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Der Israelit · 1887-10-31 · Heft 84 (31.10.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 84 (31.10.1887)
Date
1887-10-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1496 Ham nicht. Denke» wir uns in die Lage des denkenden Jünglings, des forschenden Mannes. Sein Vater zeigt ihm die Götzen von Silber und Gold, von Holz und Stein, da? Werk von Menschenhänden. Abraham beobachtet diese angeblichen Götter und findet^ „daß sie einen Mund haben und nicht reden, daß sie Augen haben und nicht sehen, daß sie Ohren haben und nicht hören, daß sic eine Aase haben und nicht riechen, daß sie Hände haben und nicht greifen, daß sie Füße haben und nicht gehen können, daß kein Hauch ist in ihrer Kehle." Gr verwirft die ohnmächtigen Götzen. Nun sucht er den Schöpfer, Lenker und Regierer des Weltalls; er beobachtet die Pflanzen und Thiere, die Vögel und Fische, die Berge und Flüsse, die Sterne, den Mond, die Sonne, und findet unter ihnen keinen Gott. Sollte die Welt einer göttlichen Leitung überhaupt entbehren? Kann denn ein Staat, ein Volk, eine Stadt der Führung und Leitung emrathcn? Würden sie nicht von den Flammen der Anarchie, der Gesetz- und Antorirällosigkeit verzehrt werden, und die ganze, große, herrliche Welt mit ihren Milliarden von Geschöpfen, großen und kleinen, sollte, ohne sich in sich zu zerstören, der einheitlichen Lenkung entbehren können? Rein, es muß einen Gott, es muß einen Gott geben .- aber Er in unserm Auge verborgen, unser» Sinnen nicht zugänglich. So denkt Abraham, und da offenbart sich ihm der Ewige und spricht zu ihm: Sondere dich vondeinem Hcimathlande, in welchem nur Götzendiener wohnen, sondere dich von deinem Geburtsorte, wo der Götzendiener Nimrod herrscht, sondere dich von deinem Vaterhause, in welchem dem Götzendienste gefröhnt wird, und begib dich in das Land, welches Ich dir zeigen werde, in welchem ein Malki Zcdek , Schein) als Priester dient dem höchsten Gotte. Von dir aus soll ein großes Volk erblühen i-.*u "z? du sollst der ganzen Welt werden das Musterbild eines gottgescgnctcn Mannes ircx', dein Name soll groß werden für ewige Zeiten *2r und du selbst sollst der Inbegriff des Segens werden .1212 '-rr; denn Ich werde segnen, die, so dich segnen 72122 rai2w, und den, der dir siucht, werde Ich verfluchen i-nk ”772% und durch dich sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde .-.21x1 mEro ^2 z2 *2122. Tenn, wenn auch leichter ist die Gctteserkenntniß, die sich lediglich auf die Tradition stützt, wenn auch der der Tradition ausschließlich Folgende werden kann ein 2-2.1 ris, ein vollkommen Gerechter, so ist doch größer und fester der, welcher mit dem, was ihm durch Offenbarung geworden, die Erkenntniß verbindet, oder der ist wie Abraham, dem die Erkenntniß durch die Offenbarung bestätigt wurde. Unsre Weisen sprechen diesen Gedanken im Midrasch aus. Bei Noach heißt es crrw rjt rz T'.irn „mit Gott wandelte Noach! aber zn Abraham sprach Gott: 22t? 7».-2vi, wandele v orMr.- TaS kleine Kind nimmt man an die Haud; das größere läßt man vor sich cinherfchreiten. Noach, welcher der selbstständigen Erkenntniß entbehrte, bedurfte immerwährend der Stütze, während Abraham, dem die Offenbarung, die Bestätigung der eigenen Erkcnntniß geworden war, stets rüstig vöranschrüt zur höchsten Vervollkommnung. Abraham ist, in dem Gleichnisse des Rabbi. Iizchak. der Reisende, welcher geht von Ort zu Ort, das heißt, er wandelt den schwierigen Weg der Forschung von Stufe zu Stufe. Er verwirft zunächst die Götzen, betrachtet die Rattrr und sucht den Lenker solange bis er die Wahrheit findet; da offenbart sich ihm Gott und bestätigt ihm die gefundene Wahrheit. Aber der Weg der Forschung ist schwer und oft ist^ der Forscher dem Zweifel ausgcsctzt; in Folge denen erreicht Abraham erst spät die Eigenschaft eines 2-2.1, eines Vollkommenen, welche dem Noach sofort bei feinem Auftreten in der heiligen Schrift beigelcgr wird. Durch das rastlose geistige Ringen jedoch, ist in Abraham das .1-2-2.1 von mächtigerer Wirkung als in Noach, indem Gott zu Abraham spricht: 2-22 -Tn Trorr „wandele vor Mir und sei vollkommen." Zeitungsnachrichten und Corrcspoudeuzeu. Deutschland. Bingen, 25. Oktober. Tie isr. Rcligionsgcsellsckaft feierte vorigen na ‘z r2sr, ein erhebendes Fest, die Einweihung einer neuen tvto 122, der eisten, welche seit ihrem injährigen Bestehen unsere Rrligionsgescllschaft selbst hat schreiben lassen. Anregung gab dazu Herr Joseph Kahn, der als mr irr. die erste bedeutende Spende diesem Zwecke bcstinlmte und bei späteren feierlichen Gelegenheiten diesen Zweck kräftigst förderte. Au dieser Stelle sei auch Frau Ochs, aus Simmern, unser herzlichster Dank ausgesprochen, daß sie durch eiucu bedeutenden Beitrag cs ermöglichte, das neue 122 so rasH anzuschasscn. Durch unseren früheren Eantor, Herr I. Baruch, in Karlsruhe, wurde uns Herr 3k. Iostk Hilel Ribkind. 2-201222, in Groduo (Rußland) cmpsodlen: Derselbe schrieb uus ein 122, das nach seiner äußeren Ausstattung, wie nach seiner herrlichen Schrift mustergiltig genannt werden daN-

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