr. Pr." und des Auslandes hcrgestellter Artikel des ebenfalls gouvcrnamental bezahlten französisch geschriebenen Blattes, „L'Etoile Roumaine" (Der Stern Rumäniens) in Bukarest veranlaßt mich indcß ganz zuletzt auch die Lügen des „Telegraful" wenigstens mit einigen Zeilen zu streifen, damit das Ausland sie nicht als baare Münze nehme und weil ich es für meine Pflicht halte, über Rumänien .Klarheit und Wahrheit zu verbreiten. Die „Etoile" will nämlich Nachweisen, daß alles, was ihr Reptilicnkollcgc gelogen hat, von der „Neberschwemmüng" der Dörfer durch die Fremden, deren Ausübung des Schankwirthsgcwcrbcs und dadurch Erwerb von Landcigcnthnm, sowie das Hineingcrathenseiu einer „großen" Anzahl der „schönsten" Landgüter in deren Hände" — sich nicht auf die Fremden, sondern auf die „Fremden" beziehe. Ich weiß nicht, ob ich noch zu wiederholen brauche, waS in Rumänien jedes Kind längst weiß, daß: gerade von den Dörfern die Fremden, schon seit 168! vertrieben worden sind; daß der Erwerb von Landcigcnthnm nichts weiter ist, als zeitweilige Pachtung weniger kleiner Parzellen seitens einiger, verstreuter Israeliten, die Ackerbauer geworden; daß die „Uebcrschwcmmung" nur einttitt, wenn irgend einmal ein paar christliche Gutsbesitzer, in Ermangelung anderer Arbeitskräfte, verarmte Israeliten zur Bearbeitung ihrer Felder als Tagelöhner dingen; daß die Schankwirthschaften jetzt nur von wenigen im Kriege 1877/78 mitgewescncn israelitischen und dcßhalb naturalisirten Soldaten, also von Rumänen, nicht „Fremden" auSgeübt wird; daß fort und fort Israeliten ans den Dörfern getrieben werden, wenn sie von Zeit zu Zeit seitens von Gutsbesitzern als Aufseher, Verwalter, Buchhalter re. angcftcllt werden (auch wohl Manufaktur-, Kolonial-, Getreide- und Holzhändler — aber nicht als Schankwirthe, doch nicht mehr existircn); daß schließlich die „große" Anzahl Güter, die in „fremde Hände" gerathcn, sich, selbst nach