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Der Israelit · 1887-10-24 · Heft 82 (24.10.1887) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 82 (24.10.1887)
Date
1887-10-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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werde. Nach dem Eintreffen der kaiserlichen Bestätigung wird der Ncugcmähltc feierlich in sein Amt eingesetzt werden. Tie Oberleitung der hiesigen Jeschibah bleibt jedoch noch weiter in den Händen des Eüacham Abdullah, der, trotz der neunzig Jahre, die er schon auf seinen Schultern trägt, noch heute sciucm heiligen Berufe als Rofch-Jeschibah mit vollem Eifer obliegt und die Pflichten desselben aufs Gewissenhafteste erfüllt. Tie „Allianc Jsraelite" hat nun abermals gezeigt, wie sehr ihr die Zukunft der hiesigen jüdischen Jugend am Herzen liegt, denn sie lieh soeben den Lohn des hiesigen Uhrmachers Hcskicl Mussa nach Paris kommen, um ihn dort auf ihre Kosten unterrichten und zum Lehrer hcranbilden zu lassen und ihn dann nach Vollendung seiner Studien an einer ihrer zahlreichen Schulen im Oriente verwenden zu können. Aus der hiesigen Schule der „Alliance" ist kürzlich der Lehrer Ehudada ausgetreten, um nach seinem Baterlande, Persien zurückzukchren und in Teheran als Bildner der dortigen jüdischen Jugend zu wirken. Herr Ehudada wurde gleichfalls auf Kosten der „Alliance" nach Paris gebracht und don zum Lehrer herangebildet. AlS er vor einigen Monaten hichcrkam, brachte er aus feiner Heimath eine Frau mit. Wenige Wochen darauf .traf..jedoch.sein Schwiegervater hier ein, nahm seine Tochter wieder mit sich heim und ließ w Herrn Ehudada unbeweibt hier zurück. In nnfcrcr Gemeinde machte dieses Ercrguiß natürlich großes Aufsehen und munkelte mau damals Verschiedenes über Herrn Ehudada und seine Frau. Manche behaupteten sogar, derselbe wäre gar nicht verbcirathet gewesen, sondern blos verlobt, und aus diesem Anlasse habe der Vater seine Tochter mit nach Hause genommen. Selbstverständlich schenkte Ihr Korrespondent diesem Gerede keine Aufmcrksamkcit und erwähnt er dieser Geschichte hier blos, weil sic durch einige Tage hindurch den Gesprächsstoff in urrserem Judenviertcl bildete. Die cs heißt, wird unser General-Gouverneur, Musrapha Affym Pascha, der diesen hohen Posten Mt seit einigen Monaten bekleidet, denselben nächstens wieder verlassen, um einen andern in Europa anzutreren. Wir würden jedoch die Abreise dieses tüchtigen, ehrlichen und auch streng gerechten Beamten ungemein bedauern, da derselbe während seines kurzen Aufenthaltes in unserer Milte, sich die Sympathien und die Herzen Aller erobert hat. Aus den Zeitungen werden Sic gewiß erfahren haben, daß sich die zwei jüdischen Banquiers, Alt und Secfeldcr, bei der Hohen Pforte um die Eonccssion zum Bau einer Bahn Konstantinopel-Angora- Tiarbekir-Mossul-Dagdad beworben und dieselbe auch erhalten haben. Jndcß wird, wie wir vernehmen, aus diesem schönen Dahnprojecte nichts, werden, denn erstens fehlt es der Türkei an Geld, um einer Bah» von einer solchen Länge eine entsprechende Subvention gewähren zu können und zweitens sind die Provinzen, durch welche diese Bahn laufen soll, zu wenig bevölkert und industriöS, als daß dieselbe auf die erforderliche Anzahl von Passagieren und die nötbige Quantität von Frachten rechnen könnte. Unsere Hoffnung, baldigst per Eilzug nach Europa fahren zu können, wird voraussichtlich noch lange unerfüllt bleiben. Wenn der P*s rw; in den nächsten Jahren kommen sollte, werden wir gerne zu Fuß nach Zion und Jerusalem wandern. Feuilleto«. Ein Stück jüdischer Geschichte aus Leipzigs Leipzig war zu allen, insbesondere aber in früheren Zeiten eine Stadt, — wo — wie keine zweite im Königreiche Sachsen, — das jüdische Element heimisch werden konnte, wenn auch nur vorübergehend und zwar zu den berühmten drei Leipziger Messen. Ta war denn auch das Judenthum ans allen Ländern Europas vertreten und der Welt ein Beweis gegeben eine? mächtigen Aufblühens der noch vielfach hart bedrückten Glaubcnsbrüder. - Wie nach und nach in allen Landen günstigere Gesetze geschaffen wurden, so gedieh auch nach und nach die Arbeitskraft der eifrigen Väter, und blühende Nahrungszwcige waren aufgckcimt; der Lebensabend der greisen Väter, die Zukunft der Kinder waren gesichert. — Aus meiner frühesten Kindheit entsinne ich mich noch der Leipziger Messen, und blicke ich nur 15 Jahre zurück, so steht mir jenes gewaltige Treiben einer fieberhaft thän'gcn Menschheit erneuert im Geiste da. Was damals so oft »reine kindliche Ansmerksanlkcit zu wissen begehrte, lernte ich erst später verstehen; die Zeirverhältnisse haben die Leipziger Messen nicht nur geschwächt, sondern fast gänzlich klein gemacht und das Getreide der Gaukler und ein schwacher Kleinhandel bilden die Messe. — Die Zuströmung ans aller Herren Länder in den früheren Jahren der Leipziger Messen hatte es auch veranlaßt, daß in Leipzig eine jüdische Spcifewirrhschafl gegründet werden mußte. Die Jude»

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